Noch Zukunftsmusik: So könnte die Beschilderung der Hollerner Straße aussehen, falls sie als Fahrradstraße ausgewiesen werden sollte. Dies beinhaltet automatisch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer, so dass man sich das jetzt vorhandene Tempo 50-Schild, wie auf dem Foto, wegdenken müsste. Fotomontage: Wilms

Wird die Hollerner Straße zur Fahrradstraße?

Eching - Wie ernst ist es der Gemeinde Eching, dem Bekenntnis, eine fahrradfreundliche Kommune werden zu wollen, auch konkrete Taten folgen zu lassen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der jüngsten Bauausschuss-Sitzung - besonders, als es um die Zukunft der Hollerner Straße ging.

Der einstimmige Gemeinderatsbeschluss auf Antrag der Grünen, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen beitreten zu wollen, erfolgte bereits Anfang des Jahres. Zwischenzeitlich hat eine Befahrung des Ortes mit dem Büro „Stadt-Land-Verkehr“ stattgefunden. Beim Ist-Zustand hat Fahrrad-Verkehrs-Experte Andreas Bergmann einiges an neuralgischen Punkten ausgemacht.

Einer davon ist die Hollerner Straße. Zwar als Anliegerstraße ausgewiesen und für den Durchgangsverkehr gesperrt, nutzen etliche unberechtigte Autofahrer gerne mal verbotenerweise diesen Schleichweg, der den Echinger Westen mit Unterschleißheim bis zur B 13 verbindet.

Sachgebietsleiter Thomas Bimesmeier hatte gleich mehrere der gängigen Ausreden parat („Wir wollten uns mal die Pferde auf dem Reiterhof ansehen“) parat, die bei gelegentlichen Kontrollen von den Verkehrssündern geäußert wurden. Und geschlichen wird dabei in aller Regel nicht, sondern gerast.

Bergmann hat nun im Planungsausschuss den Vorschlag unterbreitet, die Hollerner Straße als Fahrradstraße zu beschildern. Dies bedeute nicht nur einen Schutz für die zahlreichen dann bevorrechtigten Radlfahrer, sondern ebenso auch für Skater, Rollerblader und Fußgänger. Auf einer ausgewiesenen Fahrradstraße gilt Tempo 30. Die Nutzung für Anlieger und landwirtschaftlichen Verkehr ist unverändert zulässig.

Zu dieser angedachten-Umwidmung gab es einigen Gegenwind im Gremium. Otmar Dallinger (FW) findet den Status quo gut so, wie er ist. „Eine Fahrradstraße braucht’s nicht“ äußerte er. Georg Bartl (CSU) erregte sich, dass es für die Bewohner der Güter Hollern unzumutbar sei, die (zirka 1,5 Kilometer lange) Strecke mit Tempo 30 nach Eching zurückzulegen. „Es kommt nicht in Frage, diese Ortsverbindung abzuschneiden“ stellte er fest. Dagegen argumentierte Anette Martin (SPD), dass auch innerhalb von Eching mit Ausnahme der Durchgangsstraßen in allen Gebieten nur 30 gefahren werden dürfe.

Ein flammendes Plädoyer für eine Aufwertung des Fahrradverkehrs kam von Leon Eckert (Grüne). Ebenso wie Bürgermeister Sebastian Thaler sieht er die Einrichtung einer Fahrradstraße als wichtiges Signal an, um für das Radfahren zu werben und durch verbesserte Sicherheit dessen Attraktivität zu erhöhen. Eckert: „Wenn wir nur immer den konservativen Autoblick haben, wird sich am Verkehr nie was ändern.“

Mit knapper Stimmenmehrheit von 7:6 - die „Neins“ kamen von Otmar Dallinger, Hans Graßl (FW) sowie der CSU-Fraktion - beschlossen SPD, BfE, Grüne und Oliver Schlenker (FW), das Vorhaben Fahrradstraße weiterhin auf dem Radar zu behalten und dazu die Meinungen der Anlieger einzuholen. Hinsichtlich des Echinger Beitritts zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen ist noch nichts entschieden.

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