Drohne über einem Maisfeld
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Drohne vs. Maiszünsler: (v.l.) Die Landwirte Martin und Johannes Schredl demonstrieren Rainer Pflügler und Barbara Lechner vom Maschinenring die neue Technik.

Neue Methode im Kampf gegen Schädling

Maschinenring macht‘s möglich: Lufteinsätze gegen den Maiszünsler

  • VonNico Bauer
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Der Maschinenring aus Oberzolling bietet eine besondere Art der Bekämpfung des Maiszünslers an: per Drohne. Bald werden Maisfelder im ganzen Landkreis beflogen.

Oberzolling/Niederambach – Der Maiszünsler ist in manchen Regionen schon eine echt Plage. Im Landkreis Freising ist der schädliche Falter auch schon angekommen und sorgt für teilweise erhebliche Schäden an Maisfeldern. Der Falter legt an den Maispflanzen seine Eier ab und die dann geschlüpften Larven fressen sich am Stengel entlang. Das hat zur Folge, dass die Maispflanzen meistens umknicken und der Ernteausfall zwischen 20 und 50 Prozent beträgt.

Über den Feldern werden Kugeln mit der Schlupfwespe ausgebracht

Eine Variante der Schädlingsbekämpfung ist die Ausbringung von Gift, was wiederum bei den späteren Kunden nicht so gut ankommt. Eleganter und eben auch giftfrei ist die Naturlösung, wenn über den Feldern Kugeln mit der Schlupfwespe Trichogramma brassicae ausgebracht werden. Diese Insekten sind die natürlichen Feinde des Maiszünslers und setzen sich auf die Eier. „Insektizide wollen wir nicht verwenden“, sagt Barbara Lechner vom Maschinenring, „und die biologische Lösung bringt mindestens den gleichen Erfolg.“

Der in Oberzolling sitzende Maschinenring arbeitet mit Martin und Johannes Schredl aus Niederambach bei Moosburg zusammen, um in fünf Landkreisen (Freising, Erding, Ebersberg, Dachau und Pfaffenhofen) den Service anzubieten. Die Drohnen befliegen automatisiert die Maisfelder der beteiligten Landwirte. Rund 25 bis 30 Mais anbauende Betriebe haben die Drohnenbefliegung schon gebucht und bekommen rund ein Drittel der Kosten als staatlichen Zuschuss. Damit ist die biologische Schädlingsbekämpfung auch nicht teurer als der Einsatz von Giftstoffen.

Die ersten Flüge stehen kurz bevor

Der erste Lufteinsatz gegen den Maiszünsler steht nun kurz bevor. An einem Maisfeld vom vergangenen Jahr hat die Familie Schredl eine Lichtfalle aufgebaut, die Flugbewegungen des Maiszünslers registriert und anzeigt. Dann ist der Punkt gekommen, um die schon digitalisierten Felder abzufliegen. Es wird erwartet, dass jeden Tag bis zu 100 Hektar Fläche abgearbeitet werden. Für Rainer Pflügler, Geschäftsführer des Maschinenrings Freising, ist das Angebot das klassische Beispiel für das System der Einrichtung: „Die Landwirte helfen sich gegenseitig. Einer schafft die Technik an, bildet sich weiter und bietet das dann allen an.“

Gut zu wissen

Landwirte können sich den Drohnenflügen mit Schlupfwespen noch kurzfristig anschließen, nur ist es für einen staatlichen Zuschuss zu spät. Für Infos und Anmeldungen steht der Maschinenring Freising unter info@mrfreising.de oder der Telefonnummer (0 81 67) 9 58 86-10 zur Verfügung.

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