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Zecken - die unterschätzte Gefahr

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Erwischt: Tierarzt Dr. Eduard Abele – unterstützt von Assistentin Amanda – entfernt bei Collie „Enzo“ mit der Zeckenzange einen ungebetenen Besucher. Nicht selten wechseln die kleinen Beißer von Tieren auf Menschen über. lehmann
Erwischt: Tierarzt Dr. Eduard Abele – unterstützt von Assistentin Amanda – entfernt bei Collie „Enzo“ mit der Zeckenzange einen ungebetenen Besucher. Nicht selten wechseln die kleinen Beißer von Tieren auf Menschen über. lehmann

Freising - Frühsommer ist Zeckenzeit. Die milden Winter der letzten beiden Jahre begünstigten die Ausbreitung der Spinnentiere. Ein Stich kann schwerwiegende Folgen haben, wie eine Erkrankung an Borreliose oder FSME. Was zum Schutz gegen die Blutsauger getan werden kann, erklärt Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Gesundheitsamtes in Freising - übrigens ein Risikogebiet, was Zecken-Übertragungen betrifft.

Sie lauert in Wald und Wiese, wartet auf unfreiwillige Blutspender: die Zecke. Ihr Stich ist Auslöser von Infektionskrankheiten wie Borreliose oder FSME, eine Form der Gehirnhautentzündung. Gesundheitsamt-Chef Dr. Lorenz Weigl: „Im Landkreis Freising gab es 2014 drei gemeldete FSME-Fälle.“ Allerdings habe sich mutmaßlich nur eine Person in der Region infiziert. Die übrigen Infektionen hätten ihren Ursprung nicht im Landkreis.

Seit 2013 herrscht in Bayern eine Meldepflicht für Borreliose. Würde ein Arzt eine Infektion mit dem Bakterium Borrelia zum Beispiel durch eine Wanderröte diagnostiziert, würde dies an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weitergeleitet werden, erklärt Weigl. Präventiv rät das Robert-Koch-Institut zu einer FSME-Impfung, besonders für kleine Kinder und ältere Erwachsene ab 40 Jahren. Nützlich wäre es auch für Bürger, die öfter in der Natur unterwegs sind.

„Dieses Jahr hatte ich bereits drei Patienten mit einem Zeckenstich in meiner Praxis. Borreliose musste ich 2015 glücklicherweise noch keine diagnostizieren“, sagt der Freisinger Allgemeinarzt Dr. Eckhardt Kaiser. Wer aus welchen Gründen auch immer auf eine Impfung verzichte, sollte laut Kaiser auf helle und geschlossene Kleidung achten. Ein Tipp, der aber natürlich auch für alle anderen gilt. „Bestenfalls sollte direkt nach einem Spaziergang in Wald und Wiese der Körper nach Zecken untersucht werden“, so der Mediziner weiter. Sollte es doch zu einem Stich gekommen sein, müsse die Zecke möglichst zeitnah mit einer speziellen Zange entfernt werden.

Warum dieses Thema rund um die Domstadt so akut ist? Der gesamte Landkreis Freising gehört nach Angaben der Internetseite www.zecken.de zum Risikogebiet für beide Erkrankungen. Eine unterschätzte Gefahr, die in dem Zusammenhang keinesfalls bagatellisiert werden darf, ist das geliebte Haustier. Hunde oder Katzen dienen als Wirt oder Zwischenstopp für Zecken. „Es ist nicht selten, dass Zecken vom Tier an einen Menschen übergehen“, weiß Tierarzt Dr. Eduard Abele. Die beste Möglichkeit, dem vorzubeugen, seien sogenannte Spot-On-Präparate. Abele: „Das sind Chemikalien, die auf das Genickfell des Tieres geträufelt werden.“ Aber auch Anti-Floh- und Zecken-Halsbänder seien sehr wirksam.

Fazit: Wer nicht auf Waldspaziergänge oder Picknicks verzichten will, sollte an einen ausreichenden Zeckenschutz für Mensch und Tier denken. Und um auf Nummer sicher zu gehen, ist sicherlich auch die Schutzimpfung eine Überlegung wert.

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