Masken trotz Luftreinigungsgeräte: Diese Tatsache war einer der Beweggründe, wieso die Gemeinde Wolfersdorf nun wieder zurückgerudert ist.
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Masken trotz Luftreinigungsgeräte: Diese Tatsache war einer der Beweggründe, wieso die Gemeinde Wolfersdorf nun wieder zurückgerudert ist.

Weil sie ohnehin nicht lieferbar sind

Gemeinde Wolfersdorf stellt Luftfilter für Schule und Kindergarten vorerst zurück

Die eigentlich beschlossenen Luftfiltergeräte für Schule und Kindergarten hat die Gemeinde Wolfersdorf nun vorerst zurückgestellt.

Wolfersdorf – Aufgrund von Lieferengpässen und bisherigen Erfahrungen anderer Gemeinden stellte der Gemeinderat die bereits getroffene Beschaffungsentscheidung in der Sitzung am Donnerstag vorerst zurück. „Wir haben aus Angst heraus entschieden damals“, sagte Bürgermeisterin Anita Wölfle, „wir wollten einfach, dass für unsere Kinder hier alles offen bleibt.“ Aus dieser Motivation heraus hatten die Wolfersdorfer Gemeinderäte vor einigen Monaten dafür gestimmt, mobile Luftreinigungsgeräte für die Grundschule und die Kindertageseinrichtungen anzuschaffen. Angekommen sind die Luftreinigungsgeräte aber noch längst nicht: „Lieferbar wären sie erst ab dem Frühjahr, den schlimmen Winter müssten wir sowieso ohne die Geräte überstehen“, erklärte Anita Wölfle. Nicht nur in Wolfersdorf ist man sich unsicher, was die Wirksamkeit der Geräte betrifft: „Die großen Lüfter stehen jetzt in einigen Klassenzimmern, die Kinder dort müssen ihre Masken aber genauso auflassen und man muss genauso manuell lüften“, erklärte die Bürgermeisterin. „Auch in der Zahl der Coronafälle gibt es noch keinen Beweis für oder gegen eine Wirksamkeit.“

Der Gemeinderat hatte im Vorfeld der Sitzung auch versucht, über den Elternbeirat der Grundschule eine Stimmung der Eltern einzufangen. Eine Vertreterin des Elternbeirats, die auch in der Ratssitzung am Donnerstag anwesend war, erklärte, dass der Elternbeirat nicht für alle Eltern sprechen wolle und könne. Das Thema Corona sei „hitzig und schwer anzusprechen“.

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Gemeinderat Josef Denk appellierte an den „gesunden Menschenverstand“ seiner Gemeinderatsmitglieder: „Wir müssen uns die Örtlichkeiten anschauen und dann entscheiden, ob die Klassenzimmer so gebaut sind, dass eine Unterstützung beim Lüften notwendig ist“, sagte Denk. Seiner Meinung nach sei die Wolfersdorfer Grundschule so gebaut, dass „genügend Luft in den Räumen ist“. Die Idee der Ratsmitglieder, sich so ein Gerät erstmal zum Testen auszuleihen – auch aufgrund der potenziellen Lärmbelastung der Schüler – ist nicht umsetzbar: „Es gibt einfach keine Geräte – weder zum Kaufen, noch zum Ausleihen“, erklärte Wölfle.

Die Brisanz der Thematik drückte auch eine Mutter aus, die als Gast an der Gemeinderatssitzung teilnahm: „Wir waren beruhigt, dass die Geräte angeschafft werden sollten. Ich glaube, dass viele Eltern gar nicht wussten, dass die Geräte noch nicht da sind bzw. jetzt doch nicht kommen sollen. Kann man uns Eltern da etwas mehr mit einbeziehen?“ Laut der betroffenen Mutter sei „Präsenz mit einem lauten Gerät trotzdem noch besser, als wieder ins Homeschooling zu gehen“. Bürgermeisterin Wölfle erklärte sich bereit, eine Mitteilung an die Schul- und Kindergartenleitung zu schicken, um sie auf dem Laufenden zu halten.

Kein „Rundumservice“

Josef Denk appellierte jedoch auch an die Eigeninitiative der Eltern: „Wenn ich Kinder hab, dann muss ich halt auch von selbst mal bei der Gemeinde nachfragen“, sagte der Gemeinderat. „Wir können als Gemeinde auch keinen Rundumservice anbieten.“ Der Gemeinderat entschied sich schließlich einstimmig dafür, die Anschaffung der Geräte „vorerst zurückzustellen“. „Bis zum Frühling bekommen wir sowieso keine“, sagte Anita Wölfle und ergänzte: „Wenn die Geräte wieder lieferbar sind, können wir uns nochmal unterhalten.“

Pascale Fuchs

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