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Am Hang mit Weitblick ins Ampertal genießen sowohl die Ziegen als auch ihr Besitzer Stefan Mayr die Aussicht. Nebenbei aber wird noch eine sehr wichtige Arbeit verrichtet: Die „Mahd“ der wild wuchernden Brombeeren. 

Landschaftspflege mit Ziegen

Da gibt’s nichts zu meckern: Wo Tiere die Landschaftspflege übernehmen

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Wo schweres Gerät in der Landschaftspflege versagt, kommen damals wie heute Tiere zum Einsatz. Wie am weißen Hang in Palzing, wo eine Ziegenherde den Fall übernimmt. Das Projekt war einen Stopp auf der jährlichen Landkreisfahrt des Landschaftspflegeverbands wert.

Ampertal – Die Landschaft zu pflegen und zu erhalten, Synergieeffekte zu schaffen zwischen Landwirten, Jägern, Gemeinden und Naturschutzverbänden – das ist das erklärte Ziel der Arbeit des Landschaftspflegeverbands. Ausgleichsflächen sind da ein wichtiges Thema. Die standen im Fokus der jährlichen Fahrt durch den Landkreis, bei der Geschäftsführer Matthias Maino Interessierten Vertretern aus den verschiedenen Bereichen fünf aktuelle Projekte vorstellte. Heuer im Fokus: die Kleintierhalter.

Sie leisten laut Maino einen wichtigen Beitrag hinsichtlich Landschaftspflege und bieten große Chancen. Aber sowohl der Flächenschwund, als auch die aufwändigen Genehmigungsverfahren sind Steine auf diesem Weg. Mainos Wunsch wäre, die Kleintierhalter mehr einbinden zu können in dieses Vorhaben.

Gelungen ist das zum Beispiel mit Stefan Mayr aus Thalhausen. Er hat eine Ziegenherde, die seit vergangenem Jahr in Palzing bei Zolling einen völlig verwucherten Hang sauber hält. Will heißen: Die Tiere fressen Brombeeren, die sich zu einer regelrechten Plage auswuchsen. Maino ist von dem Projekt und dem Erfolg hin und weg, deshalb war ein Stopp bei den Ziegen auf der Rundfahrt obligatorisch.

Es ist ein idyllisches Plätzchen am weißen Hang mit weitem Blick in das Ampertal hinein. Als Mayr im vergangenen Jahr den Hang erstmals sah, war er überrascht. Brombeeren hatten das Regiment vollkommen übernommen. „Das war brutal, so was habe ich noch nicht gesehen“, berichtete Mayr den Gästen. Mit 30 seiner 65 Tiere hat er sich das Gelände vorgenommen und von dem wuchernden, störrischen Gewächs freigemäht.

Die „Landschaftspflegeherde“, wie Maino die Truppe nennt, ist in diesem Fall Gold wert. Denn mit Maschinen könnte man den Steilhang kaum befahren. Ganz abgesehen davon, dass solch schweres Gerät laut Maino auch oft problematisch sei für die Tier- und Pflanzenwelt. Die kletterfreudigen Ziegen jedoch „mähen“ leise und umweltschonend und fühlen sich in Palzing auf ihrem Aussichtspunkt sichtlich wohl. Es duftet nach kühler, würziger Waldluft, nach warmem Heu und frischem Gras. Gemütlich liegen die Tiere im Schatten, am frühen Nachmittag ist es ihnen zu heiß zum „arbeiten“. „Sie können hier selbst entscheiden, wann sie fressen“, erklärte der Besitzer, der seine Tiere so lange wie möglich im Freien lässt. Denn: „Im Stall werden sie so faul, vor allem die Buam“, sagte er lachend.

Die Maßnahme kommt in diesem Fall der Gemeinde Zolling zugute, die den Hang als Ausgleichsfläche ausgewiesen hat. Über den Landschaftspflegverband kamen die Kommune und der Ziegenhalter zusammen, um jetzt gemeinsame Sache zu machen. Und langfristig wird auch die Bevölkerung spürbar etwas von der Maßnahme haben. Wenn die Hangkante einmal richtig frei ist, könnte dort zum Beispiel für Wanderer und Spaziergänger eine Bank aufgestellt werden.

Bis dahin haben die Ziegen aber noch etwas Arbeit vor sich. Immerhin, mittlerweile wachsen auch wieder Brennnesseln und andere Pflanzen zwischen den Brombeeren, aber ein zweiter Mäh-Einsatz im Herbst steht noch an. So einfach sind Brombeeren nämlich nicht klein zu kriegen.

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