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Die Kirchenbänke waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kirche St. Quirin feierte 300. Jubiläum. 

Kirche St. Quirin Kranzberg Feiert 300-Jähriges Bestehen

Die Wohnung Gottes unter den Menschen

Kranzberg - Ganz besonders feierlich war der Gottesdienst am vergangenen Sonntag in der Kirche St. Quirin. Zum 300. Jubiläum des kleinen Gotteshauses war sogar Weihbischof Bernhard Haßlberger gekommen.

Es herrschte eine ganz besondere Stimmung in der Kranzberger Kirche. Bis auf den letzten Platz waren die Bänke besetzt, in den Gängen reihten sich Fahnenabordnungen der Vereine aneinander und die Sonne warf ihre Strahlen durch die Fenster, als Dekan Anton Erber den Gottesdienst eröffnete. Nach der Lesung von Huberta von Urff aus der „Offenbarung des Johannes“ sprach Weihbischof Bernhard Haßlberger feierliche Worte. 300 Jahre ist es nun her, dass die Dorfkirche erbaut wurde und es sei eine „Wohnung Gottes unter den Menschen, ein Zeichen dafür, dass Gott unter uns und bei uns ist.“ Kirchen seien meist mitten im Dorf und somit ein Zentrum, in dem sich die Menschen versammeln, um gemeinsam zu beten, zu trauern und zu feiern. So, wie die Bundeslade dem Volk Israel bei seinem Auszug aus Ägypten gezeigt habe: „Gott geht mit, durch dick und dünn“ – so sei die Kirche ein Zeichen, dass Gott da ist. Der Festgottesdienst war die Krönung im Jubiläumsjahr der Kirche St. Quirin, weshalb auch drei zusätzliche Musikerinnen in die Gestaltung eingebunden waren: Juliane von Urff (Cello), Charlotte von Urff (Flöte) und Katharina Eglhuber (Geige). Kirchenpflegerin Sonja Kieslinger dankte dem Engagement des Pfarrgemeinderats für viele Aktionen zum Jubiläum, darunter zum Beispiel den neu herausgegebenen Kirchenführer für St. Quirin. Und Gemeindearchivar Alfons Berger hatte eine Ausstellung zur Historie der Kirche zusammengestellt – eine spannende Geschichte wie Kieslinger betonte.

Zusammen etwas Großartiges geschaffen

In nur drei Jahren sei das Gebäude unter Pfarrer Jakob Hagen errichtet worden und das in einer Zeit, in der es keine technischen Hilfsmittel gab. „Ein kleines Dorf hat zusammengeholfen und etwas Großartiges geschaffen“, sagte Kieslinger. Denn das Gotteshaus sei schon von weither aus dem Ampertal sichtbar gewesen. „Wenn Steine reden könnten“, machte Kieslinger ein Gedankenspiel und erinnerte an viele Generationen, die in dieser Kirche die Feste und Sakramente im Jahresverlauf gefeiert haben – und es heute noch tun. Sie erzählte von Kriegen, Not und Entbehrung in der harten Zeit vor 300 Jahren und von Hoffnung und Freude der Gläubigen, die diese Kirchensteine ebenfalls erleben durften. Abschließend bat sie den Schutzpatron St. Quirin um seinen Segen und wünschte allen Gläubigen: „Gehen wir mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft. Mit Gottes Hilfe wird es gelingen.“ Nach einem berührenden Gottesdienst, bei dem auch der Kirchenchor zur Höchstform aufgelaufen war, zogen dann die Gläubigen zusammen in das Pfarrheim zu einem kleine Stehempfang. Hier war dann Gelegenheit, sich auszutauschen – und diese Gelegenheit nutze auch der Weihbischof, um die Kranzberger Gläubigen nähe kennenzulernen.

Claudia Bauer

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