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Über die Verkehrsentwicklung in Hallbergmoos diskutierten SPD-Ortschef Max Kreilinger (r.), MdB Ewald Schurer (Mitte) und Gemeinderat Stefan Kronner (l.) mit Interessierten beim politischen Frühschoppen im Alten Wirt .

SPD-Frühschoppen in Hallbergmoos

Westumgehung: Schurer will Druck machen

Hallbergmoos - Während am Faschingssonntag vielerorts der Frohsinn zelebriert wurde, hat sich der SPD-Ortsverband mit ernsten Themen beschäftigt: Die „Dauerbaustelle Hallbergmoos“ stand im Mittelpunkt des politischen Frühschoppens. Dabei ging es hauptsächlich um die Verkehrsentwicklung.

In einem Punkt waren sich alle Referenten mit Gemeinderat Stefan Kronner einig: „In den letzten drei Jahren ist mehr passiert als in den 20 Jahren zuvor.“ Schon 2011 hatte man, wie Kronner in seinem Vortrag aufzeigte, die Schwerpunkte der Verkehrsentwicklung im Gemeindeentwicklungsprogramm benannt: Innerörtliche Straßen, Umgehungsstraßen und Busverbindungen auszubauen und zu stärken – darauf liegt das Hauptaugenmerk. Innerorts stehen die Predazzoallee und deren künftige Anbindung an die Theresienstraße im Fokus; ferner die Verlängerung von Süßbach, Weidenweg und Utzschneiderweg. Zur Entlastung des innerörtlichen Verkehrs sind die Weichen für die Nordumgehung bereits gestellt.

Die Westumgehung über die B 301 (ehemalige FS 44) ist, wie Kronner erfreut vermerkte, über die „Wunschtrasse“ der Gemeinde parallel zur S-Bahntrasse im Bundesverkehrsplan enthalten – in der Rubrik „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“. Hier gilt es nun laut Schurer kräftig anzuschieben: Denn wie schnell die Trasse Gestalt annimmt, hängt maßgeblich davon ab, wann der Freistaat die Planungen aufnimmt.

Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, sollen MdB Ewald Schurer zwei SPD-Kommunalpolitiker aus Hallbergmoos zu einem Gesprächstermin kommende Woche nach München begleiten. „Wenn Bayern sagt, wir wollen das priorisieren, kann das Projekt jederzeit angepackt werden“, so der Bundestagsabgeordnete. Auf Schurers Prioritätenliste stehen die B 301 bei Hallbergmoos und die Ortsumfahrung Moosinning (B 388) jedenfalls ganz oben. In seinen Augen sind Verkehrs- und Lärmsteigerungen, Verdichtung und Arbeitsmarktzahlen in der Flughafenregion wesentliche Argumente.

Konrad Friedrich konnte dies mit Zahlen untermauern: Die 2013 in einer Studie erhobenen Daten weisen für Hallbergmoos eine deutlich Verkehrszunahme auf den Hauptachsen aus: So werden bis 2030 auf der Ludwigstraße 21 000 Fahrzeuge täglich (aktuell 12 100) am OMV-Kreisel erwartet. Sogar 23 000 Kfz pro Tag werden laut Prognose 2030 über die B 301 rollen (aktuell: 12 100). An der Hauptstraße rechnet man bis 2030 mit einer Steigerung von 3000 auf 14 550 Fahrzeuge, die in Richtung S-Bahnhof fahren. Auch in der Theresien- und Freisinger Straße wird sich das Aufkommen mit rund 13 000 Kfz nahezu verdoppeln.

Erstaunlich gering ist laut Friedrich allerdings der Anteil des Durchgangsverkehrs innerorts. Positiv vermerken konnten die Genossen die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Mit der Busverbindung nach Erding, die laut Kronner gut ausgelastet ist und nach dem Probejahr hoffentlich fortgeführt wird, gibt’s zum Fahrplanwechsel im Winter 2017 auch eine neue Busroute in Richtung Neufahrn (Römerweg/Kino/Bahnhof). Wünschenswert wäre laut Kronner nun ein Buskonzept, das den Hallbergmooser S-Bahnhof als Umsteigeknoten mit Verteilerfunktion in alle Richtungen vorsieht.

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