Am Anglberger Weiher wird die Anlage gebaut.
+
Im rechten Teil der braunen Ackerfläche, wo diese breiter wird (unterhalb des Weihers), soll die Pumptrack-Anlage samt Dirtpark entstehen.

Mit Rädern und Skateboards kann sich die Jugend hier bald austoben

Zollinger „Leuchtturmprojekt“: Pumptrack-Anlage trifft auf Dirtpark

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
    schließen

Von einem „Leuchtturmprojekt“ für die Gemeinde war die Rede. Es geht um eine Pumptrack-Anlage samt Dirtpark neben dem Anglberger Weiher. Jetzt gab‘s Grünes Licht vom Rat.

Zolling - Die ÜWG-Fraktion hatte im August 2020 den Antrag eingebracht, die Möglichkeiten zum Bau eines Dirtparks beziehungsweise einer Pumptrack-Anlage zu prüfen. Ein kleines Gremium wurde daraufhin gebildet, das sich zunächst nach einer geeigneten Fläche umsah: Sie sollte an das bestehende Radwegenetz angebunden sein, die Gemeinde sollte im Besitz des Areals sein, die Nähe zu öffentlichen Plätzen sollte gegeben sein. Erfüllt werden all diese Kriterien von einer landwirtschaftlichen Fläche nördlich des Anglberger Weihers. Und genau für dieses Areal hat die Firma RadQuartier nun ein Konzept erarbeitet, das eine asphaltierte Pumptrack-Anlage für Kids sowie einen Dirt Jump Park vorsieht.

Über 50 verschiedene Sportarten mit Rädern und Skateboards könnten auf so einer Anlage ausgeübt werden, außerdem sei die Einrichtung für die ganze Familie geplant. 3200 Quadratmeter groß soll die Anlage sein, die dann zusammen mit dem Badeplatz und dem angrenzenden Fußballplatz eine alters- und sportartübergreifende Begegnungsstätte sein werde. Erfahrungen von anderen ähnlichen Anlagen zeigten, so RadQuartier-Geschäftsführer Robin Specht weiter, dass pro Jahr rund 500 000 Runden in so einem Park gedreht werden, was einer Strecke von 50 000 Kilometer entspreche.

Zwei Punkte sind noch nicht geklärt

Zwei Themen müssten noch untersucht und bearbeitet werden, sagte Bürgermeister Helmut Priller nach der Vorstellung der Pläne durch RadQuartier: Zum einen gehe es darum, dass die vorgesehene Fläche im Landschaftsschutzgebiet Ampertal liege. Weil aber eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche umgewandelt werde, die dann eben nicht mehr gedüngt werde, schaffe man einen „Puffer“ zum Anglberger Weiher. Die Untere Naturschutzbehörde habe schon grünes Licht signalisiert. Zum anderen gehe es um Gräber und Siedlungen aus dem frühen Mittelalter, die an dieser Stelle vermutet werden. Weil man aber nicht tief graben müsse, dürfte es keine Konflikte mit Bodendenkmälern geben. Das Landesdenkmalamt sei informiert, wahrscheinlich genüge die Begleitung durch einen Archäologen während der zwei Tage, an denen man in den Boden eingreife, so Specht.

Doch manche Gemeinderäte waren skeptisch: Annemarie Neumair (CSU) erinnerte daran, dass im Gemeindegebiet noch Radwege fehlten. Vielleicht solle man das Geld lieber dafür ausgeben, statt so ein Projekt anzupacken. Denn eine erste Kostenschätzung hatte Investitionen von rund 250 000 Euro genannt. Das merkte auch Karl Toth (UBZ) an: Es gebe in der Gemeinde durchaus auch andere wichtige Dinge, die man anpacken müsse. Toth nannte den Jugendtreff, der mal wieder auf Vordermann gebracht werden müsse. Nichtsdestotrotz sprach er sich dafür aus, das Projekt Pumptrack/Dirtpark weiter zu untersuchen.

Stephan Wöhrl: „Entweder wir bauen g’scheit oder gar nicht.“

Manfred Sellmaier (CSU) warnte, man brauche einen „Notausgang“, sollten im Lauf der Planungen die Kosten aus dem Ruder laufen. Stephan Wöhrl (CSU) hingegen sagte, man habe in den vergangenen Jahren für Schule, Rathaus und Feuerwehrhaus so viel Geld ausgegeben, da könne er nicht verstehen, wenn man jetzt bei der Jugend anfange zu sparen. Da spiele er nicht mit, sagte Wöhrl. „Entweder wir bauen g’scheit oder gar nicht.“

Die Abstimmung machte deutlich: Gemeinde und Gemeinderat wollen „g’scheit“ bauen. Einstimmig nahm man die Planungen zur Kenntnis, erklärte sich grundsätzlich mit dem Vorhaben einverstanden, beauftragte die Verwaltung, die noch offenen Fragen zu klären, und nahm die Kostenkalkulation über 250 000 Euro billigend zur Kenntnis.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare