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Der Aschenbecher bleibt leer: Das Rauchverbot hat sich für viele Gastronomen als positiv herausgestellt.

Zehn Jahre Rauchverbot in Gaststätten  

„Der Qualm hat einen fertiggemacht“

Freising – Zehn Jahre ist es mittlerweile alt: das Gesundheitsschutzgesetz, das das Rauchen in Gaststätten untersagt. In Bayern wurde das noch strengere, totale Rauchverbot eingeführt. Für einige Gastronomen in Freising ist es ein Fluch – für andere ein Segen.

„Bei den Speiselokalen hat es noch jeder eingesehen“, betont Max Riemensperger, der Wirt des Freisinger Nachtcafés. Er selbst musste in den ersten Jahren mit Umsatzeinbußen leben. Denn: Es habe lange gedauert, bis die Gäste die Umstellung angenommen hätten. Die Harmonie und die Atmosphäre beim Weggehen sei nicht mehr so gegeben, sagt Riemensperger. In einer Gruppe gebe es ja immer Raucher und Nichtraucher. „Die einen stehen dann draußen beim Qualmen, die anderen sind drinnen.“ Als Nichtraucher könne er trotzdem diejenigen verstehen, die beim Weggehen nicht auf ihre Zigarette verzichten wollen. Für sie hat Riemensperger draußen einen extra ausgewiesenen Raucherbereich eingerichtet. Zwei Dinge stören ihn jedoch besonders: Erstens, wenn er von Gästen hört, dass sie in anderen Lokalen unerlaubterweise rauchen dürften. Zweitens gebe es inzwischen an jeder Ecke Shisha-Bars, für die das Rauchverbot nicht gilt. Und darunter leiden laut Riemensperger die anderen Gastronomen: „Ich habe Kollegen, die vorher eine gemütliche Kneipe hatten. Das Rauchverbot hat vielen Wirten das Geschäft gekostet“, betont der Nachtcafé-Chef.

Bruno Schöffmann ist Wirt der „Ceasars Palace Sportbar“in Freising und seit mehr als 30 Jahren in der Gastronomie tätig. Er ist überzeugt: „Das Rauchverbot hat mich Kunden gekostet.“ Die Gäste, die nicht qualmen, seien trotz des Rauchverbots nicht mehr geworden. Und nicht nur, dass die Raucher für ihre Zigarette hinausgehen müssen – eine andere Sache stört den Wirt ebenfalls: „Wenn die Leute vor der Tür stehen, dann ist das auch für die Nachbarn nicht angenehm.“

Doch es gibt auch Gastronomen in Freising, die das anders sehen: Reinhard Wagner, Wirt des Weißbräu Huber, ist von der Entwicklung im Laufe der vergangenen zehn Jahre überrascht. „Ich bekomme auch von den Gästen viel positive Rückmeldung“, sagt er. Zwar hätten beim Stammtisch früher viele geraucht, doch das Geschäft habe das Nichtraucherschutzgesetz nicht kaputt gemacht. „Es hat sich deshalb kein Stammtisch aufgelöst. Die Leute rauchen jetzt eben vor der Tür“, sagt Wagner, der vor sechs Jahren selbst den Zigaretten abgeschworen hat. „Der Qualm hat einen fertiggemacht, das hat richtig Energie gekostet.“ Zehn bis zwölf Stunden am Tag steht Wagner im Weißbräu Huber. Seit der Umstellung gehe es ihm und auch seinem Personal besser.

Helmut Priller, der Wirt des Et Cetera, kann da nur zustimmen: „Anfangs hatten wir Bedenken – aber es hat sich wider Erwarten als positiv herausgestellt.“ Auch ihm seien die Stammtische geblieben. Zwar sei anfangs nicht jeder Gast begeistert von der Umstellung gewesen. Doch die Raucher, die nicht auf ihre Zigarette verzichten wollen, gehen einfach vor die Tür – und die Gäste können ohne Zigarettenqualm speisen. Für Priller selbst ist die Situation auch viel angenehmer, denn: „Unsere Klamotten stinken jetzt nicht mehr so.“

Victoria Stettner

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