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Sorgte für den musikalischen Rahmen des Festzugs: das Blasorchester des Musikvereins Zolling unter der Leitung von Markus Fichtner.
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Der große Festzug aller Vereine und Ehrengäste führte durch Zolling bis zum Rathaus-Vorplatz, wo dann schließlich gemeinsam gefeiert wurde.
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Bürgermeister Max Riegler dankte in seiner Festansprache den Organisatoren des Jubiläumsjahrs.
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Den Festgottesdienst feierten die Zollinger Bürger, Vereinsvertreter und Ehrengäste unter freiem Himmel auf der großen Wiese am Eisgruber-Gelände.

Zollinger geben ihrem Gemeindejubiläum einen würdigen Rahmen

Zolling feiert ganz groß: Zusammenhalt und Identität seit 1275 Jahren bewahrt

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Ein selbstbewusste Gemeinde vor den Toren Freisings feierte am vergangenen Wochenende ein ganz großes Jubiläum: 1275 Jahre Zolling.

Zolling – Wie es sich für eine oberbayerische Bilderbuchgemeinde gehört, kam das ganze Dorf samt Ehrengästen morgens zum großen Festgottesdienst zusammen. Den feierte man unter freiem Himmel auf der großen Wiese am Eisgruber-Gelände. Kein großes Tamtam, keine kitschige Deko, keine ermüdend langen Reden – nein, die Zollinger haben den offiziellen Teil des Festsonntags feierlich, aber bodenständig gestaltet. Gerade deshalb hatte das Fest seinen ganz besonderen, ehrlichen Charme.

Auf einer kleinen, mit bunten Blumen geschmückten Altar fanden Pater Ignatius, Pater Christopher und die Minstranten Platz, um mit den zahlreichen Gästen den Gottesdienst zu feiern. Der Begriff Heimat stand dabei im Mittelpunkt: ein Ort, der die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse nach Überschaubarkeit, nach Sicherheit, nach Gemeinschaft und Selbstverwirklichung erfülle.

Engagement ist ein Schatz

„Aber Heimat fällt mir nicht in den Schoß“, mahnte der Pater. Man müsse sie sich aneignen, sich selbst „beheimaten“. „Das ist ein Lebensprozess, vielleicht sogar eine Lebenskunst“, sagte er. So etwas könne nicht im luftleeren Raum stattfinden, sondern müsse seinen Weg in den Alltag finden. So wie an diesem Festsonntag und im ganzen Jubiläumsjahr, das zahlreiche Vereine mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen gestaltet haben und noch werden.

„Es ist ein Schatz, wenn sich Menschen für ihren Ort und seine Menschen engagieren“, betonte der Geistliche und der Gewinn liege bei den Menschen, die es miterlebt haben. Er betonte auch, wie wichtig es sei, dass Menschen, die „neue Zusammenhänge suchen“, hier ein Zuhause finden können.

Das Thema griff dann auch Stephanie Toth in den Fürbitten auf und stellte die Menschen in den Fokus, die ihre Heimat verloren haben: „Lass sie einen Ort finden auf dieser Erde, an dem sie willkommen sind.“

Soziales Miteinander

Das soziale Miteinander in der Gemeinde lobte Erster Bürgermeister Max Riegler in seiner Festansprache. Nachdem er den Originaltext der Urkunde verlesen hatte, in der Zolling erstmals erwähnt worden war, dankte er Bürgern und Vereinen für das große Engagement im Jubiläumsjahr, allen voran seinem Stellvertreter Karl Toth, der maßgeblich für Organisation und Koordination verantwortlich war. Und weil man nicht lange Reden schwingen wollte, hielt nur noch einer der Ehrengäste noch eine Ansprache: Staatsminister Florian Hermann. Er überbrachte die Glückwünsche des Ministerpräsidenten. „1275 Jahre ist auch für Bayern ein Rekord“, sagte er und erinnerte daran, dass die Kommunen als eigene Einheit lange vor dem Freistaat existiert haben. „Aus ihnen heraus kommt die eigentliche Kraft und sie bilden das Gesicht unserer Gesellschaft ideal ab.“ Da Heimat heute einer größeren Wahlfreiheit unterliegt als in der Vergangenheit, müsse man sich ihren emotionalen Wert immer wieder bewusst machen. „Heimat zaubert einem ein Lächeln aufs Gesicht“, sagte er und wünschte Zolling zum Abschluss eine lebendige Zukunft.

Dann war es an der Zeit, sich zum Festzug durchs Dorf aufzustellen. Vorbei an winkenden Zuschauern und festlich geschmückten Häusern ging es zum Rathausplatz, wo den Rest des Tages Jung und Alt gemeinsam feierten (Bericht folgt).

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