Wasserwirtschaftsamt hat Vermutung

Mysteriöser Schaumteppich auf dem Wasser - „So sah‘s noch nie aus“

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Große Schaumteppiche auf dem Rufgraben zwischen Zolling und Thalham haben am Dienstag Spaziergänger in Alarmbereitschaft gebracht. Das Wasserwirtschaftsamt gab Entwarnung – ohne Proben zu nehmen.

Kratzerimbach – Es sah giftig und unappetitlich aus: Gelblich-braune Schaumauflagen mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter waren am Dienstag zwischen Thalham und Zolling zu sehen. Das Wasser des Rufgrabens: eine dreckige, braune Brühe. Spaziergänger, die sich daraufhin beim FT gemeldet haben, schlagen Alarm: „Wir gehen die Strecke seit 20 Jahren, aber so hat es noch nie ausgesehen.“

Nach einer Anfrage bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt setzt diese sofort die betroffenen Gemeinden, Zolling und Attenkirchen, in Kenntnis. Martin Bormann, Attenkirchens Gemeindechef, sowie Vertreter des Zollinger Bauhofs machen sich sogleich auf den Weg, um sich ein Bild von der Lage und Fotos für die Untere Naturschutzbehörde zu machen.

Die Bilder werden ans Wasserwirtschaftsamt weitergeleitet, anhand derer die Behörde die Sache einschätzt. „Es liegt die Vermutung nahe, dass die Kieselalge der Grund für diese Schaumbildung ist“, heißt es seitens der Fachstelle. Die Kieselalge sei aktuell in der Fortpflanzungszeit. „Dann sterben sie ab, die tote Kieselalge steigt nach oben, und das schäumt, weil das Wasser in Bewegung ist“, so die Erklärung. Und: Sobald es regnet, sei der Schaum auch wieder weg. Und so war es denn auch.

Doch auch, wenn es sich, was die Ursache angeht, nur um eine Vermutung handelt, wurden am Dienstag keine Wasserproben vom Rufgraben genommen um das, was die Menschen vor Ort befürchten (nämlich eine Verseuchung des Rufgrabens), mit letzter Sicherheit auszuschließen. Von einer Ferndiagnose jedoch wollte das Landratsamt in dem Zusammenhang nicht sprechen.

Gut zu wissen

Auf der Homepage des Wasserwirtschaftsamts wird unter der Rubrik „Bürger fragen, wir antworten“ auch die Frage „Welche Ursache kann Schaumbildung auf Fließgewässern haben?“ behandelt. Hier ist zu lesen, dass bei Schaumbildung auf Fließgewässern häufig natürliche Ursachen für dieses Phänomen vorliegen. „Schaum aus dem Abbau von organischem Material kann relativ fest sein, zerfällt allmählich in einer Probeflasche und lässt sich auch durch Schütteln kaum wieder herstellen. Natürliche Schaumbildung wird häufig im Frühjahr, nach längeren Trockenperioden mit anschließendem starken Regen sowie während des herbstlichen Laubfalls beobachtet, heißt es. Und weiter: Anthropogene Quellen für die Schaumbildung können Detergenzien aus Waschmitteln sein, welche die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen. Sie werden meist durch Kläranlageneinleitungen ins Gewässer eingetragen, sind jedoch heutzutage eher selten die Ursache für solche Phänomene.

Außerdem können Stoffe aus Gülle, die durch Oberflächenabschwemmung oder Drainagen in die Bäche und Flüsse gelangen, eine weitere Ursache sein. Im Falle von Schaumbildung, die vom Menschen verursacht wurde, hat diese meist einen deutlichen Anfang, und zudem hat kein vorhergehendes Regenereignis stattgefunden. Künstlicher Schaum von Tensiden sei nicht sehr langlebig. Die Schaumblasen erscheinen bei Licht regenbogenfarbig.

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