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Einfach mal wachsen lassen: Damit will man in Wolfersdorf künftig den Bienen und Insekten Gutes tun. 

Wolfersdorferin appelliert an die Kommunen

Der Natur einfach mal zuschauen

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Gabi Loibl aus Wolfersdorf sieht die Kommunen in der Pflicht, sich aktiv für die Umwelt zu engagieren. In einem Brief an den Gemeinderat fasst sie nun zusammen, wo ihrer Ansicht nach in ihrem Wohnort noch „Luft nach oben“ ist – und machte gleich einige Verbesserungsvorschläge.

Wolfersdorf– Da Naturschutz, Insektensterben und die Klimaprobleme „in aller Munde und in allen Medien“ seien, sollten sich alle Kommunen, Landkreise und öffentliche Einrichtungen Gedanken machen und sich engagieren. So sieht es Gabi Loibl aus Wolfersdorf. In einem Brief an die Gemeinde appelliert sie an das Gremium, sich zu überlegen „wie wir die Artenvielfalt und das Klima aktiv durch unser Zutun schützen können“. Und sie macht in dem Schreiben gleich einige kreative Vorschläge.

Wie wäre es denn, an jeden Verein einen Vogelnistkasten zu verschenken mit der Bitte, diesen zu betreuen? „Oder man pflanzt zusätzlich bienenfreundliche Bäume auf gemeindlichen Grundstücken“, regte Loibl zum einen an. Zum anderen wollte sie wissen: „Könnte man den Friedhof, Kinderspielplätze oder das Sportgelände im Hinblick auf den Umweltschutz noch verbessern?“ und „Welche Flächen in der Gemeinde Wolfersdorf gibt es und wie könnte man sie ökologischer gestalten?“

Wolfersdorf soll gemeindeeigene Flächen nicht mehr so oft mähen

Die Wolfersdorferin hat auch einige ganz konkrete Bitten: Muss die gemeindeeigene Grünfläche vor dem Autohaus wirklich immer picobello gemäht werden? Dort würden nämlich Salbei, Margeriten, Klee, Beinwell und vieles mehr blühen, „wenn man sie nur lasse“. Falls die freie Sicht für die Verkehrsteilnehmer dadurch behindert werden würde, könne ja ein rasenmäher-breiter Streifen gemäht werden. Hier bot Gabi Loibl sogar an, diese Arbeit selbst zu übernehmen. „Ich kehre auch schon seit Jahren den Gehsteig im Herbst von den Eicheln frei“, fügt sie in ihrem Schreiben an. Ihrer Meinung nach müsse auch die Grünfläche an der Ortsausfahrt in Richtung Palzing nicht so oft gemäht werden.

Gabi Loibl betonte, dass sie mit diesen Anregungen keinesfalls die Bauhofmitarbeiter kritisieren wollte, „die ihren Job immer mit Herzblut erledigen!“

Und wie fand der Gemeinderat diese Vorschlägen? „Es wäre ideal, wenn sich mehr Leute zusammentun könnten, sich Gedanken machen, etwas ausarbeiten und das dann im Frühjahr umsetzen“, war die Idee von Bürgermeister Sebastian Mair. Diese Gruppe engagierter Bürger sollte verbesserungswürdige Flächen zunächst anschauen und dann ein Konzept erarbeiten. „Unsere Landwirte lassen eh schon immer Blühstreifen stehen, aber dennoch: Man kann immer noch mehr machen.“ Denk ergänzte, dass die Gemeinde Wolfersdorf über genügend Ausgleichsflächen verfüge, auf denen aktuell nichts gemacht werde. Was ja, so Mair, oft das Beste sei.

Josef Denk regte an, „der Natur einfach mal zuzuschauen und die Sachen wachsen lassen“. Das sei viel besser als immer sofort einzugreifen und zu versuchen, die Situation künstlich zu verbessern. Am Ende stand fest: Der Rathauschef wird jetzt ganz gezielt Personen aus Wolfersdorf ansprechen, ob sie Lust hätten, sich in diese Richtung zu engagieren. Für ein bienenfreundliches Wolfersdorf.

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