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Von zart bis erfüllend: Die Musiker um Bärbel Matos Mendoza verzauberten das Publikum in der Oberappersdorfer Kirche.

Kirchenkonzert in Oberappersdorf

Ausnahmemusiker

Man merkt es immer wieder: Bärbel Matos Mendoza hat Ideen. Die Musikerin liebt das Experimentieren und das Arrangieren von bekannten Kompositionen. Eine reizvolle Aufgabe war es auch, das herbstliche Festkonzert zusammenzustellen, zu dem die Organistin in die Kirche Oberappersdorf lud.

OberappersdorfRenommierte Musiker erfreuten die Kirchengemeinde mit Werken von Georg Philipp Telemann, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Léo Delibes, Antonín Dvorák,Gioachino Rossini.

Die kammermusikalische Besetzung mit Ursula Billig-Klafke (Violine, Viola), Rosa Lucia Matos Mendoza (Violine), Martin Matos Mendoza (Violoncello), Veronika Maginat (Violine, Sopran), Johannes Rothascher (Viola, Bariton) wurde ergänzt mit Querflöte (Hans Billig) und Blockflöte (Marie Erndl). Gleich zu Beginn durften die beiden Flöten miteinander wetteifern. Agil und sanft gaben sie in der Ouvertüre zur Suite in e-moll von Georg Philipp Telemann den Ton an und ließen ihre Instrumente herzergreifend seufzen. Der Herbst, so hatte Bärbel Matos Menoza eingangs erklärt, stehe als Thema über dem abendlichen Festkonzert.

Mozarts zarte Klänge

Das zarte „Laudate Dominum“ von Wolfgang Amadeus Mozart, eines der bekanntesten Stücke der Kirchenmusik, war im Anschluss zu hören. Und hier kamen auch die schönen Stimmen des Kirchenchor St. Georg in Oberappersdorf zum ersten Mal zum Einsatz. Die weitgespannte Melodie wurde vom schwebenden Sopran (Veronika Maginot) angestimmt, dann vom Orchester und dem Gemeindechor aufgegriffen. Konzentriert und äußerst diszipliniert wechselten die Musiker, je nach geforderter Besetzung, ihre Plätze im Altarraum. Wie schön, als sich dann beim ersten Satz des Mozart-Violinkonzertes Nr. 3 G-Dur die untergehende Sonne auch noch im Altarraum verabschiedete, als sie die farbigen Muster des Regenbogens an die weiß getünchten Wände zeichnete.

Wunderbares Duett

Solistin Rosa Lucia Matos Mendoza bewältigte das Allegro gewohnt souverän. Zum wundervollen Duett stimmten die beiden Solisten Veronika Maginot (Sopran) und Johannes Rothascher (Bariton) im „Recordare“ der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi an.

Die Blätter fallen

Klänge, die berühren: Einen unvergesslichen Abend in der Kirche erlebten die Zuhörer des Herbstkonzerts.

Der italienische Komponist der Romantik komponierte das Requiem anlässlich des Todes des von ihm verehrten Dichters Alessandro Manzoni.

„Die Blätter fallen, fallen wie von weit“, besang der Kirchenchor ein von Bärbel Matos Mendoza vertontes Gedicht des deutschen Dichters Rainer Maria Rilke. Das „Agnus dei“ von Léo Delibes in einer Bearbeitung von Matos Mendoza folgte. Nach den „Bagatellen“ für zwei Violinen, Cello und Harmonium von Antonín Dvorák, erklang das „Qui tollis“ aus der Petite Messe solennelle“ von Gioachino Rossini, ebenfalls in einer Bearbeitung von Matos Mendoza.

Nachdem das „La Caritá“ für dreistimmigen Frauenchor schließlich verklungen war, spendete das begeisterte Publikum ganz zu Recht stehende Ovationen für die Ausnahmemusiker in Oberappersdorf. Maria Martin

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