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Der Plan: So soll die Westumfahrung verlaufen.

Widerstand gegen die Westtangente

Bürgerbegehren erfolgreich

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Freising - Über 2000 Freisinger wollen beim Bau der umstrittenen Westtangente auf die Bremse drücken: Das Vöttinger Bürgerforum hat genügend Unterschriften für ein erfolgreiches Bürgerbegehren zusammen.

Er hat noch gar nicht alle Unterschriften ausgezählt, und doch kann Wolfgang Reinhardt bereits Erfolg vermelden: Sein Bürgerforum hat auch ohne Sichtung der letzten Autogramm-Boxen bereits 107 Prozent der benötigten Stimmen zusammen. 2429 Unterschriften waren notwendig – über 200 mehr als zunächst angenommen. Denn wie Reinhardt berichtet, habe die Stadt Freising die Zahl der Wahlberechtigten im Laufe der Unterschriftenaktion nach oben korrigiert.

„Wir hatten einen Super-Endspurt“, berichtet Reinhardt. Vor allem beim PLUS gab es nochmal großen Zulauf, denn das Festival kann aufgrund der Westtangente nicht mehr am Vöttinger Weiher stattfinden. „Wir sind stolz, dass sich die Arbeit gelohnt hat“, sagt Reinhardt. „Feiern können wir aber erst, wenn wir am Ziel sind.“

Das Vöttinger Bürgerforum strebt mit dem Bürgerentscheid einen Baustopp der Umfahrung für drei Jahre an – ein sogenanntes Moratorium. Der Westtangenten-Widerstand will, dass die Zeit genutzt wird, um eine „verkorkste Verkehrsplanung“ in ein „schlüssiges“ Gesamtkonzept einzubinden. Bisher war die Idee abzuwarten, für wie viel Entlastung die geplante Nordostumfahrung der B 301 sorgt. Eventuell sei dann die Westtangente überflüssig. Das Problem: Wenn das Moratorium endet, ist die Nordost-Umfahrung noch gar nicht fertig.

Jetzt räumt Reinhardt indirekt ein, dass er mit dem Moratorium auch auf Zeit spielt. „Man weiß ja, dass das Wirtschaftspendel alle sieben bis acht Jahre zurückschlägt“, sagte er dem FT. Jetzt sei man gerade im vierten Jahr des Aufschwungs. „Wir hoffen, dass das Projekt ganz gestoppt wird.“ Das allerdings glaubt der Freisinger OB Tobias Eschenbacher nicht: „Wir sind ja bereits mitten im Bau, und wir brauchen die Tangente.“

Neben den hohen Kosten, 85,6 Millionen Euro sind veranschlagt, nennt Reinhardt zwei Argumente gegen die Tangente. Erstens: Der Verkehrsbrennpunkt werde vom Stadtzentrum einfach 400 bis 600 Meter weiter nach Westen verlegt. Denn dort, an der Schlüterbrücke, beginnt beziehungsweise endet die Trasse. Zweitens: Mit der Umfahrung beschleunige man den Bau der dritten Startbahn. Denn Ministerpräsident Horst Seehofer habe gesagt, dass die erst gebaut werde, wenn alle Infrastrukturmaßnahmen abgeschlossen seien. Als Zubringer des Flughafenzubringers gehöre die Tangente dazu. Reinhardt hält das für „irrsinnig“.

„Schmarrn“, kontert Eschenbacher. Denn zu den Infrastrukturmaßnahmen für den Flughafen gehöre dann erst recht der Erdinger Ringschluss. „Und bis der fertig ist, haben wir die Westtangente zehnmal gebaut.“ Oder andersherum: Halte sich der Ministerpräsident an seine Worte, könne er die Startbahn in den nächsten zehn Jahren nicht verwirklichen. Zum Thema Brennpunkt Brücke meint der OB: „Da geht es um eine Kreisstraße, und der Kreis hat bereits signalisiert, dass dort ein Ausbau kommen soll.“ Das bestätigte Eva Dörpinghaus, Sprecherin des Landratsamtes. „Es wurde über zusätzliche Flächen für eine eventuelle Verbreiterung der FS 44 gesprochen. Es gibt dazu aber noch keinen Beschluss.“

Anfang nächster Woche werden sich die beiden unversöhnlichen Seiten im Rathaus treffen. Dann möchte Reinhardt dem OB die Unterschriften übergeben. Im Anschluss wird geprüft, ob sie rechtlich zulässig sind. Letztlich muss der Stadtrat entscheiden, ob er einen Bürgerentscheid in die Wege leitet. Es wäre bereits der zweite. Vor rund zwei Jahren hatten sich die Freisinger mehrheitlich für den Bau der Tangente ausgesprochen. „Diesen Entscheid hat das Bürgerforum schon selbst initiiert“, erinnert Eschenbacher. „Jetzt müssten sie halt damit leben.“

Reinhardt sagt, dass der Entscheid zwar eindeutig war, hadert aber mit dem Ergebnis. Damals seien eigene Informationsbroschüren zu spät oder gar nicht bei den Freisingern angekommen. So habe man eigene Unterlagen wieder aus Papiercontainern fischen müssen. „Sonst wäre das Ergebnis anders ausgefallen“, glaubt er, und er sagt, was auch Eschenbacher gegenüber dem FT bereits vermutet hat: „Für uns war diese Aktion der letzte Strohhalm, und ich hätte mir nie verziehen, wenn ich es nicht probiert hätte.“

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