Der Schulbus ist ausschließlich für Schulkinder gedacht. Das stellt die Gemeinde Zolling vor ein Problem.
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Der Schulbus ist ausschließlich für Schulkinder gedacht. Das stellt die Gemeinde Zolling vor ein Problem.

Der schwierige Weg in den Kindergarten

Kindergartenkinder dürfen nicht mit dem Schulbus fahren - Zolling sucht nach Lösung

Dass Kindergartenkinder im Schulbus mitfahren, geht aus Haftungsgründen nicht mehr. Kleinbusse zu mieten, ist zu teuer. Eine Lösung ist in der Gemeinde Zolling nicht in Sicht.

Zolling – Die Gemeinde würde Eltern in Ortsteilen wie Oberappersdorf, Gerlhausen und Palzing gerne helfen, ihre Kinder in die Kita zu bringen. Ganz normal im Schulbus mitfahren können sie seit Ende Januar aus Haftungsgründen nicht mehr. Die Verwaltung verwies auf ein entsprechendes Merkblatt des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren.

Zuletzt handelte es sich um sechs bis acht Kinder. Laut Bürgermeister Helmut Priller waren es aber auch schon einmal mehr. Deshalb schlug er jüngst im Gemeinderat vor, Kontakt zu den Eltern aufzunehmen und den Bedarf festzustellen. Auch der Kindergarten soll bei der Ermittlung miteinbezogen werden. Denn billig wäre wohl keine der beiden Alternativen: Eigens eine Aufsichtsperson zu engagieren, die im Schulbus mitfährt, nicht und auch der gemietete Kleinbus nicht.

Die Eltern mit dem Problem alleinlassen, will man aber auf keinen Fall. So viel stellte sich bei einer neuerlichen Debatte heraus.

„Grundsätzlich wären wir bereit, das anteilig zu subventionieren. Die Höhe müsste man aber noch konkret festlegen“, erklärte Priller. Er stellte aber auch klar, dass die Gemeinde nicht dazu verpflichtet ist. Einen Beförderungsanspruch der Eltern gibt es Priller zufolge nicht. Einer ersten Anfrage bei Busunternehmen zufolge würden die Kosten für einen Kleinbus für sechs bis acht Kinder bei 86 Euro liegen. Das wären pro Kind etwa zehn Euro pro Tag.

Zollings Bürgermeister warnt vor Schnellschuss

Alternativ dazu wäre eine Aufsichtsperson, die mit den Kindergartenkindern im Schulbus mitfährt, wohl auch nicht gerade billig. Gottfried Glatt (CSU) spekulierte im Gemeinderat auf 1800 Euro. „Da wäre es fast gescheiter, man unterstützt eine Privatperson“, schlug er vor. Glatt sprach sich kategorisch für das Begleit-Modell aus. Unterstützung erhielt er von Parteifreundin Andrea Bachmaier. Die stellte lapidar fest: „Der Schulbus bringt nur etwas, wenn er auch die Kindergartenkinder mitnimmt.“ Karl Toth (UBZ) äußerte Zweifel. „Wegen der unterschiedlichen Zeiten von Schule und Kindergarten“, wie er zu bedenken gab. Annemarie Neumair (ebenfalls CSU) merkte an: „Wir haben unsere Kinder auch mit dem Schulbus mitfahren lassen, auch wenn alle anderem mit dem Auto gefahren worden sind.“

Gemeinde will erst mal die Kindergartenanmeldungen abwarten

Am Ende plädierte Priller dafür, „keinen Schnellschuss zu machen.“ Toth wollte auf jeden Fall noch die Kindergartenanmeldung abwarten. Am 31. Juli wissen wir mehr“, lautete seine Prognose. Priller schlug vor, dass die Verwaltung jetzt auf alle Fälle mit der Befragung der Eltern und des Kindergartens „starten“ müsse. Die Entscheidung sollte deshalb auf eine der nächsten Sitzungen vertagt werden. Widerspruch gab es daraufhin keinen mehr.

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