Lediglich das Dach der Kapelle ist in einem recht guten Zustand. Der Rest ist ziemlich marode.
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Lediglich das Dach der Kapelle ist in einem recht guten Zustand. Der Rest ist ziemlich marode.

Zolling würde das kleine Kirchlein sogar kaufen

Gemeinde will Palzinger Marienkapelle vor dem Verfall retten

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Das Landesdenkmalamt hat schon ein Machtwort gesprochen. Dennoch lässt der Eigentümer der Marienkapelle in Palzing das kleine Kirchlein weiter verfallen.

Palzing - Die kleine Marienkapelle in Palzing bröselt vor sich hin. Die Dorfgemeinschaft ist besorgt. Denn der Eigentümer des kleinen Gotteshauses, das im gotisierten Stil erbaut wurde, ist trotz Aufforderung durch das Landesdenkmalamt nicht bereit, dem Verfall der Kapelle entgegenzutreten. Jetzt schaut die Gemeinde, was sie machen kann.

Am 24. September, so berichtete Bürgermeister Helmut Priller, sei man mit einem Kirchenmaler vor Ort gewesen, habe zusammen mit anderen Fachleuten einen Zustandsbericht erarbeitet. Ergebnis: Die Kapelle weise viele Schäden auf, lediglich das Dach sei in einem guten Zustand – immerhin. Weil die Kapelle ein erhaltenswertes Denkmal aus dem Ende des 19. Jahrhunderts sei, habe sich nun die Gemeinde eingeschaltet, sagt Priller. Der Ältestenrat habe sich beispielsweise kürzlich dazu bereit erklärt und dem Eigentümer das Angebot gemacht, 25 Prozent der nicht förderfähigen Kosten zu übernehmen – was einem Betrag von rund 5000 Euro entsprechen dürfte. Alternativ habe man dem Eigentümer angeboten, dass die Gemeinde die Kapelle erwirbt. Auf eine Reaktion oder Antwort wartet man bis heute, berichtete Priller.

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Der Kapellenbau geht auf ein Gelübde der Palzinger Bäuerin Walburga Neumair zurück, die mit ihrem Mann Lorenz einen kleinen Bauernhof bewirtschaftete. Als sie an Milzbrand erkrankte und darum bangte, dass ihre (sechs oder sieben) Kinder ohne Mutter aufwachsen müssten, gelobte sie, Maria zu Ehren eine Kapelle zu errichten, falls sie überlebte. Als sie wieder gesundete, sparte sie ein Leben lang, um ihr Gelübde zu erfüllen. Als sie 300 Mark angespart hatte, wurde die Kapelle errichtet. Neumair erlebte den Bau noch, bevor sie mit 87 Jahren starb und auf dem Palzinger Friedhof bestattet wurde. Ein beeindruckendes Zeugnis bayerischer Volksfrömmigkeit also.

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