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Wolfersdorfs Bürgermeister erklärt Bauprojekte und spricht über seine Zukunft

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Von: Andrea Beschorner

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Heuer fertiggestellt: die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Billingsdorf und Unterhaindlfing.
Heuer fertiggestellt: die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Billingsdorf und Unterhaindlfing. © Lehmann

In Wolfersdorf tut sich was: Die Gemeinde hat vieles umgesetzt oder steckt noch mittendrin. Wir waren unterwegs mit Bürgermeister Sebastian Mair, der 2020 nicht mehr antritt.

Wolfersdorf – Die Leute seien im Großen und Ganzen ruhig und geduldig. Das macht’s freilich leichter. Wolfersdorfs Bürgermeister Sebastian Mair hat sich mit dem FT auf Besichtigungstour durch seine Gemeinde gemacht. Viel ist passiert in diesem Jahr. Einige Baustellen hat man in der Gemeinde auf- und schon wieder zugemacht, an anderer Stelle ist noch Geduld gefragt, wieder woanders wird erst im kommenden Jahr gebaggert und gewerkelt.

Kommunalwahl 2020 Wolfersdorf: Ortsverbindungsstraße ein Thema

Die Verbindungsstraße Billingsdorf-Unterhaindlfing samt neuem Gehwegs in Unerhaindlfing ist fertig. Los ging’s im April. Ganz bewusst hat man da die Straßenbreite belassen. „Es führt ja parallel die Kreisstraße und wir wollten nicht mehr Verkehr durch eine Verbreiterung auf die Ortsverbindungsstraße führen“, sagt Mair. Kosten: 1,3 Millionen Euro. Inklusive Entsorgung von belastetem Material. Darauf ist man bei den Arbeiten gestoßen. Insgesamt 1500 Tonnen belastetes Material musste entsorgt werden. Kosten: 90 Euro pro Tonne. „Ein Haufen Geld“, sagt Mair. Doch wenigstens zahlt die Regierung von Oberbayern zu den 665.000 Euro Festbetragsförderung noch ein bisschen was zu den Entsorgungskosten dazu.

Außer dieser Hiobsbotschaft sei die Baustelle aber zum Glück problemlos gelaufen. „Wir wollten zum Schulbeginn wegen dem Schulbusverkehr fertig sein – und das haben wir geschafft.“ 2,7 Kilometer lang ist die Strecke, die man in zwei Abschnitte aufgeteilt hatte.

Kommunalwahl 2020 Wolfersdorf: Die Großbaustelle schaut spektakulär aus

Spektakulär schaut die Baustelle an der Berghaselbacher Straße aktuell noch aus. Wenn man sich zwischen schweren Baustellenfahrzeugen mit der Erlaubnis des Bauleiters heranwagt, kann man in eine metertiefe Baugrube schauen. Bis zu sechs Meter musste die Baufirma aus Thüringen in die Tiefe graben – wegen der Hanglage. „Das hält freilich auf“, sagt Mair. Dennoch ist man voll im Zeitplan. Im Dezember soll die Straße wieder befahrbar sein. Aktuell liegt man bei der Kanalerneuerung in den letzten Zügen. Dann ist die Fahrbahnerneuerung dran, die bis zum Frühjahr provisorisch, 2020 dann „gescheit“ gemacht wird.

Los ging’s in dem Bereich schon im Mai. Von der Abzweigung zur FS 27 nach Berghaselbach bis zur zur Hauptstraße in Wolfersdorf wird der Kanal neu gemacht. Eine Großbaustelle. Zudem wird am östlichen Ortsende von Wolfersdorf ein natürliches Regenrückhaltebecken mit Überlauf geschaffen. Inklusive des neuen Fahrbahnbelags belaufen sich die Kosten für diese Maßnahme laut Bürgermeister Sebastian Mair auf 4,1 Millionen Euro. Die Baustelle sei bis dato ohne Überraschungen gelaufen. Die Einschränkungen für die Anwohner waren absehbar – die mussten und müssen mit einigen Einschränkungen leben. 

Die Schäden an der Ruhpalzinger Straße müssen dringend behoben werden
Die Schäden an der Ruhpalzinger Straße müssen dringend behoben werden. © Lehmann

Glücklicherweise hat bislang das Wetter gut mitgespielt, „da dürfen wir echt nicht jammern“. Ausgerechnet am Tag der Besichtigungstour mit dem FT herrscht ein herbstliches Schmuddelwetter. „Das sind die Tage, an denen die Anwohner schon ein bisschen jammern, wenn alles so batzig ist“, sagt Mair. Das Problem bei derartigen Maßnahmen sei, das gibt Mair unumwunden zu: „Es ist absolut notwendig – aber du siehst nichts und keiner hat einen spürbaren Vorteil davon.“ Die einzige Auswirkung: „Es könnte sein, dass die Kanalgebühren steigen, wenn wir sie 2021 neu berechnen.“ Aber das sieht Sebastian Mair pragmatisch: „Da können wir nicht aus.“

Was noch zusätzlich an Ausgaben für die Berghaselbacher Straße ansteht: Die Wasserleitungen und Hausanschlüsse werden neu gemacht. Das sei wahrlich „nicht zu früh“, wie Mair sagt, stammen die Leitungen doch aus den 1970er Jahren. Für die Leitungen und die Kanalbaumaßnahmen bekommt die Gemeinde übrigens keinen Zuschuss. Anders beim Straßenbau: Da rechnet man mit Zuwendungen von bis zu 50 Prozent – „die Unterlagen liegen bei der Regierung“.

Bürgermeisterwahl 2020: Der Abschied naht für Sebastian Mair

Es werden die letzten großen Dinge sein, die in der Gemeinde Wolfersdorf unter Sebastian Mair als Gemeindeoberhaupt realisiert werden. Er wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr als Bürgermeister kandidieren. „24 Jahre sind genug – so eine lange Zeit geht auch nicht spurlos an einem vorüber.“ An der Stelle wiederholt Mair jedoch, dass er mit „seinen Bürgern“ schon Glück habe, lobt deren Verständnis für Baustellen mit derartigen Einschränkungen wie an der Berghaselbacher Straße. Aber immer da zu sein für die Menschen, sei schon etwas, was an manchen Tagen an den Kräften zehrt. 

Zumal Mair ja, seit er vor 24 Jahren sein Amt angetreten hat, ein Büro in seinem privaten Wohnhaus hat, in dem die Leute ein- und ausgehen, wenn sie was von ihm brauchen. Dass es keine Pläne für einen Einkaufsmarkt in seiner Gemeinde gibt, begründet Mair so, dass man mit den beiden Läden Mico, der Bäckerei an der Bäckergasse, und dem Dorfladen in Oberhaindlfing gut versorgt sei. Bank, Apotheke, Ärzte und größere Nahversorger gebe es in Zolling in unmittelbarer Nachbarschaft. Nur der Metzger, der vor zehn Jahren zugemacht hat, fehle immer noch.

Südlich des Getränkemarkts entsteht ein neues Baugebiet. Insgesamt werden hier 20 Bauparzellen verfügbar sein. Bis 2021 sollen die ersten Häuser stehen.
Südlich des Getränkemarkts entsteht ein neues Baugebiet. Insgesamt werden hier 20 Bauparzellen verfügbar sein. Bis 2021 sollen die ersten Häuser stehen. © Lehmann

Die Sanierung der Straßen, die vor kurzem eingeweihte Schulturnhalle und das neue Baugebiet, das demnächst erschlossen wird und Platz für 20 Häuser bietet – hat Mair das mit seinem Gremium angestoßen, um seinem Nachfolger ein bestelltes Feld zu hinterlassen? „Das waren Dinge, die sind einfach angestanden“, sagt er bescheiden. Dennoch sei es freilich wichtig, die Gemeinde „sauber zu hinterlassen“. Und seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin kann er jetzt schon eines versichern: „Die Arbeit hört nicht auf!“ Vieles sei auf den Weg gebracht worden, müsse jetzt umgesetzt, abgewickelt werden.

Abschied vom Wolfersdorfer Bürgermeister: Eigentlich war es so nicht geplant

Wenn er an die Anfänge vor 24 Jahren zurückdenkt – damals war Mair 41 Jahre alt –, muss er schon sagen, der Beruf des Bürgermeisters sei anspruchsvoller geworden. „Und die Leute sind es auch.“ Wenn er jetzt, im Vorgriff auf sein Dienstende im kommenden Jahr, auf die Zeit zurückblickt, sagt er: „Es war eine schöne und aufregende Zeit“, in der er es nicht einen Tag bereut habe, damals kandidiert zu haben. „Dass ich es bis zu meiner Pension mach’, das war so nicht geplant“, sagt er und lacht.

Wenn er dann ab dem 1. Mai 2020 sein Haus wieder alleine für sich und seine Familie hat, wenn dann keiner mehr an die Tür des Bürgermeisters klopft, wird er, wie er versichert, „in kein tiefes Loch fallen“. Im Gegenteil: Er sei jetzt auch Opa und „ich freu mich schon darauf, nicht mehr alles auf die Gemeinde ausrichten zu müssen“.

In seiner langen Zeit als Rathauschef hatte der heute 64-Jährige immer einen Grundsatz: „Jeden so zu akzeptieren, wie er ist – auch wenn man sich mal nicht einig wird.“ Und noch etwas ist ihm wichtig: „Mit den Leuten immer im Guten auseinandergehen, denn man trifft sich immer öfter im Leben.“

Kommunalwahl 2020 Landkreis Freising: Überblick über alle Gemeinden

Hier finden Sie zudem einen Überblick über alle Gemeinden und ihre Bürgermeisterkandidaten, die bei der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Freising antreten werden.

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