Zahlungssäumigen Vater zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt

Ampertal - Dass eine Verletzung der Unterhaltspflicht kein Kavaliersdelikt ist, zeigte sich jetzt vor dem Amtsgericht Freising. Ein zahlungssäumiger Vater wurde zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Seit Oktober 2010 hat der 43-Jährige für seine damals 13 und 17 Jahre alten Kinder keinen Unterhalt gezahlt. Der Bub und seine ältere Schwester leben bei der Mutter in Griechenland. Kontakt zu den Kindern pflegt der im westlichen Landkreis lebende Kraftfahrer offenbar nicht. Vor dem Amtsgericht Freising musste er sich wegen Unterhaltsverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seinen Kindern seit mehr als zwei Jahren Unterhalt vorzuenthalten, obwohl er bereits von einem Gericht zu monatlichen Zahlungen verpflichtet wurde.

Bei 1500 Euro, die er als Nettoverdienst angab, liegt er 500 Euro über dem Selbstbehalt von 1000 Euro, der vom Gesetzgeber für erwerbstätige Unterhaltspflichtige festgelegten Grenze. Der Angeklagte beruft sich darauf, bis August 2008 regelmäßig seiner Verantwortung nachgekommen zu sein. „Dann bin ich arbeitslos geworden, musste zurück ins Leben finden.“ Was den nicht existierenden Kontakt zu den Kindern betrifft, sei die Ex-Frau schuld. Auf schriftliche Anfragen seiner Anwältin habe diese nicht reagiert.

Die Anklägerin bezweifelte, dass er es nicht geschafft haben will, binnen eines dreiviertel Jahres seine Ex-Frau zu erreichen. In jedem Monat, den er auf diese Weise untätig verstreichen lasse, „liegt Ihr Lohn über dem Selbstbehalt“, rechnete die Staatsanwältin vor. „Sie machen sich strafbar und der Unterhaltsrückstand wächst immer weiter an.“

Den wegen Betrugs einschlägig vorbelasteten 43-Jährigen verurteilte das Gericht zu acht Monaten, setzte die Freiheitsstrafe aber zur Bewährung aus. Besonders die Anklägerin, die elf Monate beantragt hatte, tat sich schwer, auf Bewährung zu plädieren. Obwohl der Angeklagte recht ordentlich verdient, habe er seinen Kindern nicht einmal Teilbeträge zukommen lassen. Letztendlich waren es zwei Umstände, die ihm eine Haftstrafe ersparten. Bisher war der dreifach vorbelastete Kraftfahrer bloß zu Geldstrafen verurteilt worden. Der Sprung zur Inhaftierung ohne die dazwischen liegende Bewährung bedarf einer besonderen Abwägung. Seine Kinder aber hätten am allerwenigsten davon, wenn der unterhaltspflichtige Vater im Gefängnis sitzt. Richterin Monika Stangl verpflichtete den Angeklagten, monatlich mindestens 350 Euro zu überweisen. Immer noch gut 70 Euro unter dem Satz für ein Kind zwischen zwölf und 17 Jahren. Die inzwischen 19-jährige Tochter hätte sogar Anspruch auf mehr.

Keinen Zweifel ließ Stangl für den Fall eines weiteren Verfahrens aufkommen. Bewährung sei dann unwahrscheinlich. Und bei einer Verurteilung droht stets der Widerruf der Bewährungsstrafe. (an)

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