Der landwirtschaftliche Engel des Freisinger Maschinenrings: Peter Fink (links) erhielt den „Betriebshilfe Award“ von Rainer Pflügler.
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Der landwirtschaftliche Engel des Freisinger Maschinenrings: Peter Fink (links) erhielt den „Betriebshilfe Award“ von Rainer Pflügler.

Seltene Auszeichnung: Peter Fink geehrt

Der rettende Engel für die Landwirte: Maschinenring Zolling überreicht den Betriebshilfe Award

  • vonNico Bauer
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Er springt ein, wenn Not auf einem Bauernhof herrscht, wenn ein Landwirt ausfällt. Jetzt wurde Peter Fink eine besondere Ehre zuteil.

Oberzolling - Betriebshelfer sind da, wenn es lichterloh brennt. Bei Ausfällen von Landwirten durch Krankheit oder Verletzungen stellt der Maschinenring Ersatz für einige Wochen, damit der Betrieb weitergehen kann. Peter Fink aus Ilmmünster (Landkreis Pfaffenhofen) übt die Aufgabe seit 2016 aus und war schon auf vielen Höfen im Landkreis Freising der Retter in der Not.  bekam er nun den „Betriebshilfe Award“ des Bundesverbands der 236 Maschinenringe.

Der in Oberzolling sitzende Maschinenring Freising holte den Preis erstmals in den Landkreis. Mit dem Preis, der jedes Jahr deutschlandweit nur dreimal vergeben wird, wird die Lebensgeschichte von Peter Fink ausgezeichnet.

Nach einer Bandscheiben-OP stellte er alles auf den Prüfstand

2016 war das Jahr der Änderung. Der Landwirt betrieb Ackerbau und hatte 70 Milchkühe, als ihn eine Bandscheibenoperation außer Gefecht setzte. Die beiden Söhne hatten kein Interesse an der Hofübernahme, und so entschied Peter Fink mit seiner Frau Rosa, die Tierhaltung aufzugeben – der eigene Hof wurde vom Haupt- zum Nebenerwerb umfunktioniert. In dieser Zeit fällte der heute 61-jährige Fink die Entscheidung, sich als Betriebshelfer beim Freisinger Maschinenring anzubieten. „Es passiert nur ganz selten, dass ein so erfahrener Landwirt wieder als Betriebshelfer anfängt“, sagt Patrick Fischer vom Bundesverband der Maschinenringe. Peter Fink habe seine Erfahrung eingebracht und vielen Betrieben aus existenziellen Notlagen herausgeholfen.

Auf 42 verschiedenen Höfen habe er bislang ausgeholfen, erzählt Fink. Er habe dort gearbeitet, Tipps gegeben und viele Familieninternas angehört. Morgens und abends hat er seinen Job auf den Betrieben mit Tierhaltung professionell erledigt. In der Regel wird der Betriebshelfer von der Krankenkasse oder der Berufsgenossenschaft übernommen. Doch eine besondere Freude kann man Peter Fink machen, wenn man ihm zum Abschied eine Torte schenkt.

Patrick Fischer betont, dass dieser „Engel“ des Freisinger Maschinenrings unschätzbar wertvoll ist: „An sein Wissen und seine Erfahrung kommt kein junger, studierter Landwirt heran.“

Der Abschied von den landwirtschaftlichen Betrieben fiel ihm oft schwer

Stolz berichtet Peter Fink, dass durch sein Aushilfsengagement Freundschaften entstanden sind und er zu vielen Betrieben noch heute Kontakt hat. Oftmals ist er auch mit Wehmut gegangen, wenn ihm Familien ans Herz gewachsenen sind. Und er kann auch Anekdoten erzählen wie die von einem Landwirt, der ihn nach einer Frau fragte. In dem Fall konnte Peter Fink nicht helfen: „Er hätte gerne eine 25-Jährige gehabt und ich kannte von den Höfen nur eher die älteren Frauen.“

Der erfahrene Landwirt ist heute ein glücklicher Mensch, weil er sich nicht wie viele andere Landwirte aufarbeitet, bis der Körper nicht mehr mitmacht. „Ich arbeite jetzt drei Stunden morgens und abends“, sagt Fink, „dazwischen kann ich mich erholen oder mich um die eigene Landwirtschaft kümmern.“ Er und seine Frau sind überzeugt, mit dem Schritt zurück auf dem eigenen Hof genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Rainer Pflügler vom Freisinger Maschinenring hatte den Antrag gestellt und freute sich mit einem verlässlichen Betriebshelfer über eine Auszeichnung, die nur ganz selten verliehen wird. Der Maschinenring Freising hat aktuell einen Pool mit zwei festangestellten Dorfhelferinnen, einem selbständigen Betriebshelfer und rund 30 Ersatzkräften wie Peter Fink, die Betrieben in Notlagen für eine Übergangszeit helfen. Der Maschinenring nimmt immer gerne neue Helfer in diesen Kreis auf.

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