Zollings Bürgermeister Helmut Priller stellte vor kurzem ein Luftreinigungsgerät in der Zollinger Schule vor.
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Zollings Bürgermeister Helmut Priller stellte vor kurzem ein Luftreinigungsgerät in der Zollinger Schule vor.

Gemeinderat kauft 15 Geräte

Beschlossene Sache: Luftreiniger für Zollings Kitas

  • Andrea Beschorner
    VonAndrea Beschorner
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Auch wenn der Gemeinderat nicht bis ins Detail überzeugt davon ist: In Zolling werden Luftreinigungsgeräte für die Kitas angeschafft.

Zolling - Luftreinigungsgeräte werden vom Zollinger Gemeinderat nicht als absolute Heilsbringer gesehen, das wurde in der Sitzung am Dienstag schnell deutlich. Was sich aber auch klar abzeichnete, war die mehrheitliche Meinung: „Kaufen müssen wir sie trotzdem“, wie etwa Bernd Hoisl (ÜWG) sagte. Nachdem der Schulverband bereits eine Sondersitzung noch vor den Sommerferien anberaumt hat, in der entschieden wird, ob die Grundschulen sowie die Mittelschule in der Verwaltungsgemeinschaft mit solchen Geräten ausgestattet werden, lag es in der jüngsten Sitzung allein in den Händen der Gemeinderäte, über Luftreinigungsgeräte in den Kindertageseinrichtungen zu entscheiden.

Für die Schule hat die VG Zolling bereits ein Gerät für einen Testbetrieb angeschafft, wie Bürgermeister Helmut Priller (UBZ) berichtete. Im Schulverband sei auch schon lange und breit über die Kosten und die Sinnhaftigkeit solcher Anlagen diskutiert worden (wir haben berichtet). „Die Geräte reinigen die Luft nicht nur vor Viren, sondern sie wälzen die Luft auch um“, erläuterte Priller. Das Gerät ziehe also die verbrauchte und eventuell mit Viren belastete Luft quer durch den Raum an – vorbei an den Kindern. „Über die Sinnhaftigkeit möchte sich bitte jeder selbst Gedanken machen“, sagte der Bürgermeister.

Man dürfe jedoch nicht außer Acht lassen, dass immer mehr Eltern auf die Gemeinde zukommen und solche Geräte einfordern. „Ich weiß nicht, was die uns erzählen, wenn wir nicht bereit sind, dafür Geld in die Hand zu nehmen“, sagte Priller, dessen Bilanz zum Förderprogramm der Staatsregierung er als Schnellschuss bezeichnete: „Gut gedacht, schlecht gemacht“, so sein Fazit. Denn aktuell könne keiner sagen, ob die teure Investition in diese Geräte am Ende die Garantie dafür sei, dass die Kindergärten – um die es am Dienstag ausschließlich ging – verbindlich nicht mehr in die Notbetreuung müssten, sobald die Inzidenz steigt.

„Es hat sicher Sinn, umsonst werden die Geräte doch nicht gefördert“, sprach sich Karlheinz Wolf für die Luftreinigungsgeräte aus. Andrea Bachmaier (CSU) beleuchtete das Thema aus der Sicht einer Krankenschwester: „Die Masken und Filtergeräte sind eine Katastrophe für das Immunsystem der Kinder.“ Sie schickte ein großes Aber hinterher: „Wir dürfen auf keinen Fall riskieren, dass die Kinder wieder ein Jahr nicht in die Schule gehen können.“

Die große Frage sei laut Manfred Sellmaier: „Gibt es eine Alternative?“ Und weil dem wohl nicht so sei, sollte die Gemeinde – auch wenn alles noch ein wenig unausgegoren sei – den Geräten für Kindertageseinrichtungen zustimmen.

Manuela Flohr (UBZ), die als Lehrerin an der Grundschule bei dem Test dabei war, berichtete von einem beständigen Surrton, den sie aber nicht als störend empfunden habe. Sie sprach aber auch von einem „beständigen Luftzug“, der einem schon das Gefühl gebe „wenn einer hustet, werden die Viren erst einmal durch den Raum gezogen, ehe die Luft gereinigt wird“.

Drei stimmten gegen die Anschaffung

„Ich würde noch warten – wenn die Eltern Druck machen, müssen wir das auch mal aushalten“, sagte Karl Toth (UBZ). 2. Bürgermeister Gottfried Glatt pflichtete ihm bei: „Ich würde auch noch warten, aber falls wir es heute beschließen sollten, müssen wir intensiv schauen, welches Gerät für welchen Raum das optimale ist.“ Priller kündigte an, sich auf jeden Fall fachliche Unterstützung zu holen. „Es gibt kein Einheitsgerät, das überall passt. Wir müssen uns da beraten lassen.“ Am Ende wurden die Geräte für die Kindertageseinrichtungen mit drei Gegenstimmen beschlossen – 15 Stück für insgesamt rund 62 000 Euro. Der Staat übernimmt die Hälfte der Kosten.

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