Gemeinderat Wolfersdorf

Geplanter Bau stößt auf Skepsis

Der geplante Bau einer Doppelhaushälfte in Heigenhausen mit sechs Wohnungen hat eine Debatte darüber ausgelöst, was verträglich ist im ländlichen Raum. Und das, obwohl der Gemeinderat einem entsprechenden Vorbescheid bereits zugestimmt hatte.

Wolfersdorf – Zwei Nachbarn des Hofes, in dessen unmittelbarer Nähe die sechs Wohnungen mit insgesamt knapp 570 Quadratmeter Wohnfläche entstehen sollen, haben unterschrieben. Ein Argument, das Gemeinderat Josef Denk bei der Behandlung des Bauantrags ins Feld führte. Auch wenn dies nicht zwingend notwendig sei, wie Bürgermeister Sebastian Mair feststellte, nahm Denk diese Tatsache doch zum Anlass, Kritik an dem Vorhaben zu üben.

Die Befürchtungen: Künftigen Bewohner könnten an den mit dem Vollerwerbsbetrieb verbundenen Belästigungen Anstoß nehmen. Seines Erachtens bedürfe es einer Stellungnahme des Amtes für Landwirtschaft, argumentierte Denk. Schließlich könnten hier Interessen kollidieren.

Andere, wie etwa Johannes Hartinger, äußerten ebenfalls Zweifel an dem Vorhaben. Für den Ortsteil Heigenhausen bedeute der Bau eine Einwohnerzunahme um 14 Prozent, rechnete Hartinger vor. Dass das „mit Vorsicht zu genießen ist“, fand auch Wolfgang Stark. Und Peter Kaindl stellte fest: „Mir gefällt das auch nicht“. Er störe sich an der schieren Größe und nannte als weiteren Grund für seine ablehnende Haltung die zu erwartende „Lärmbelästigung“ während der „Hopfenzupf“. Kaindl sagte aber auch: „Wir werden es nicht verhindern können“.

Auf diesen Standpunkt stellte sich auch Mair. Zum einen sei noch gar nicht klar, ob das Amt für Landwirtschaft überhaupt bereit sei, eine Stellungnahme abzugeben, zum anderen verwies er auf den bereits einstimmig erteilten Vorbescheid. Auch wie das Landratsamt, das schließlich Genehmigungsbehörde sei, zu einer eventuellen Ablehnung stehe, wisse er nicht, gab Mair zu bedenken. Die Entscheidung des Gemeinderates könne ersetzt werden, machte Mair deutlich. Außerdem laufe man Gefahr, eine Zweimonatsfrist verstreichen zu lassen, falls es zu einer Vertagung komme. Womöglich sei eine Sondersitzung anzuberaumen, erklärte der Gemeindechef.

Punkte, die noch zu klären sind, denn Denk bestand auf seiner Forderung und auf Vertagung. Sein Antrag ging schließlich mit 10 zu 5 Stimmen durch.


Alexander Fischer

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