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Viele Hürden auf dem Weg zur Impfung: Zollinger Helferkreis unterstützt Menschen in Gemeinschaftsunterkunft

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Von: Andrea Beschorner

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Nicht einfach zu realisieren war die Impfaktion in der Zollinger Gemeinschaftsunterkunft.
Nicht einfach zu realisieren war die Impfaktion in der Zollinger Gemeinschaftsunterkunft. © Symbolbild: dpa

Menschen, die in Flüchtlingsunterkünften leben, gelten in der Impfverordnung als „Prio 2“. Doch bei der Terminvereinbarung stoßen viele an ihre Grenzen.

Zolling - Personen, die in Flüchtlingseinrichtungen untergebracht oder tätig sind, zählen zur Priorisierungsgruppe 2 der Coronavirus-Impfverordnung. Dem Aufruf folgend, jede und jeden Interessierten zur Impfung anzumelden, hat der Helferkreis Zolling schon vor einigen Wochen begonnen, die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Zolling bei der Registrierung zu unterstützen. „Dies stellte sich als aufwändiger heraus als vermutet“, teilte Stephan Griebel vom Helferkreis in der Rückschau mit. Wieder einmal kristallisierte sich heraus, wie wichtig die Unterstützung freiwilliger Helfer in Flüchtlingseinrichtungen ist.

Viele Fragen - ohne Unterstützung des Zollinger Helferkreises wären Geflüchtete aufgeschmissen gewesen

Die Bewohner hatten viele Fragen zu Corona im Allgemeinen und zur Impfung im Speziellen. „Die Unsicherheiten rund um den Impfstoff von AstraZeneca waren dabei wenig hilfreich“, sagt Griebel. Schnell sei zudem klar gewesen, dass die den Menschen in der Unterkunft bereitgestellten schriftlichen Informationen nicht den erhofften Erfolg brachten, vorab aufzuklären und die drängendsten Fragen zu beantworten. Die Texte seien zum Teil zu lang, zu abstrakt oder „auf anderen Ebenen nicht zielgruppengerecht formuliert gewesen“, so die Erfahrung der Helferkreis-Mitarbeiter. Und so übernahmen die Ehrenamtlichen den wichtigen Part der Aufklärungsarbeit: Denn nach einer ersten virtuellen Bewohnerkonferenz bestätigte sich der Eindruck, dass die Impfaktion nicht einfach zu realisieren sei. „Dazu gab es einfach zu viele Fragen und Verunsicherung“, wie Stephan Griebel erklärt.

Die Mitglieder des Helferkreises entschieden sich deshalb dazu, die Menschen im Vorfeld der Impfung mehrfach in der Unterkunft zu besuchen. Dabei gingen sie von Tür zu Tür, um das Gespräch zu suchen. Nach Kräften unterstützt wurden die Zollinger Ehrenamtlichen dabei von den hauptamtlichen Mitarbeitern der Unterkunft.

Sobald ein Bewohner erklärt hatte, sich impfen lassen zu wollen, stellte sich die Registrierung zur Impfung als nächste unerwartete Hürde heraus. „Für jemanden, der mit Internet, Email und Registrierung zu Online-Services vertraut ist, ist die Registrierung zur Coronaimpfung eine Sache von fünf Minuten“, sagt Griebel. Doch für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft war diese Vertrautheit mit den technischen Umständen einfach nicht gegeben – weswegen jede Registrierung mindestens eine halbe Stunde Zeit in Anspruch genommen habe.

BRK nimmt Impfung vor Ort in der Gemeinschaftsunterkunft Zolling vor

Parallel zu diesen Vorbereitungen in der Unterkunft arbeiteten die Regierung von Oberbayern und die Zuständigen im Landratsamt Freising zusammen mit dem Bayerischen Roten Kreuz an der Umsetzung der Impfstrategie für die Bewohner der Unterkunft. Und so kam es, dass aufgrund des Erreichens einer Mindestzahl von Impfinteressenten und dem Vorhandensein von ausreichenden Kapazitäten ein Termin zur Impfung in der Gemeinschaftsunterkunft Zolling festgelegt werden konnte. Ende April rückte das mobile Impfteam des BRK in der Unterkunft an und impfte von 8 Uhr morgens bis kurz vor Mittag die interessierten Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Zolling.

Das Impfangebot galt darüber hinaus auch für die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – einschließlich der Mitglieder des Helferkreises.

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