Westtangente: Umleitung über Kranzberg

Die Betroffenen wurden zuletzt informiert

Kranzberg - Eigentlich spricht man ja mit den Nachbarn, wenn die eigenen Bauarbeiten sich auf deren Bürger auswirken. Vor allem, wenn man eine Kreisstadt ist und es um eine Umleitung geht. In Sachen Westtangente hat das die Stadt Freising diesmal irgendwie vergessen.

Es war Gemeinderätin Silvia Tüllmann (FWG) die in der jüngsten Sitzung des Kranzberger Gemeinderats ein „Gerücht“ thematisierte. In einer kürzlich abgehaltenen Bürgerversammlung habe die Stadt Freising auch über den Bau der Westtangente informiert. In diesem Rahmen habe man von einer Umleitung des Verkehrs über Kranzberg gesprochen, so zumindest sei es Tüllmann zugetragen worden. „Weiß die Gemeinde davon irgendetwas?“, fragte Tüllmann in die Runde und blickte in verdutzte Gesichter.

Tatsächlich wusste niemand davon. Die Räte zeigten sich brüskiert darüber, dass eine solche Info vor hunderten Menschen öffentlich gemacht wird, ohne vorher mit den Betroffenen das Gespräch zu suchen. Bürgermeister Hermann Hammerl wunderte sich über das so gar nicht nachbarschaftliche Vorgehen. Er versprach, sich sofort darum zu kümmern und bei den Verantwortlichen nachzufragen.

Gesagt, getan. Gleich tags darauf wandte sich Hammerl an die Stadtverwaltung mit der Bitte um Aufklärung. Er erhielt auch prompt eine Antwort. Und zwar nicht nur per Email. Paul Kratzer, der Projektleiter in Sachen Westtangente, kam mit einer kleinen Abordnung noch am selben Tag persönlich bei Bürgermeister Hammerl vorbei. Im Gepäck eine Entschuldigung und die Pläne für die anstehende Umleitung. Gemeinsam diskutierte man dann die Streckenführung.

„Normalerweise arbeiten wir mit der Stadt Freising gut zusammen“, sagte Hammerl hinterher. „Fehler passieren einfach“, zeigte sich der Bürgermeister versöhnlich. „Ich gebe zu, dass das etwas unglücklich gelaufen ist“, sagte Kratzer entschuldigend auf Nachfrage. Es sei in dem Stress und der Anfangshektik um die Westtangente einfach untergegangen, mit der Gemeinde zu sprechen. Das solle in Zukunft natürlich wieder anders laufen, so Kratzer.

Die Gemeinde Kranzberg und die Stadt Freising sind sich also wieder gut. Aber die Umleitung des Verkehrs wird weiterhin auch Kranzberg betreffen. Laut Kratzer soll die Engstelle, die im Rahmen des Tunnelbaus entsteht, wenn möglich großräumig umfahren werden. Der Verkehr, der auf der Giggenhauser Straße in Richtung Freising fährt, soll über Sünzhausen und Kranzberg auf die Thalhauser Straße umgeleitet werden – voraussichtlich bis zum Sommer 2018, schätzt der Projektleiter.

Um die Belastung für die Gemeinde so gering wie möglich zu halten, hat Hammerl angeregt, führzeitig auf die Umleitung hinzuweisen. So könne sich der Verkehr noch besser auf weitere Alternativrouten verteilen. Hammerl dachte da zum Beispiel an die B 13. „Wenn es großflächig verteilt wird, sind alle betroffen, aber alle nur ein bisschen“, sagte Hammerl.

Claudia Bauer

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