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In Zweier-Teams geht die Moosburger Sicherheitswacht (vordere Reihe) seit Anfang 2011 auf Streife. PI-Chef Christian Bidinger (hinten, l.) ist froh um die Präsenz der ehrenamtlichen Helfer – Polizisten würden sie jedoch nicht ersetzen.

„Wir haben vier Augen mehr auf der Straße" - PI-Chef bilanziert über Sicherheitswacht

Moosburg - Nach der Anfrage von Grünen-Stadtrat Johannes Becher zum Status quo der Moosburger Sicherheitswacht zieht nun Moosburgs Polizeichef Christian Bidinger Bilanz - im Interview mit dem FT.

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Stadtrat Johannes Becher (Grüne) hat den Stein ins Rollen gebracht: Per schriftlicher Anfrage an das Ratsgremium und Bürgermeisterin Anita Meinelt wünscht Becher Auskunft über die Aktivitäten der Moosburger Sicherheitswacht (wir haben berichtet). Kernfrage: Wie schätzt die örtliche Polizei das Engagement der Freizeit-Sheriffs ein? Ist ihr Einsatz hilfreich? Wir haben bei PI-Chef Christian Bidinger nachgehakt.

-Herr Bidinger, wie beurteilen Sie den bisherigen Einsatz der Sicherheitswacht? Konnte das Ziel erreicht werden, „das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen“?

Grundsätzlich ist Verbrechensprävention immer schwer messbar. Wie es um das subjektive und objektive Befinden der Moosburger Bürger steht, lässt sich kaum belegen. Als einzige „harte Fakten“ dienen uns die Daten aus der jährlichen Polizeistatistik, die wir vom Innenministerium im März erwarten.

-Aber Sie müssten ja einen ungefähren Überblick haben, wie sich die Lage 2011 in Moosburg entwickelt hat.

Es lässt sich in der Tat ein positiver Trend erkennen: Im Vergleich zum Vorjahr mussten wir 2011 weniger Straftaten feststellen. Allerdings war diese Entwicklung auch im übrigen Schutzbereich außerhalb der Stadt zu verfolgen.

-Hat sich Ihre Polizeiarbeit durch die ehrenamtlichen Helfer vereinfacht?

Es handelt sich hier ja nur um eine Ergänzung zur Polizei: So haben wir vier Augen mehr auf der Straße - die Aufgaben der Polizei bleiben aber unverändert.

-Wie muss man sich denn so einen Einsatz vorstellen?

Der Dienst startet immer bei uns in der PI. Bevor das Zweierteam losgeht, trägt es sich in die Dienstpläne ein, und es werden die einen oder anderen nützlichen Informationen ausgetauscht. Dann geht es los, meist in die Innenstadt. Die Schichten dauern drei bis vier Stunden. Wenn unterwegs polizeirelevante Feststellungen getätigt wurden, dann wird das im Anschluss bei uns dokumentiert.

-Könnten Sie uns mal einen konkreten Fall schildern, in dem die Wächter helfen konnten?

Sie klären meist kleine Ordnungsstörungen oder Jugendschutzverstöße. Zum Beispiel haben sie in einer Aprilnacht zwei volltrunkene Personen festgestellt, die auf der Münchner Straße herumgetorkelt waren. Mit Unterstützung einer Polizeistreife hat die Wacht dann dafür gesorgt, dass die beiden von einem Taxi sicher heimgebracht wurden. Das sind keine James Bonds, es geht eben um Routinesachen. Wenn sich Bürger selbst für Sicherheit einsetzen, dann ist das immer gut.

-Wenn jetzt die Damen und Herren Präsenz zeigen und als eine Art Hilfspolizisten Streife gehen - hat das dann nicht auch Einfluss auf die Personalplanung in Ihrer PI? Werden dadurch Polizisten eingespart?

Ganz klar: Nein. Es handelt sich hier um Mitbürger, die in ihrer Freizeit ein bisschen die Polizei unterstützen. Für dieses Ehrenamt gibt es eine kleine Aufwandsentschädigung. Aber die Personalstärke der Inspektion und die Sicherheitswacht stehen in keinster Weise in Verbindung.

Interview: Armin Forster

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