Eine Hand hält mehrere 500-Euro-Geldscheine in die Kamera.
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Die Zollinger Gemeinderäte haben jetzt einen 24 Millionen Euro schweren Haushalt für 2021 verabschidet - einstimmig. (Symbolbild)

Trotz Corona „Gürtel nicht zu eng schnallen“: Zolling verabschiedet „mächtigen“ Haushalt

24 Millionen Euro umfasst der Zollinger Haushalt 2021. Mit ihm solle auch „Geld in die Region fließen“. Wir beleuchten die größten Einnahmen und Ausgaben.

Zolling – Der Etat 2021 steht, er ist einstimmig beschlossen. Insgesamt umfasst der Zollinger Haushalt ein Volumen von 24 Millionen Euro. Bürgermeister Helmut Priller sprach am Dienstag im Gemeinderat von einem „mächtigen Haushalt“ und davon, dass man sich trotz Corona dafür entschieden habe, „den Gürtel nicht zu eng zu schnallen“. Schließlich solle auch „Geld in die Region fließen“.

Gerade im Hoch- und im Tiefbau gilt es laut Priller, „ein Zeichen für Unternehmen zu setzen“, die ihre Gewerbesteuer in Zolling zahlen. Er spielte damit auf das stolze Investitionsprogramm an. Dass es dabei ans Eingemachte sprich an die Rücklagen geht, das verhehlten weder Priller noch Kämmerin Silvia Rockermaier. Die Rücklagen der Kommune sinken demzufolge um gut sieben Millionen auf 4,6 Millionen Euro. Um den Verwaltungshaushalt von 13,4 Millionen ausgleichen zu können, muss diesem ein Betrag in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Wie solide die Gemeinde trotzdem wirtschaftet und dasteht, zeigt, dass sie absolut schuldenfrei ist.

Die Kläranlage verschlingt am meisten Geld

Rockermaier verwies in ihrer Vorstellung des Haushaltsplans darauf, dass man auf „relativ konstante Einnahmequellen“ bauen könne. So lagen die Gewerbesteuereinnahmen in den vergangenen beiden Jahren jeweils über fünf Millionen Euro. Für 2021 hat Rockermaier vier Millionen angesetzt – was sehr vorsichtig kalkuliert sei, wie sie auf Anfrage verriet. Das gilt wohl auch für den Einkommensteueranteil in Höhe von 3,5 Millionen Euro, der im vergangenen Jahr mit knapp 4,3 Millionen Euro wesentlich höher war.

Zahlen und Fakten rund um den Zollinger Haushalt 2021

Die wichtigsten Zahlen im Überblick: Verwaltungshaushalt: 13,4 Millionen Euro; Vermögenshaushalt: 10,4 Millionen Euro; Gesamthaushalt: 23,4 Millionen Euro; Zuführung Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt: 1,7 Millionen Euro; Schulden: null Euro; Neuverschuldung: null Euro; Pro-Kopf-Verschuldung: null Euro; Rücklagen zum 31.12.2021: voraussichtlich 4,6 Millionen Euro; Rücklagenentnahme: 7 Millionen Euro. Größte Einnahmen Verwaltungshaushalt: Gewerbesteuer 4 Millionen Euro; Einkommensteuer 3,5 Millionen Euro; Staatlich kindbezogene Förderung 985.000 Euro; Kanalbenutzungsgebühren 560.000 Euro; Größte Ausgaben im Verwaltungshaushalt: Kreisumlage 3,9 Millionen Euro; Personalkosten 2,6 Millionen Euro; VG-Umlage 790.000 Euro; Schulverbandsumlage 639.000 Euro; Größte Einnahmen Vermögenshaushalt: Entnahme Rücklagen 7 Millionen Euro; Erlöse aus Baulandverkauf 2,3 Millionen Euro, Erstattungsanteil Kläranlagenerweiterung von Attenkirchen 525.000 Euro; Größte Ausgaben Vermögenshaushalt: Grundstückserwerb 2,2 Millionen Euro; Zuführung an den Verwaltungshaushalt 1,7 Millionen Euro; Erweiterung der Kläranlage 1,4 Millionen Euro; Wasserversorgung 1,2 Millionen Euro; Kanalbaumaßnahmen 991.000 Euro.

Zu den größten Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt zählen neben der erwähnten Zuführung aus dem Vermögenshaushalt die „Staatlich kindbezogene Förderung“ in Höhe von 985.000 Euro und die Kanalbenutzungsgebühren in Höhe von 560.000 Euro. Bei den Ausgaben des Verwaltungshaushalts stellten die Kreisumlage mit 3,9 Millionen und die Personalkosten mit 2,6 Millionen Euro die größten Schläge ins Kontor dar. Zu den höchsten Ausgaben im Vermögenshaushalt zählen etwa der Erwerb von Bauland und unbebauten Grundstücken in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Mit das meiste Geld nimmt die Gemeinde Zolling 2021 für die Erweiterung der Kläranlage mit 1,4 Millionen Euro, für Kanalbaumaßnahmen mit 991.000 Euro und für Investitionen in die Wasserversorgung mit 1,2 Millionen Euro in die Hand.

Seit 2018 praktisch schuldenfrei

Die Kämmerin gab am Schluss ihrer Erläuterungen zum Haushalt 2021 zu bedenken, dass man die Investitionen in den Kanalbau und die Wasserversorgung über Gebühren wieder refinanzieren könne. Außerdem verwies sie auf die Tatsache, dass man seit 2018 praktisch schuldenfrei sei. Insgesamt eine „sehr gut geordnete Kassenlage“, urteilte Rockermaier.

Eine große Debatte fand danach nicht mehr statt. Gemeinderat Karl Toth brachte aber die Hoffnung zum Ausdruck, „dass auch alles in der Form abgearbeitet werden kann“. Es sei „ein großer Haushalt und sehr viel Arbeit“. Es habe ihn gefreut, dass man Dinge wie die Umkleiden am Baggerweiher (100.000 Euro) aufnehmen konnte. Weniger begeistert zeigte sich Toth von dem geplanten Radweg an der B 301. Stattdessen begrüßte er, dass man die Planung für die Unterführung an der St 2054 für den Geh- und Radweg vorantreibt (Planungskosten: 25.000 Euro). Und er bemängelte, dass man seiner Ansicht nach bislang nicht genug für den Hochwasserschutz tue.
Alexander Fischer

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