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Frauen fordern Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche.

Zollinger Frauen-Vorsitzende

Maria 2.0: Kirche sollte „auf Leidenschaft und Können schauen – nicht aufs Geschlecht“

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Maria Westermeier, Vorsitzende der Zollinger Frauen St. Johannes, befürwortet die Kernbotschaft von „Maria 2.0“. Den Kirchenstreik hält sie aber für den falschen Weg.

Zolling – Frauen sollen Diakoninnen und Pfarrerinnen werden können: Diese Forderungen stellt das Aktionsbündnis „Maria 2.0“. In dieser Woche sind deutschlandweit Frauen in Streik getreten, um für sich mehr Rechte innerhalb der katholischen Kirche einzufordern. Maria Westermeier, Vorsitzende der Zollinger Frauen St. Johannes, befürwortet die Kernbotschaft im FT-Gespräch. Der Kirchenstreik sei aber das falsche Mittel, findet die 64-Jährige.

Frau Westermeier, steht in der Bibel etwas darüber, dass Weiheämter nur für Männer bestimmt seien?

Nein. Dass Jesus die Frauen ausgeschlossen hat, kann man meines Wissens nicht aus der Bibel ableiten. Im Gegenteil: Frauen folgten ihm genauso nach und wurden seine Jüngerinnen. Man denke nur an Maria Magdalena, das wohl bekannteste Beispiel dafür. Jesus hat die Frauen nicht ausgeschlossen. Ich finde, wir dürfen, sollten, ja müssen sogar die gleichen Rechte haben wie Männer. Doch die katholische Kirche war schon immer eine Männerdomäne. Daran hat sich bis heute leider nichts geändert – trotz der Bibel.

„Der Streik würde die Falschen treffen“

Der Kirchenstreik ist also eine sinnvolle Aktion?

Maria WestermeierVorsitzende der Zollinger Frauen

Nein, von Streiks halte ich grundsätzlich nichts. Würden wir Zollinger Frauen in Streik treten, würden wir nur die Kirche vor Ort schädigen. Denn wenn wir nicht mehr in den Gottesdienst gehen, fällt das allein auf den Pfarrer zurück. Der Streik würde die Falschen treffen und leider nicht die, die das Sagen haben.

Was ist dann Ihre Strategie?

Der Dialog – und Geduld. Die Kirche ist langsam und träge. Das ist nicht immer schlecht. Oft ist es gut, wenn man Dinge erst bedenkt und sich bespricht. Ich glaube nicht, dass Gewalt hilft, die Verantwortlichen dazu zu bringen, ihre Meinung zu ändern. Eher hilft noch das Gebet.

„Umdenken ist sehr wichtig“

Wofür beten Sie?

Dass die Verantwortlichen auch auf die Frauen hören, und sie Schritt für Schritt mehr Rechte bekommen. Ein erster Schritt wäre, das Diakonat für Frauen zu öffnen und aus den ganzen ehrenamtlichen Tätigkeiten hauptamtliche zu machen. Im zweiten Schritt sollte das Priesteramt auch für Frauen zugänglich werden. Ich wünsche mir, dass in der Kirche auf die Ausbildung, auf Berufung, Leidenschaft und Können geschaut wird – und nicht aufs Geschlecht. Dass hier in der Kirche ein Umdenken stattfindet, ist sehr wichtig. Nur so kann die Kirche zukunftsfähig bleiben.

Lesen Sie auch: Diskussion über Hallbergmooser Kirche: Kein Aufzug an der Mariengrotte

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