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Freuen sich über die Zertifizierung: Sebastian Mair, Eugen Altmann Norbert Sonnhütter, Martin Bormann, Max Riegler, Anton Geier und Thomas Reiff. Hinweis: Das Foto ist vor den Einschränkungen durch die Corona-Krise entstanden. 

Für noch mehr Sicherheit

Zertifizierte Rathäuser: Weit über den normalen Datenschutz hinaus

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Kommunen arbeiten mit sehr sensiblen Daten ihrer Bürger. Deshalb ist Datenschutz ein großes Thema. Die VG Zolling ist fit für die Zukunft. 

Zolling – Abgesehen von den Mitarbeitern sind laut Zollings Bürgermeister Max Riegler die Daten der Bürger mittlerweile das höchste Gut einer Gemeindeverwaltung. Deshalb hat sich die Verwaltungsgemeinschaft Zolling gemeinsam auf den Weg gemacht, eine besondere Sicherheitsstruktur für dieses schützenswerte Gut zu erarbeiten. Dafür haben die vier Mitgliedsgemeinden nun ein Siegel erhalten – als eine der ersten Kommunen im Landkreis. Das ist aber nur ein Meilenstein: Am Ende des Weges steht die Zertifizierung nach ISIS 12.

Digitale Verwaltung

Die Kommunen müssen sich fit für die Zukunft machen. Das ist in Bundesprogrammen wie „Digitale Verwaltung 2020“ und in den e-Government-Gesetzen festgelegt. Eine große Rolle spielt dabei natürlich das Thema Daten- und Informationssicherheit, schließlich arbeiten Kommunen mit sehr vielen und sehr sensiblen Daten. Und weil man sich dessen bewusst ist und fit für die Zukunft sein will, haben sich die Mitgliedsgemeinden der VG Zolling gemeinsam auf den Weg gemacht.

Der erste Schritt: das IT-Team verstärken. Abteilungsleiter Norbert Sonnhütter hat mit Thomas Reiff seit einigen Monaten einen Kollegen, der nicht nur Fachwissen mitbringt, sondern auch Erfahrung mit Zertifizierungsverfahren. „Wir haben gleich personell aufgestockt, denn das ist ein Berg an Arbeit“, erklärt Riegler und betont, dass sich darin einmal mehr die Stärke einer Verwaltungsgemeinschaft zeigt.

Aufgabenkatalog

„Gemeinsam können wir das stemmen“, sagt Riegler und seine Bürgermeisterkollegen nicken zustimmend. Im vergangenen Jahr haben die IT-Experten also einen Katalog an Aufgaben abgearbeitet, die für das Siegel erfüllt sein müssen. „Das geht weit über den normalen Datenschutz hinaus“, sagt Thomas Reiff. Betrachtet werden laut VG-Geschäftsleiter Eugen Altmann nämlich nicht nur die digitalen Daten, sondern auch die analogen. Da geht es um Mitarbeiterqualifizierung und Wissensmanagement, um den Schutz vor Wassereinbruch und um Brandschutz, um Luftfeuchtigkeit und Raumtemperaturen - zum Beispiel im Server- Raum. Davon hat man im Rathaus Zolling, dem Sitz der VG, übrigens nun zwei in unterschiedlichen Brandabschnitten des Gebäudes. Sollte ein Server ausfallen, könne man laut Thomas Reiff innerhalb von Minuten das System mit dem zweiten Server – ein Replikat - wieder zum Laufen bringen. Bei komplettem Ausfall des ersten Serverraums könne binnen kurzer Zeit der zweite Serverraum also den aktiven Betrieb übernehmen. Die Daten, die im Alltag verarbeitet werden, würden täglich, wöchentlich und monatlich, E-Mails sogar stündlich, gesichert. Aber nicht etwa extern in einer Cloud. „Wir wollen so viel wie möglich in eigener Hand behalten, auch das ist eine Frage der Sicherheit“, sagt Riegler. Deshalb hat die VG in ein eigenes und zentrales Backup-System investiert. 16 Terrabytes hat das Storage, das sind 16.000 Gigabytes. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Laptop hat einen Arbeitsspeicher von 5 bis 8 Gigabytes. Das Siegel „kommunale IT-Sicherheit“ hat die VG dafür nun bekommen, bis Ende des Jahres möchte man die Vorprüfung zur Zertifizierung ablegen. Die ist dann noch einmal weitreichender. Thomas Reiff hält einen dicken Wälzer in die Höhe und sagt: „Das müssen wir dafür alles abarbeiten und beachten“. Da müssen zum Beispiel Prozesse für die Abläufe in der Verwaltung festgeschrieben werden und zwar in jedem Arbeitsbereich. Das Zertifikat wird dann jährlich neu vergeben, somit ist man gezwungen, an dem Thema Informationssicherheit dran zu bleiben. Die Zertifizierung im öffentlichen Dienst zu erhalten sei laut Reiff nicht leicht. Die Voraussetzungen seien in Zolling jedoch sehr gut – hinsichtlich der technischen Ausstattung, aber auch, was den Rückhalt durch die Bürgermeister betrifft sowie die Motivation der Mitarbeiter, sich auf neue Vorgänge einzulassen. „Diese Basis ist ideal.“

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