Idyllischer Blick auf das Kohlekraftwerk Anglberg
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Das Kohlekraftwerk Anglberg, fotografiert vom Naturfreundehaus Hangenham aus mit der Filialkirche St. Stephanus, Großenviecht (Gemeinde Langenbach) im Vordergrund.

Auch das Zollinger Kraftwerk spürt den Rückgang

Strom aus Kohle immer weniger gefragt - Standort Anglberg dennoch sicher

Gebremste Wirtschaft, geringere Stromnachfrage: Corona hat die Marktlage für Kohle aus der Sicht der Kraftwerksbetreiber weltweit ungünstig beeinflusst. Das gilt auch in Zolling.

Zolling - Auch im Kohlekraftwerk in Anglberg hat man im vergangenen Jahr den gegenwärtigen Trend zum Rückgang der Kohlenutzung gespürt. Allerdings habe sich die Auslastung in den ersten Monaten des neuen Jahres aus der Sicht des Unternehmens wieder positiv entwickelt, sagt die Unternehmenssprecherin der Betreiberfirma onyx, Victoria Lohse.

Strom aus Kohle ist teuer. Grund zum einen ist der steigende CO2-Preis in der EU durch die Anhebung der EU-Klimaziele. Außerdem tragen hohe Bereitstellungskosten beim Transport der Steinkohle dazu bei, dass sich die Kohleverstromung immer weniger rechnet. Erzeuger, die mit Wind und Sonne produzieren, können besser auf die derzeit weltweit sinkenden Strompreise reagieren, da sie keinen Brennstoff produzieren müssen. Wie hat sich das auf den Kraftwerksstandort in Zolling ausgewirkt? Die Corona-Pandemie habe im letzten Jahr tatsächlich zur geringeren Nachfrage nach Strom geführt, bestätigt Lohse. Die Auslastung im Kohlekraftwerk Anglberg habe unter dem der Vorjahre gelegen.

Kraftwerk hat große Bedeutung für die Netzstabilität in der Region

Allerdings sei man in den ersten Monaten des neuen Jahres, insbesondere während der Kälteperiode in den letzten Wochen, wieder „auf gutes Niveau“ zurückgekehrt. Der gegenwärtige Trend zum Rückgang der Kohlenutzung sei da, so die Unternehmungssprecherin. Allerdings sei das Kraftwerk in Anglberg ein sehr wichtiger Energiestandort in Bayern. Es habe eine große Bedeutung für die Netzstabilität in der Region. Mit der Verbrennung von Biomasse und Klärschlamm neben der Steinkohle sei der Standort für die Betreiberfirma wichtig. Die Auslastung im Biomasseheizkraftwerk sei im letzten Jahr weit über dem Plan gelegen. „Eine Erfolgsgeschichte“, wie Lohse anmerkt, die man in Zukunft fortsetzen wolle.

Zwar laufe im Jahr 2023 die Staatliche Förderung für Biomasseheizkraftwerke im Rahmen des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) aus, der Bund habe aber eine Anschlussförderung in Aussicht gestellt. Die Klärschlammtrocknungsanlage auf dem Gelände des Kraftwerks Zolling sei zudem ein wichtiges Projekt für die Region und die umliegenden Gemeinden. Auch wenn mit dem energie- und klimapolitisch begründeten Kohleausstieg in Zukunft zu rechnen sei, so wolle man sich zu dem Standort Zolling nach Möglichkeit bekennen, verrät Lohse. Die Firma onyx arbeite derzeit für alle ihre Kraftwerksstandorte in Deutschland Konzepte, wie man sich über den Kohleausstieg hinaus, zukunftsfähig aufstellen könne. Personelle Veränderungen habe es am Standort in Zolling im vergangenen Jahr nicht gegeben.

Klärschlammtrocknungsanlage wird noch getestet

Wann die Klärschlammtrocknungsanlage in den regulären Betrieb gehen werde, das sei derzeit noch offen, informiert die Unternehmenssprecherin. Man befinde sich immer noch in einer Testphase.

Maria Martin

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