Mit dem Kran einer Wolfersdorfer Firma hievte man das Prachtstück in die Höhe.
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Mit dem Kran einer Wolfersdorfer Firma hievte man das Prachtstück in die Höhe.

Maibaumaktion

Burschenverein Wolfersdorf holt 32 Meter Normalität zurück in die Gemeinde

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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In einer gut geplanten Aktion hat der Burschenverein Wolfersdorf ein Stück Normalität in die Gemeinde zurückgeholt. Ein 32 Meter langes „Stück“, um genau zu sein.

Wolfersdorf - Corona hat den Burschenverein Wolfersdorf nicht stoppen können: „Ein kleines Stück Normalität“ wollte man laut Vorsitzendem Johannes Denk dann am 1. Mai doch noch in die Gemeinde zurückbringen. Anders ausgedrückt: Seit 1. Mai steht in Wolfersdorf ein neuer, 32 Meter hoher Maibaum, den der Burschenverein nicht nur aus der eigenen Kasse gezahlt, sondern unter strenger Einhaltung aller Corona-Regeln fast in einer Nacht- und Nebelaktion aufgestellt hat.

Die Vorbereitungen, so bilanziert Denk, haben viel Schweiß und noch mehr Nerven gekostet. „Aber das war’s wert.“ Seit Februar hat der Burschenverein überlegt und geplant, wie man den alten Maibaum umlegen und den neuen Maibaum in Zeiten wie diesen aufstellen könne. Als die Entscheidung gefallen ist, machten sich zwei Burschen am Freitag auf, um den Maibaum umzuschneiden. Zehn Leute wurden geholt, um den Baum zu transportieren – alle mit Abstand. Und zudem habe man sich bemüht, möglichst viele Geschwister – also Helfer aus einem Haushalt – für die Aktion gewinnen zu können, erzählt Denk. Dass das prachtvolle Stück in der Nacht zum Samstag geklaut wird, diese Gefahr war gering, so Denk. Erstens wurde der Maibaum von ihm bewacht, zweitens durfte wegen der Ausgangssperre eh kein anderer Verein des Nächtens nach Wolfersdorf kommen, um den Diebstahl zu begehen.

Stellten in Wolfersdorf – nach erfolgtem Schnelltest – den Maibaum auf: Marcus Taschner, Martin Taschner, Jürgen Taschner, Michael Stuber, Matthias Reiser, Dominik Reiser, Josef Seel, Martin Radlmaier, Matthias Denk, Johannes Denk, Christian Grabichler, Michael Grabichler, Thomas Festner, Hannes Sebald und Martin Heine. Nicht im Bild: Daniel Burg.

Um möglichst keine Zuschauer zu haben, die man dann eh bloß wieder wegschicken hätte müssen, hat man sich am Samstag um fünf Uhr früh getroffen. Erste Aktion: ein Corona-Schnelltest für alle Helfer. Aufgestellt wurde der Maibaum mit einem Kran der Firma Seel aus Wolfersdorf – alle Teilnehmer waren vorschriftsmäßig mit FFP2-Masken ausgerüstet. Und auch die Feuerwehrkräfte, die die Straße absperrten, kamen aus einer Familie. Um 8.30 Uhr stand das neue Wahrzeichen in Wolfersdorf.

Ein Fest? Fehlanzeige. Gemeinsam den Erfolg feiern? Fehlanzeige. Trotzdem: „Ein bisschen Normalität“ sei das für den Burschenverein und seine Helfer doch gewesen, betont Denk. Ob der Maibaum jetzt nur ein Jahr steht, wie das in Wolfersdorf normalerweise üblich ist, oder ob man ihn zwei Jahre bewundern wird, steht noch nicht fest. Mal schauen, wie die Situation 2022 ist.

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