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Hebt an: Unser Bild zeigt die Aufbauarbeiten zum Riesen-Spektakel 2004. Seinerzeit gab es nur ein Zelt, inzwischen wurde um ein zweites erweitert.

Ampermania in Palzing

Die „Mutter aller Feste“ wird 20

Sie nennen sie „die Mutter aller Feste“. Und tatsächlich war die „Ampermania“ des Spielvereins Ampertal Palzing eine der ersten Zeltparties im Landkreis. Mittlerweile hat sie Kultstatus erreicht und feiert heuer ihr 20. Jubiläum. 

Palzing – Immer am Tag vor Fronleichnam findet das große Fest auf den Wiesen vor dem Sportheim des Spielvereins statt. Die ursprüngliche Idee von Mitbegründer Mike Eisler, das Fest aufgrund des Zeitpunkts „Happy Kadaverparty“ zu nennen, hat man aber schnell wieder verworfen. Schließlich will man niemanden verletzen, sondern mit dem großen Fest Jung und Alt einen amüsanten Abend bescheren.

Und das gelingt schon seit der ersten Veranstaltung im Jahr 1998. Den Erfolg kann Johann Ziegltrum belegen. Er ist seit 27 Jahren Schriftführer des Vereins. Im Protokoll der Jahreshauptversammlung vom Januar 1999 findet er das Resümee des damaligen Vorsitzenden Franz Xaver Maier: „Dieses Fest war ein absoluter Volltreffer. Meiner Meinung nach darf man feststellen, dass unser Angebot bei vielen Leuten Anklang fand.“

Daran hat sich seither auch nichts geändert. Ganz im Gegenteil. Die „Ampermania“ ist zu einem Fixpunkt für alle Partyfreunde im Landkreis geworden. „Der Termin gehört uns mittlerweile exklusiv, die anderen Vereine nehmen da auf uns Rücksicht“, sagt Sandra Redl, die seit neun Jahren in die Organisation involviert ist. Mit dieser Party-Institution zu konkurrieren, wäre offengestanden auch schwierig. Heuer hat man sich das Fest in einer Größenordnung von 2500 Menschen genehmigen lassen. Mit zunehmender Bekanntheit stieg natürlich auch der Aufwand. Wobei: „Das Fest war und ist ein Kraftakt für den Verein“, weiß Ziegl-trum. Aber eben auch eine wichtige Einnahmequelle, um die Vereinsarbeit weiter garantieren zu können.

Die Vorbereitungen für die große Jubiläumssause laufen auf Hochtouren. Mit-Organisatorin Sandra Redl und Vereinsschriftführer Johann Ziegltrum können es kaum erwarten.

Aus einem Zelt mit DJ sind inzwischen zwei Zelte geworden. Denn seit sich die Vorschriften geändert haben, muss man für Veranstaltungen dieser Art einen nachvollziehbaren Grund vorlegen. Livemusik ist so ein genehmigungsfähiger Grund. Deshalb spielt seit 2013 eine Band im zweiten Zelt. Was sich anfangs als Schwierigkeit für den Verein darstellte, sieht man mittlerweile positiv. „Wir sprechen damit jetzt viel mehr Leute aus unterschiedlichen Generationen an“, hat Redl festgestellt. Letztlich hat das also zu einer Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee beigetragen.

Dass das Fest in dieser Größenordnung gelingen kann, dafür braucht es aber die Mithilfe aller. Waren es in den Anfangszeiten fünf Spieler, die sich um die Organisation kümmerten, besteht das Team heute aus elf Leuten. Hinzu kommen noch weit über 100 Helfer. Und auch hier stehen Alt und Jung Seite an Seite. „Die Älteren unterstützen uns beim Auf- und Abbau der riesigen Zelte und stehen uns mit ihrer Erfahrung zur Verfügung“, sagt Redl. Und auch das Dorf akzeptiert den Ausnahmezustand. „Es gibt kaum Beschwerden von den Anwohnern“, sagt Redl und betont, wie dankbar man über diese Akzeptanz ist.

Die Vorfreude auf die „Ampermania 2017“ ist jetzt schon spürbar. Das musikalische Team ist altbewährt: DJ Enargy und die Band „Peter Voice & Samuel String“ werden am Mittwoch, 14. Juni, ab 20 Uhr die Zelte zum Wackeln bringen. Der Eintritt kostet sechs Euro – der Preis ist übrigens schon seit Jahren stabil. Und der Bierpreis ist über die Jahre sogar gefallen. Wenn das mal nicht Lust auf einen Besuch in Palzing macht.

Claudia Bauer

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