21 Tage lang aufs Auto verzichten, dafür aufs Rad umsteigen: Das ist die Intention der Aktion Stadtradeln, die Ewald Roddewig nach Zolling holen möchte. 

Ewald Roddewig will Gemeinderäte begeistern

Stadtradeln: Zolling soll an 21 Tagen im Jahr verstärkt in die Pedale treten

  • Andrea Beschorner
    vonAndrea Beschorner
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Ewald Roddewig ist begeisterter Radler. Der Zollinger will in seiner Heimatgemeinde das Stadtradeln etablieren. 

Zolling– Sein Vortrag war ausführlich, beherzt, beinahe leidenschaftlich: Ewald Roddewig war am Dienstag in die Gemeinderatssitzung nach Zolling gekommen, hatte Gelegenheit, um die Bürgervertreter von einer Sache zu überzeugen, für die der 73-Jährige glüht: Stadtradeln.

Viele Gemeinden würden mit der Begrifflichkeit nicht viel anfangen können, würden sich denken: „Wieso sollen wir da mitmachen, wir sind doch gar kein

e Stadt?“, schickte der Zollinger voraus. Doch beim Stadtradeln gehe es schlicht und einfach darum, so viele Menschen wie nur möglich aufs Rad zu bringen, sie fürs Radeln zu begeistern.

Die Gemeinde Zolling, als eine Mitgliedsgemeinde von ILE-Ampertal, wäre Roddewigs Ansicht nach prädestiniert, um sich an der bundesweiten Aktion einmal im Jahr zu beteiligen. Grundsätzlich geht es bei der Aktion „Stadtradeln“ darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Gemeinden, die sich am Stadtradeln beteiligen, müssen, wie Roddewig betonte, einen sogenannten „Kümmerer“ benennen, jemanden, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen, einen Ansprechpartner für Interessierte. „Sollte sich die Gemeinde Zolling dazu entschließen, 2021 am Stadtradeln teilzunehmen, würde ich mich gerne als Kümmerer zur Verfügung stellen.“

Roddewig nennt Moosburg als leuchtendes Beispiel

Als leuchtendes Beispiel für das Stadtradeln nannte Roddewig die Stadt Moosburg, die sich heuer bereits zum zehnten Mal daran beteiligt hatte, obwohl der Landkreis erst seit dem Jahr 2014 dabei ist. In diesem Jahr habe sich, so der Referent, die Dreirosenstadt dazu entschieden, als Anreiz fürs Mitradeln fünf Cent pro erradeltem Kilometer für die Jugendarbeit aus der Stadtkasse zur Verfügung zu stellen. „Mit Speck fängt man Mäuse“, sagte Roddewig, denn so erfolgreich wie in 2020 sei das Stadtradeln in Moosburg zuvor nie gewesen.

Ewald Roddewig schwebt für die Gemeinde Zolling ein ganz ähnliches Prinzip vor: Jeder Verein in Zolling, der Jugendarbeit betreibe, könne ein Team ins Rennen schicken. Jeder, der mitmacht, könne sich für eines dieser Teams entscheiden und dafür in die Pedale treten. Die Gemeinde zahle dann einen kleinen Obolus für jeden geradelten Kilometer. Seine Vision sei, dass Zolling hierbei eine Vorbildfunktion für die anderen ILE-Gemeinden übernehme und schon bald weitere Kommunen nachziehen würden.

Bürgermeister Helmut Priller war begeistert, dass Roddewig nicht nur mit einer Idee an die Gemeinde herangetreten sei, sondern sich auch gleich bereit erklärte, Verantwortung in der Rolle des Kümmerers dafür zu übernehmen. Das weitere Vorgehen nun: Bis zur nächsten Sitzung werden die Kosten für einen Flyer sowie eine Bezuschussung pro geradeltem Kilometer ermittelt und darüber abgestimmt. Priller: „Ich bin absoluter Befürworter.“

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