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Radweg zwischen Palzing und Haindlfing sorgt für mehrere Hiobsbotschaften

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Von: Andreas Beschorner

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Auf einen ordentlichen Geh- und Radweg auf der Amperbrücke zwischen Palzing und Haindlfing warten die Bürger bislang vergebens.
Auf einen ordentlichen Geh- und Radweg auf der Amperbrücke zwischen Palzing und Haindlfing warten die Bürger bislang vergebens. © Beschorner

Der Geh- und Radweg zwischen Palzing und Haindlfing lässt seit fünf Jahren auf sich warten. Jetzt gab es für das Projekt gleich mehrere Hiobsbotschaften.

Palzing/Haindlfing – Wir schreiben das Jahr 2016: Der Geh- und Radweg zwischen Palzing und Haindlfing entlang der Kreisstraße FS 9 wird geplant. Für die Brücke über die Amper wird eine Schutzeinrichtung aus Beton vorgesehen, um die Fußgänger und Radler vor den Pkw zu schützen. Das sei eine kostengünstige Variante, für das Projekt werden 670 000 Euro bereitgestellt. Wir schreiben Ende des Jahres 2021: Man muss umplanen, die Kosten steigen auf 3,3 Millionen Euro.

Dem Kreisausschuss und dem Kreistag wurden nun vom Tiefbauamtsleiter des Landkreises, Andreas Kemper, die neuen Planungen vorgestellt. Wie Kemper erläuterte, habe sich bei den vertieften Betrachtungen zum Brückenumbau herausgestellt, dass die Variante der Schutzeinrichtung aus statischen Gründen nicht möglich sei. Und deshalb sei für die Realisierung eines ausreichend breiten und sicheren Geh- und Radwegs ein größerer Eingriff in das Bauwerk notwendig. Vor allem müssten die Brückenkappen erneuert werden. Nur so könnte auf der Brücke das erforderliche Maß an Sicherheit gewährleistet werden.

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Für diese Maßnahme gibt es in unmittelbarer Nähe ein prominentes Beispiel, wie Kemper erläuterte: nämlich den Geh- und Radweg entlang der Kreisstraße FS 8 zwischen Kirchdorf und Burghausen, der 2020 fertiggestellt wurde (und wegen seiner „Buckel“ deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hatte). Im Zuge dieses Wegebaus war die dortige Amperbrücke so umgebaut worden, wie das nun an der FS 9 ebenfalls erfolgen soll: Erneuerung der Abdichtung, Erneuerung beider Kappen und Verschwenkung der Fahrbahn.

Kirchdorfer Vorbild: Diese Amperbrücke wurde bereits für den Geh- und Radweg ausgebaut.
Kirchdorfer Vorbild: Diese Amperbrücke wurde bereits für den Geh- und Radweg ausgebaut. © Beschorner

Die aktuelle Planung sieht aufgrund der erforderlichen Baumaßnahmen an der Brücke nun Gesamtkosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro vor. Allein die jetzt notwendigen Arbeiten an der Brücke schlagen mit 1,8 Millionen Euro zu Buche, hinzu kommen noch 800 000 Euro für den eigentlichen Geh- und Radweg, 100 000 Euro für die Anpassung der Fahrbahn und jeweils rund 300 000 Euro Sicherheitszuschlag und Planungsleistungen. Immerhin: Der Landkreis kann mit einem Zuschuss von 1,1 Millionen Euro rechnen, wie Kemper darlegte.

Für Diskussionen unter den Kreisräten sorgte aber nicht die Maßnahme an sich und auch nicht die Kostensteigerung, sondern eine andere Nachricht im Sachbericht: Möglicherweise müsse das Projekt in zwei Abschnitten realisiert werden, weil auf Zollinger Gebiet die Grundstücksverhandlungen zwar positiv abgeschlossen seien, auf Freisinger Gebiet aber noch nicht. Die Stadt sei aus Zeitmangel noch nicht dazugekommen, die Grundstücksverhandlungen intensiv voranzutreiben, so Landrat Helmut Petz.

Dagegen wehrte sich Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU): Man solle doch erst „klarstellen“, ob alle notwendigen Grundstücke von der Stadt Freising auch wirklich erworben werden könnten. Denn sonst „endet der Radweg im Nirvana, wenn wir Pech haben“. Dem stimmte Rainer Schneider (FW) zu. Sein Vorschlag, der dann auch einstimmig so beschlossen wurde: Aufträge erst dann vergeben, wenn alle Grundstücksverhandlungen erfolgreich abgeschlossen seien.

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