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Einem Landwirt aus Siechendorf droht Ärger wegen eines Freilaufstalls für seine Rinder. 

Gemeinderat Zolling unterstützt Antrag eines Landwirts

Debatten um Freilaufstall: Dürfen Kühe komfortabler leben?

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Ein Landwirt hat seinen 60 Kühen in einem kleinen, von Landwirtschaft geprägten Dorf bei Zolling einen Freilaufstall gebaut. Jetzt hat er Ärger deswegen.

Siechendorf Ein Landwirt aus Siechendorf wollte seinem Milchvieh etwas Gutes tun und hat einen Freilaufstall gebaut. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Freilauf genehmigungspflichtig ist. NAchträglich reichte er einen Antrag bei der Kommune ein. Der Gemeinderat sah nichts, was dagegen spricht – wenn es da nicht eine Beschwerde wegen Lärm und Geruch gäbe.

Mehr Tierwohl, mehr Komfort für seine 60 Rinder – das sei laut des Landwirts eine Forderung, die sowohl von den milchverarbeitenden Betrieben als auch von den Verbrauchern immer häufiger gestellt werde. Dieser Entwicklung will der Landwirt mit seinem Freilauf Rechnung tragen. Mehr Platz, Licht und Frischluft für die Rinder war sein Ziel mit dem rund 500 Quadratmeter großen Freilaufstall.

Den Viehbestand zu erhöhen, habe er dagegen nicht geplant, auch nicht in Zukunft, wie er in seiner Betriebsbeschreibung darstellte. Grundsätzlich hatte der Gemeinderat keine Einwände gegen den Offenstall, auch die erforderlichen Unterschriften der direkten Nachbarn würden vorliegen, wie Bürgermeister Max Riegler sagte. Dennoch gab man dem Landratsamt als genehmigende Behörde den Hinweis mit auf den Weg, noch einmal eine genaue Prüfung hinsichtlich Lärm- und Geruchsbelästigung vorzunehmen, denn in dieser Hinsicht habe es eine Beschwerde gegeben, wie Riegler wusste. Die vom Stall ausgehenden Immissionen würden demnach ständig steigen, nicht zuletzt durch ein nachträglich montiertes Gebläse für die Entlüftung. Der Zustand sei laut Beschwerdeführer aktuell „untragbar“ für die umliegende Wohnbebauung.

Georg Völkl wunderte sich über die Beschwerde, seien die Anwohner im Dorf doch hauptsächlich Landwirte oder ehemalige Landwirte. Die Genehmigung jedoch richtet sich nach der Gesetzeslage. Laut Baugesetz liege der Stall in einem „Mischgebiet Dorf“, in dem Wohnen und Landwirtschaft stattfinden darf, erklärte Riegler. Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe sei demnach mit Vorrang zu behandeln – aber nur, so lange gesunde Wohnverhältnisse vor Ort dadurch nicht beeinträchtigt werden. Genau das soll nun mittels eines Gutachtens festgestellt werden, bei dem auch die Situation hinsichtlich Immission im gesamten Dorf berücksichtigt wird. Erst dann kann final entschieden werden, ob die Kühe zukünftig komfortabler leben dürfen.

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