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Das ist der Stein des Anstoßes: Die Fläche, die ursprünglich im Einheimischenmodell auf Erbpacht vergeben hätte werden sollen, soll nach jüngster Anweisung des Ordinariats – dem Besitzer des Grundstücks – über Makler an den meistbietenden Interessenten veräußert werden.

Kirchpfleger Hans Seibold ist empört

Ärger über erzbischöfliche „Spekulation“

Für Familien benötigte Parzellen „Am Pfarranger“ hinter dem Pfarrheim sollen meistbietend versteigert werden. Das bringt Kirchenpfleger Hans Seibold in Rage.

Zolling – Seibold stand die Empörung ins Gesicht geschrieben. Auf dem Grundstück „Am Pfarranger“ hinter dem Pfarrheim hätten vier Zollinger Familien eigentlich bald ihren Wohntraum erfüllen wollen. Für das Gelände, das sich im Besitz des Erzbischöflichen Ordinariats befindet, sei jüngst der Bebauungsplan genehmigt worden, auch über die Ausschreibung sei in einer der jüngsten Gemeinderatssitzungen gesprochen worden.

Seibold habe „seinen Augen nicht getraut“, als er vor Kurzem ein Schreiben des Erzbischöflichen Baureferats erhalten habe, in dem er darüber informiert worden sei, dass die Parzellen jetzt gegen Gebot versteigert werden sollen. Ein Makler werde beauftragt, die Fläche zu vermarkten. Den Zuschlag bekomme der jeweils meistbietende Bewerber. „Da habe ich mich hingesetzt und einen geharnischten Brief zurückgeschrieben“, sagte der Zollinger Kirchenpfleger, der seinen Ärger nicht verbergen konnte. Ärger vor allem auch darüber, weil er seit vielen Jahren „angeschoben“ habe, eine Erschließung des Areals voranzutreiben. Seiner Auffassung nach sei dies seitens der Gemeinde nicht vehement genug verfolgt worden. Bereits vor drei Jahren habe er die Erschließung im Gemeinderat angeregt. Dass jetzt die erzbischöfliche Finanzkammer „spekuliere“, das schlage dem Fass den Boden aus. Seibold ist sich sicher: „Wenn das so eintritt, dann gibt’s Krieg.“

Noch etwas stößt dem Kirchenpfleger sauer auf. Bereits im Jahr 2011 habe man im erzbischöflichen Baureferat den Antrag zur Außensanierung der Zollinger Pfarrkirche St. Johannes gestellt. Dies sei auch im Hinblick auf die anstehende 1275-Jahr-Feier der Gemeinde Zolling im Jahr 2019 erfolgt. Schließlich wolle man anlässlich dieses großen Festes die Kirche in einem sauberen Zustand präsentieren. Die Sanierung müsste im nächsten Jahr über die Bühne gehen. Doch wie es aussehe, werde da wohl nichts daraus. Denn ein weiteres Schreiben von höchster kirchlicher Stelle habe ihn unlängst informiert, dass das Ordinariat seine kirchlichen Bauten in der gesamten Diözese neu bewerten möchte.

„Im Klartext heißt das, dass die Sanierung wahrscheinlich noch länger auf sich warten lassen wird“, meint Seibold. Jetzt hofft die Kirchenverwaltung, Unterstützung durch Weihbischof Bernhard Haßlberger zu bekommen, der seinen Besuch in der Zollinger Pfarrei St. Johannes für den 3. Juli angekündigt hat.


Maria Martin

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