Über die Stellung der bayerischen Sprache sprachen beim JU-Talk unter anderem Benedikt Flexeder (oben, r.) und Experte Niklas Hilber (oben, links).
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Über die Stellung der bayerischen Sprache sprachen beim JU-Talk unter anderem Benedikt Flexeder (oben, r.) und Experte Niklas Hilber (oben, links).

Dialekt im Fokus der Jungen Union Haag-Zolling

„Talkabout“ der JU: „Wir müssen mehr bairisch reden“

„Bairische Sprache – eine Renaissance oder vom Aussterben bedroht?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich die Junge Union Haag-Zolling bei ihrem jüngsten „Talkabout“.

Haag/Zolling – Es war bereits der siebte Abend, an dem sich die Junge Union Haag-Zolling per Zoom-Call versammelt hatte. Dieses Mal ging es um ein Thema, das man auf das gesamte Bundesland übertragen kann: um den bairischen Dialekt. Im Rahmen des „Talkabouts“ stellten sich die Mitglieder rund um Benedikt Flexeder am vergangenen Mittwoch die Frage, ob das Bairisch vom Aussterben bedroht ist – und wenn ja, wie man diese Entwicklung rückgängig machen kann. Hierzu wurde ein Experte eingeladen: Niklas Hilber, Vorsitzender des Vereins Bairische Sprache, war zu Gast, um das Thema auch mit seiner Expertise zu beleuchten.

Benedikt Flexeder brachte zuerst das Thema der „bairischen Influencer“ auf den virtuellen Tisch. Er stellte sich die Frage, ob die wenigen Influencer, die im Internet ihren Dialekt zur Schau stellen, der Sprachrichtung tatsächlich Gutes tun – oder ob Bairisch dadurch eher in der „eigenen Blase“ bleibt. Hilber hat darauf eine deutliche Antwort: Solang bairisch nur auf Bühnen oder in Videos gesprochen und dann wie ein Kostüm abgelegt wird, tragen Bairisch-sprechende Personen der Öffentlichkeit nichts Positives zum Spracherhalt bei. „Es bringt nur etwas, wenn man auch außerhalb des Rampenlichts zu seinem Dialekt steht“, so der Bayern-Experte. Flexeder pflichtet dem geladenen Gast bei: „Wenn man Bairisch nur auf der Bühne spricht, dann geht die Authentizität des Künstlers ganz schnell flöten.“

Hilbers Erklärung für den Schwund der Bairisch-Sprechenden ist simpel: „Die Leute wollen nicht auffallen, sie sprechen das, was am ehesten als Norm gilt. Das ist dann ein nördliches Deutsch, wie man es beispielsweise von Katharina Schulze hört.“

Eine bewusst provokante Frage stellte Meeting-Teilnehmer Franz Donauer: „Wenn wir was für den Erhalt der bairischen Sprache tun wollen, wieso treffen wir uns dann heute zum „Talkabout“ und nicht zum „Red’ma drüber“?“

Doch nicht nur Katharina Schulze wurde für ihr Hochdeutsch kritisiert. Flexeder wünscht sich ein „geschliffenes Bairisch“ in den Ministerien. Alle Teilnehmer waren sich einig: Ein abgeschwächtes Bairisch ist nicht so schwer zu verstehen, dass man es als „Sprachbarriere“ bezeichnen könnte. Hilber war sich sicher: „Es ist noch nie ein Grundstück am Tegernsee nicht verkauft worden, weil Preißn kein bairisch verstanden haben.“

Das Fazit der Diskussion und die Anregung für jeden, der der bairischen Sprache noch mächtig ist, war simpel: „Wir müssen einfach rausgehen und mehr bairisch reden“, so Flexeder. Niklas Hilber ergänzte das Appell seines Gastgebers noch: „Man muss sich eben entscheiden, ob man bairisch reden will - oder wie Katharina Schulze.“

Pascale Fuchs

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