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Als Ingenieur bereiste Bruno Lebedicker acht Jahre lang die Weltmeere. Über diese Zeit schrieb er ein Buch. Im Alter von 87 Jahren hat er seine letzte Reise angetreten. Zolling trauert um den verdienten Gemeindebürger. 

Nachruf: Bruno Lebedicker im Alter von 87 Jahren gestorben

Jetzt hat er seine letzte Reise angetreten

Bruno Lebedicker aus Zolling ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er wurde als zweitältester von sieben Geschwistern im März 1931 im ostpreußischen Reimerswalde geboren und ließ sich 1965 in Zolling nieder. Lebedicker war in der Ampertalgemeinde als engagierter und fröhlicher Mensch bekannt. Aus dem kulturellen, sportlichen, politischen und sozialen Leben war er nicht wegzudenken.

Zolling – Bruno Lebedicker hat ein abwechslungsreiches und teils auch abenteuerliches Leben geführt. Auf dem elterlichen Bauernhof in Ostpreußen durfte er eine kurze, aber glückliche Kindheit genießen. Sein Vater starb früh. Die mit dem Zweiten Weltkrieg einhergehenden Wirren haben ihn, seine Mutter und seine Geschwister zum Kriegsende aus seiner Heimat vertrieben und nach Niedersachsen geführt. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre zum Maschinenbauer. Mit dieser Ausbildung arbeitete er zunächst auf der Deutschen Werft in Hamburg. Später bereiste er als Ingenieur acht Jahre lang die Weltmeere. Die Erlebnisse während dieser Arbeit auf Hoher See schrieb er in einem Buch nieder. Der Titel: „Eine Reise durch 70 Jahre“. Höhepunkt war dabei sicherlich die Heirat mit seiner geliebten Ehefrau Rosi am 3. September 1959 in Long Beach im US-Bundesstaat Florida. 1960 und 1962 kamen die Kinder Jutta und Ralf zur Welt.

1965 fand Lebedicker eine Anstellung im Isar-Amper-Kraftwerk in Zolling. Am 1. April hatte er seinen ersten Arbeitstag und sei von seinem damaligen Chef mit den Worten „Ein Preuß“ begrüßt worden, erzählt sein Sohn Ralf. Als stellvertretender Kraftwerksleiter schied er bei seiner Pensionierung im Jahr 1990 aus. Gründungsmitglied war er beim CSU-Ortsverband, das war im Februar 1970. Von 1972 bis 1984 vertrat er die Interessen der Bürger als CSU-Gemeinderat. Besonders am Herzen lag ihm die Spielvereinigung Zolling. Mit Armin Paulus als Ideengeber haben Lebedicker und andere Mitstreiter 1967 die Abteilung Tennis gegründet. Von 1968 bis 1982 war er Abteilungsleiter. Die erste Tennishalle im Landkreis Freising wurde unter der Regie von Franz Schwaiger und Bruno Lebedicker 1975 gebaut und führte dazu, dass die Tennisabteilung Zolling zu einer namhaften Sportgröße, auch über die Grenzen des Landkreises Freising hinaus, bekannt wurde. Gründungsmitglied war Lebedicker auch bei der Narrhalla Zolling. Ab 1992 war er Seniorenbeauftragter der Gemeinde Zolling. Viele fröhliche Stunden hat er den älteren Mitmenschen geschenkt mit seinem Witz und seiner Lebensfreude. Die Frauen erinnern sich noch gerne daran, wenn er mit ihnen im Pfarrheim gekocht hat; als „Brunhilde“ mit Kochschürze.

Trauergottesdienst für Bruno Lebedicker ist am Freitag, 14. Dezember, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes in Zolling. Die beiden Kinder, sechs Enkelkinder und drei Urenkelkinder wünschen ihm eine glückliche Fortsetzung seiner langen Reise.

Maria Martin

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