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Rundumschlag bei CSU-Josefifeier in Zolling: „Mit dem Unsinn da oben muss Schluss sein“

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Die Ministerin teilte aus, den Gästen gefiel das: Zur politischen Josefifeier war Ulrike Scharf (am Rednerpult) nach Zolling gereist, um Klartext zu sprechen, was ihrer Ansicht nach politisch dringend verbesserungswürdig ist. Sie sparte nicht mit Kritik.
Die Ministerin teilte aus, den Gästen gefiel das: Zur politischen Josefifeier war Ulrike Scharf (am Rednerpult) nach Zolling gereist, um Klartext zu sprechen, was ihrer Ansicht nach politisch dringend verbesserungswürdig ist. Sie sparte nicht mit Kritik. Foto: Martin © Martin

Der 19. März ist in Zolling traditionell der Tag, an dem die CSU zur politischen Josefifeier bittet. Heuer war Ministerin Ulrike Scharf zu Gast. Und die teilte ordentlich aus.

Zolling – Nicht nur, um ihren Namenspatron zu feiern, kamen die Zollinger am Sonntag zusammen. Traditionell hatte der CSU-Ortsverband zur politischen Josefifeier ins Gasthaus Hörhammer geladen. Zu Gast war die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf. Und die teilte kräftig in Richtung Berlin aus. „Mit dem Unsinn da oben muss Schluss sein.“ Damit sprach die CSU-Politikerin vor allem die Wahlrechtsreform durch die Ampel-Koalition an. Die in den jeweiligen Wahlkreisen gewählten Erststimmen-Kandidaten sollen künftig nur dann in den Bundestag einziehen dürfen, wenn ihre Partei über die Zweitstimmen ausreichend Sitze bekommen hat. „Ein klarer Angriff gegen die Demokratie“, so die Meinung der Ministerin. Eine schleichende Verfassungsänderung?

Die Pläne des Wirtschaftsministers für die Energiewende im Heizungskeller, kommentierte die Ministerin ebenfalls mit Kopfschütteln. Wenn ab 2024 nur noch Heizungen eingebaut werden dürften, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzten, wie das Robert Habeck fordere, so solle der doch erst einmal mit einem Handwerker sprechen“, meinte Scharf. Ob das alles technisch so umzusetzen sei?

„Sukzessive gegen die Wand gefahren“ werde von der Bundesregierung auch die Automobilbranche im Freistaat. Dabei sei Bayern bestes Beispiel für gelungenen Strukturwandel nach 1945: vom Agrarland zum Hightech-Land – Wer schaffe das so vorbildlich? Weil die Bayern „Tiefwurzler“ seien, meinte Scharf und nicht „wie Flugsand unterwegs“. Das mache das unverwechselbare Profil des Freistaates aus. Kraft schöpften die Bayern aus den Werten in den Familien. Das Ehrenamt werde im Süden der Republik gepflegt. Die Hilfsbereitschaft in einer „immer vielfältiger werdenden Gesellschaft“ sei hohes Gut in Bayern. In dem Zusammenhang kritisierte Scharf auch das „Vollkasko-Verhalten“ vieler Bürger. Was da heiße: Der Staat übernehme alles.

Bei den lustigen Klebern hört bei mir der Spaß auf.

CSU-Ministerin Ulrike Scharf

Ungehalten wurde Ulrike Scharf beim Thema „Umweltaktivisten“. „Klimakleber kompromisslos verurteilen“, lautete ihre Forderung. „Bei den lustigen Klebern hört bei mir der Spaß auf.“ Kein gutes Haar ließ sie auch an Bundesfamilienministerin Lisa Paus. „Selbstbestimmung für alle“ heiße deren Credo. „Sich jedes Jahr für ein anderes Geschlecht entscheiden können? Das beinhaltet wohl deren politisches Engagement.“ Außerdem: „Wenn sich jemand dafür ausspricht, ungeborenes Leben mit Abschaffung des Paragrafen 218 zu töten, da müssten doch die Alarmglocken schrillen“, meinte Scharf.

Lob bekam indes der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Zolling, Maximilian Falkner: Der zeige immer wieder auf, wie gut man innerhalb der politischen Gremien arbeiten könne, ohne „auf Krawall gebürstet“ zu sein. Das sagte CSU-Kreisvorsitzender Florian Herrmann in seinem Grußwort.

Maria Martin

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