Fotos vom Fundort der unbekannten toten Person in Zolling.
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Fotos vom Fundort der unbekannten toten Person in Zolling.
Die Übersicht zeigt den Fundort, an dem der Körper entdeckt wurde. Der Weg ist eine beliebte Spazierroute der Zollinger.
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Die Übersicht zeigt den Fundort, an dem der Körper entdeckt wurde. Der Weg ist eine beliebte Spazierroute der Zollinger.
In diesem Gebüsch machte eine Spaziergängerin den grausigen Fund.
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In diesem Gebüsch machte eine Spaziergängerin den grausigen Fund.
An dieser Stelle wurde die Leiche entdeckt. In den Abendstunden unterstützte die Zollinger Feuerwehr die Ermittler, indem sie den Fundort ausleuchtete.
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An dieser Stelle wurde die Leiche entdeckt. In den Abendstunden unterstützte die Zollinger Feuerwehr die Ermittler, indem sie den Fundort ausleuchtete.

Nach dem schrecklichen Fund

Video: Rätselraten um Zollinger Leiche geht weiter - Verwunderung im Ort

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Noch immer steht die Identität der Leiche nicht fest, die am Sonntag nahe des Zollinger Werkskanals entdeckt wurde. Derweilen fragt man sich in der Ampertalgemeinde, warum der Körper nicht früher gefunden wurde.

Zolling – Normalerweise ist der Feldweg, der die Straße entlang des Werkskanals mit dem Zollinger Klärwerk verbindet, eine einladende Spazierroute. Am Montag aber hatte der Feldweg etwas Unwirtliches, Düsteres. Das mag am neblig-trüben Novembermorgen gelegen haben, aber auch daran, dass am Vorabend an besagter Stelle ein grausiger Fund gemacht wurde, von dem nur noch ein rot-weißes Absperrband zeugt, das zwischen den ausgeschnittenen Ästen der Buschreihe flattert.

Eine Passantin hatte am Sonntagnachmittag einen halbverwesten Leichnam entdeckt, der schon mehrere Wochen oder Monate dort gelegen hatte.

Ein Nachbar wunderte sich noch über Lichter

Hundebesitzer, Jogger und Nordic-Walker waren auch am Montag dort unterwegs. Und keiner von ihnen konnte glauben, was sich hier zugetragen haben soll. Viele waren schockiert und verwundert. „Ich gehe mit meinem Hund Flori hier täglich zwei Runden“, erzählte ein Anlieger aus der Zollinger Jahnstraße. Doch auch er habe nichts bemerkt. Sein Wohnhaus liegt gleich gegenüber dem Werkskanal – keine 200 Meter von der Stelle entfernt, an die die Kripo Erding am Sonntag zum Leichenfund gerufen worden war.

„Ich habe mich schon über die vielen Lichter gewundert, die am Abend zu sehen waren“, schildert der Anwohner, der seit 27 Jahren in der Gemeinde lebt. „Zunächst habe ich gedacht, es sei ein Unfall passiert.“ Was den Zollinger staunen lässt, ist, dass kein Hund an der Fundstelle angeschlagen habe. „Die werden doch dort täglich spazieren geführt.“

Zollings Bürgermeister Max Riegler sagte, dass keine Vermisstenmeldung aus dem Ort vorliege. Auch er wunderte sich, „warum ein Leichnam so lange unbemerkt im Gebüsch hat liegen können“.

Das sagt die Polizei zur Theorie mit dem Verwesungsgeruch

Dass Tote erst spät entdeckt werden, ist jedoch im Alltag von Polizeiermittlern nichts Neues, wie Pressesprecher Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord am Montag bestätigte: „Wir hatten gerade im Raum Eichstätt einen Fall, wo ein Toter erst nach zwei Jahren in einem Wald gefunden wurde.“ Das sei oft purer Zufall, auch an stark frequentierten Stellen wie im Zollinger Fall: „Zudem verfliegt Verwesungsgeruch in der Natur relativ schnell und wird nicht wahrgenommen.“

Was Kammerer bereits melden konnte: „Derzeit gibt es keine konkreten Anhaltspunkte auf Fremdverschulden oder ein Gewaltverbrechen.“ Jetzt müsse erst einmal die Obduktion abgewartet werden. Und die werde sich ziemlich schwierig gestalten, weil der Körper stark verwest sei. Da könne es sein, dass nur noch ein Zahnschema-Abgleich verwertbare Hinweise ergebe. Aktuell wisse man ja nicht einmal, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handle. Ein Termin für die Obduktion steht noch nicht fest.

Auf die müssen die Ermittler jetzt warten: Denn erst wenn es rechtsmedizinische Details gibt, kann an den Abgleich mit den Vermisstenlisten gegangen werden. Die Polizei klopft dann zunächst die Region ab und dehnt – wenn nötig – den Ermittlungsradius bayernweit aus.

Maria Martin und Wolfgang Schnetz

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