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Viele Zahlen und noch mehr Fakten hatte Zollings Bürgermeister Max Riegler mit in die Bürgerversammlung gebracht. 

Bürgerversammlung

Von verpassten Chancen und viel Arbeit: Das steht in Zolling heuer an 

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In der Zollinger Bürgerversammlung gab Gemeindechef Max Riegler einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten im vergangenen Jahr. Und auch heuer steht in einiges an. 

Zolling – Wie vielseitig die Aufgaben einer Gemeinde sind, davon bekamen die Besucher der Bürgerversammlung in Zolling einen Eindruck. Gemeindechef Max Riegler gab einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten, Investitionen und Planungen der Gemeinde im vergangenen Jahr. Und natürlich hatte man die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Zum Beispiel, was in Zolling zukünftig an seniorengerechtem Wohnen geplant ist. Ein Seniorenheim gibt es in Zolling bereits. Es ist vor allem auf Pflege ausgelegt. Aber eine Möglichkeit, mit Unterstützung so lange wie möglich selbstständig zu sein, fehlt im Ort bislang. Projekte wie Betreutes Wohnen oder ein Mehrgenerationenhaus, wie es jetzt in Kranzberg umgesetzt wird, seien wünschenswert, findet Josef Wiesheu.

Betreutes Wohnen

Der Flitzinger nutzte die Gunst der Stunde und fragte ganz direkt: „Wie sieht’s da in Zolling aus?“ Die Pfarrgrundstücke hätten sich für ein solches Projekt gut angeboten. „Da hat die Gemeinde eine Chance vertan“, sagte Wiesheu. Man habe sozialen Wohnungsbau damals angeregt, bezog Riegler Stellung. „Aber die Kirche hat anders entschieden.“ Das Ordinariat wollte dort eine Wohnbebauung. Ein Verkauf der Grundstücke an die Gemeinde war vonseiten der Kirche damals ebenfalls nicht gewünscht. „Wir kommen an zu wenig Bauflächen“, fasste Riegler das Problem in Zolling zusammen. Gäbe es Baugrund, sei es durchaus erstrebenswert, ein solches Betreutes Wohnen zu schaffen. In naher Zukunft sehe er dafür aber wenig Chancen. Und die Bausummen für solche Projekte wie in Kranzberg – rund 7,2 Millionen Euro – seien auch nicht ohne, fügte er an. Ob es erstrebenswert sei, einen privaten Investor ins Boot zu holen, der an diesem Projekt Geld verdienen will, hielt er für fragwürdig. „Aber sobald Bauland da ist, sehen wir uns zu dieser Aufgabe verpflichtet“, schloss er die Diskussion.

Neues Bauland

Zumindest in Flitzing gibt es neues Bauland. Sieben Parzellen im „Schlossfeld II“ liegen in gemeindlicher Hand. Diese werden nun nach dem neuen Einheimischenmodell vergeben und sind damit beinahe um die Hälfte günstiger als der in einem Gutachten bezifferte Verkehrswert von 460 Euro pro Quadratmeter. „Der Gemeinde geht es gut, wir müssen uns nicht über Grundstücksverkäufe sanieren“, erklärte Riegler den Grundstücksverkauf zum Selbstkostenpreis von 250 Euro pro Quadratmeter. Auch in Thann hat ein Verfahren begonnen. Das Baurecht für vier Parzellen soll hier geschaffen werden.

Wasser und Abwasser

Das Jahr 2018 stand allerdings vor allem im Zeichen des Wassers – besser gesagt, des Abwassers. Riegler gab noch einmal einen Überblick über den Neubau der Kläranlage Appersdorf sowie der Sanierung der Kanäle in Palzing und Oberappersdorf. Die Arbeiten in Oberappersdorf seien abgeschlossen – und zwar schneller als geplant. In Palzing werden die Maßnahmen noch bis 2020 dauern.

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Und auch heuer wird Wasser die Gemeinde weiterhin beschäftigen. Das Pumpwerk im Ortsteil Flitzing wird modernisiert, die Kläranlage in Zolling muss erweitert werden, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Neben Investitionen in Versorgungsgrundlagen wie Straßen und Wasser gibt die Gemeinde ihr Geld auch für das gesellschaftliche Leben und für den Nachwuchs aus.

Schulen und mehr

Rund 170.000 Euro investierte die Gemeinde in Kultur, Soziales und Sport im vergangenen Jahr, für den Kindergarten „Kleine Strolche“ waren es beinahe 400 000 Euro. Nicht zu vergessen die Umlage an den Schulverband, der jetzt mit dem neuen Schulgebäude ausreichend Platz für modernes Lernen zur Verfügung stellen kann. Kanalprüfungen, Instandhaltung von Wegen und Straßen, die Pflege des Gemeindewaldes sowie von Bachläufen und Gräben – man habe als Gemeinde immer mehr Aufgaben, als man bewältigen könne. Deshalb sei man auf ein gutes Team angewiesen, sagte Riegler zum Abschluss und dankte seinen Mitarbeitern. „Wir brauchen gutes Personal, damit wir unseren Bürgern guten Service bieten können.“

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