Katalonien: Madrid will Regionalregierung absetzen

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Vor zehn Jahren: Sturmtief Kyrill fegt über Landkreis

Zehn Jahre Sturmtief Kyrill: Festgezurrt, zugesperrt, umgeblasen

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Freising – Umgestürzte Bäume, Gerüste und Kabelbrücken – Sturmtief „Kyrill“ ließ vor zehn Jahren auch den Landkreis Freising nicht ganz ungeschoren. Die Behörden hatten schon im Vorfeld reagiert und den stürmischen 18. Januar, einen Donnerstag, anno 2007 „sturmsicher“ organisiert. Ein Rückblick.

Schulen und Kindergärten hatten zu, Stadt und Hilfsorganisationen hatten sich für den Einsatzfall bestens gerüstet. Zwar verlief laut Aussage des damaligen Pressesprechers der Feuerwehr Freising, Ulrich Kachel, die Nacht des 18. Januar für den Landkreis „glimpflich“, weil Kyrill nur mit Sturmstärke über die Region hinwegbrauste. Trotzdem gab es genug Einsätze.

Auf einen geparkten Golf an der Adalbert-Stifter-Straße in Lerchenfeld etwa war ein Baugerüst gestürzt. Wenige Meter weiter drückten die Böen an derselben Straße eine Kabelbrücke um. Und auf der Staatsstraße 2084 wurde ein Baum auf die Fahrbahn gedrückt, der von der Feuerwehr entfernt werden musste.

Umgestürzte Bäume legten auch ein Gleis der S 1 zwischen Freising und Neufahrn zur Hauptpendlerzeit lahm: Die Züge wurden zum Flughafen umgeleitet, von da ging’s mit dem Bus nachFreising . Am Abend dann wurde der Zugverkehr komplett eingestellt. Am Flughafen gab es zahlreiche Annullierungen. Genau wie an den Schulen der Stadt und im Landkreis, wurde auch in den städtischen Kindergärten zugesperrt.

Die Freisinger Verkehrs- überwacher waren am Vormittag unterwegs und unterrichteten die Geschäftsinhaber von der Vorsichtsmaß- nahme, Kleiderständer oder Plakataufsteller vom Bürgersteig zu räumen. An der damaligen Baustelle der Freisinger Bank an der B 11 wurde vorsichtshalber alles – Material und Umzäunungen – festgezurrt.

In Freising war zudem das Technische Hilfswerk in der Sturmnacht bis drei Uhr nachts im Einsatz. 44 THW’ler mussten über zehnmal ausrücken, um Bäume von Fahrbahnen zu räumen oder Bauzäune zu sichern. Insgesamt gingen laut PD Erding im Landkreis über 100 Meldungen ein. Die Zahl der Unfälle, bei denen Autofahrer aufgrund des Sturms die Kontrolle über ihren Wagen verloren, hielt sich mit acht allerdings in Grenzen. Schwerverletzt wurde niemand. So fuhr in Kratzerimbach bei Zolling ein BMW in einen Baum, der quer auf der Bundesstraße lag. Auf der Autobahn A 94 geriet ein Kleinlaster in eine Böe und krachte mit einem Pkw zusammen. In mehreren Gemeinden kam es derweil durch beschädigte Stromleitungen zu kurzfristigen Stromausfällen.

Geringe Waldschäden

„Der Schaden bleibt übersichtlich“: Laut Forstbetriebsleiter Alfred Fuchs hatte „Kyrill“ nach Ortsbegehungen der Revierleiter samt Helfern keine drastischen Auswirkungen. Im Thalhauser, Kranzberger und Wippenhauser Forst wurden rund 5000 Hektar Waldfläche inspiziert. „Erste Hilfe“ der besonderen Art mussten die Waldarbeiter am Forstabschnitt nahe des Waldfriedhofes leisten. Da war eine alte Lärche umgeknickt, hatte einen Holzzaun niedergerissen und war in die Grabreihen gefallen. Mit Motorsägen wurde der gefallene Riese zerteilt und danach abtransportiert.

Übernachtung im Zug

Julia Bönig, die heutige Citymanagerin von Freising. verbrachte die Nacht auf Freitag, 19. Januar in einem Zug am Münchner Hauptbahnhof. Die Bahn hatte Decken, Tee und Brote zur Verfügung gestellt. Immerhin bis Neufahrn kam am Sturm-Donnerstagabend Stefan Leitmeier aus Freising weiter. Er arbeitete damals in einem Münchner Sporthaus und durfte sturmbedingt eine Stunde früher Feierabend machen. Er erwischte deshalb um 19 Uhr noch eine S 1. In Neufahrn aber hieß es: Endstation. Leitmeier ließ sich damals von seinem Vater am Bahnhof abholen.

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