Bürgermeister Max Riegler: „Es ist eine Missachtung des Gremiums und der Behörden und respektlos allen gegenüber, die sich an die Vorgaben halten.“

Über Beschlüsse hinweggesetzt

Respektlosigkeit eines Bauherren, die Riegler massiv ärgert

Das Vorgehen eines privaten Bauherren ärgert Max Riegler. Der Zollinger Gemeindechef machte das in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats deutlich. Der Grund: Entgegen des Bauantrags hat der Bauherr die genehmigte Wandhöhe beim Bau einfach überschritten.

ZollingIm Mai dieses Jahres hatte der Gemeinderat die Genehmigung für den Bau eines Doppelhauses erteilt. Nach einigen Gesprächen mit dem Bauherren stimmte man den Planungen zu, obwohl diese die laut Bebauungsplan festgelegte Wandhöhe von 3,10 Metern um 40 Zentimeter überschritt. In der Umsetzung allerdings hielt sich der Bauherr nicht an die Genehmigung und baute höher, als ursprünglich geplant. 4,38 Meter Wandhöhe waren Max Riegler dann eindeutig zu viel. Das Landratsamt verhängte einen Baustopp.

Vor allem aber ärgert Riegler, dass der Bauherr sich ohne Rücksprache über die Vorgaben hinweggesetzt hatte. „Das ist eine Missachtung des Gremiums und der Behörden“, sagte er. Und es sei respektlos allen Bauherren gegenüber, die sich an die Vorgaben der Gemeinde hielten. Man versuche immer, den Bauherren mit Befreiungen entgegenzukommen. Aber das ginge nur in Absprache. „Ich will nicht, dass ein solches Vorgehen Schule macht“, sagte Riegler deutlich.

Nicht alle Räte sahen es so eng. Georg Völkl (ÜWG) zum Beispiel wies darauf hin, dass es in dem Gebiet schon andere Ausnahmen gebe, und Hans Forster fand, man solle trotz der Abweichung versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden. Die Verwaltung dagegen hatte eine klare Meinung zu diesem Fall und empfahl dem Gemeinderat, den nachgereichten Ausnahmeantrag nicht zu erteilen. Dem folgte der Gemeinderat dann auch, allerdings mit fünf Gegenstimmen.

Der Fall geht jetzt zurück an das Landratsamt als übergeordnete Baubehörde. Die wird prüfen und entscheiden, ob so weitergebaut werden darf oder nicht – oder ob gar ein Bußgeld droht.  Claudia Bauer

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