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BBV-Info-Tour zu einer außergewöhnlichen Pflanze: (v. l.) Gerhard Stock (BBV-Geschäftsführer), Andreas Riesch (Landwirt aus Palzing), Ralf Brodmann (Firma „Donau-Silphie“), Georg Radlmaier (BBV-Kreisobmann), Elisabeth Mayerhofer (BBV-Kreisbäuerin) und Johann Jositz (Vorsitzender des Kreisverbands der Bienenzüchter).

Landwirt entdeckt Durchwachsene Silphie für sich und seinen Hof

Alternative zu Mais: In Palzing macht gelb blühende Umweltschützerin Insekten glücklich

Ein Landwirt aus Palzing hat für sich, seinen Hof und seine Biogasanlage eine umweltfreundliche Alternative zu Mais entdeckt. Der BBV war auf seinem Hof und klärte über die Pflanze auf. 

Glücklich über seine Entscheidung, die ökologisch wertvolle Durchwachsene Silphie als Alternative zu Mais anzubauen, ist der Palzinger Landwirt Andreas Riesch. Die Pflanze bietet unzählige Vorteile.

Palzing Am Ortsausgang von Palzing in Richtung Kirchdorf wiegt sich ein leuchtend gelbes Blütenmeer. „Durchwachsene Silphie“ heißt die mehrjährige Pflanze, die aus Nordamerika stammt, bis zu drei Meter hoch werden kann und ganz viele ökologische Vorteile bringt. Landwirt Andreas Riesch hat sich mit dem Anbau der Energiepflanze auf neue Wege gewagt.

Am Dienstag erklärte er, warum er damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leistet. 110 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet der Familienbetrieb in Palzing insgesamt. Schon lange bevor das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gestartet wurde, hat sich Riesch Gedanken gemacht, wie man einen Vollerwerbsbetrieb auch ökologisch und hinsichtlich der Artenvielfalt nachhaltig bewirtschaften kann.

Umweltfreundliche Alternative zu Mais

In seiner Biogasanlage am Hof hatte er bis dato ausschließlich Mais zu Methan vergoren. Dass es dazu eine Alternative gibt, eine mehrjährige Pflanze mit dem etwas sperrigen Namen Durchwachsene Silphie erfuhr er vor etwa vier Jahren. Riesch überzeugten die Vorteile. Nachhaltiger Humusaufbau, Bindung von Kohlendioxid in der Luft, weniger Erosionsgefahr, Grundwasserschutz und nicht zuletzt Nahrung für Bienen und Insekten in der Blütezeit von Juni bis September: alles Schlagwörter, die der Durchwachsenen Silphie zugeschrieben werden und die den umweltbewussten Landwirt aufhorchen ließen.

Weil Riesch mit gutem Beispiel vorangehen wollte, bezog er Samen und Know-How für den Anbau von einer Firma aus Oberschwaben, die sich auf erneuerbare Energiequellen in der Landwirtschaft spezialisiert hat. Das war 2017.

Bis zur ersten Ernte, die jetzt Ende August ansteht, war Geduld angesagt. Im ersten Jahr habe die Pflanze lediglich als Untersaat im Mais gedient. „Da gab es noch keinen Ertrag“, erinnert sich der 34-Jährige. Man müsse die Silphie als längerfristige Investition betrachten. Denn anders als beim Mais, müsse die Pflanze nicht alle Jahre neu angesät werden, sondern bleibe bis zu 20 Jahren stehen. Das trage zu einem hohen Humusaufbau in der Erde bei, erläuterte der Landwirt: Fünf bis acht Tonnen pro Hektar und Jahr seien das. Damit könne Kohlendioxid in der Luft gebunden werden. Aktiver Umweltschutz also – Hochwasserschutz inbegriffen.

Denn in Hanglagen, die im Ampertal einen großen Teil der landwirtschaftlichen Fläche einnehmen, verringere hoher Humusanteil im Boden die Erosion durch Wind und Starkniederschläge

Die Durchwuchsene Silphie ist insektenfreundlich

Mehrgewinn bringe die Pflanze vor allem auch für Bienen und andere Insekten, sagte Josef Jositz, Vorsitzender der Bienenzüchter im Kreisverband Freising. Die Blüte von Juni bis September falle in eine Zeit, in der die Bienen bedingt durch den Klimawandel wenig Tracht fänden. Die Blüten der Silphie seien willkommener Zusatznektar und eine wichtige Pollenquelle für die fleißigen Honigsammler. „Das macht sich im Frühjahr bemerkbar“, erklärte Jositz. Die Bienenvölker seien gesünder. Auf drei Feldern hat Riesch die Durchwachsene Silphie derzeit angebaut.

Ein Hochsitz neben dem Feld direkt neben der Kreisstraße 2054 soll die Vorbeifahrenden über die Kulturpflanze informieren. Radfahrer zum Beispiel, die manchmal den Mittelfinger zeigten, wenn der Bauer mit dem Güllewagen unterwegs sei, sagte Ralf Brodmann, der für die Firma Donau-Silphie bei dem Vor-Ort-Termin dabei war.

Hier bekämen die Menschen ein ganz anderes Bild von den Landwirten vermittelt. Nämlich das, dass man gemeinsame Werte habe, und Verbraucher und Landwirte durchaus auf Augenhöhe seien.

Maria Martin


Viele Gemeinden werden aktiv für den Insektenschutz.


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