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Auf der Zielgeraden: Seit März arbeitet sich Bayernwerk von Zolling quer durch den Landkreis vor, um Hochspannungsmaste zu säubern und streichen.

Bayernwerk verpasst 102 Masten einen neuen Anstrich

Arbeiten mit Hochdruck sorgen für Stuntmen-artige Szenen

102 Masten bekommen von der Bayernwerk Netz GmbH einen neuen Anstrich. Die Arbeiten in 30 Metern Höhe sehen letztlich gefährlicher aus als sie sind.

Zolling – Es sind Arbeiten, die ein wenig an einen Actionfilm erinnern: In 30 Metern Höhe balancieren Männer auf dünnen Stahlseilen in der Hochspannungsfreileitung. Hintergrund: Die Bayernwerk Netz GmbH verpasst seit März insgesamt 102 Masten einen neuen Anstrich. Die Fachkräfte arbeiten in schwindelnder Höhe mit Hochdruckreinigern. Eine äußerst anspruchsvolle Arbeit, die laut Christian Martens, stellvertretender Pressesprecher der Bayernwerk Netz GmbH, höchste Achtsamkeit abverlangt. Sie arbeiten sich von Zolling über die Hallertau bis nach Hettenshausen im Landkreis Pfaffenhofen vor. „Die Instandhaltung dient einer langfristig sicheren Stromversorgung“, erklärt der Projektleiter Christian Poppe von Bayernwerk. Die Maßnahme verschlingt insgesamt rund 530 000 Euro und wird voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen sein.

Grüne Flaggen bedeuten: Hier ist alles sicher

Maximal 40 Meter hoch sind die Maste. Zunächst werden sie von Mitarbeitern einer Fachfirma mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Doch dafür müssen sie im ersten Arbeitsschritt durch den Verantwortlichen des Bayernwerks gesichert und freigegeben werden. „Für die Sicherheit der Arbeiter und die deutliche Sichtbarkeit, welche Leitung ausgeschaltet ist, werden die freigegebenen Arbeitsbereiche mit grünen Flaggen gekennzeichnet“, erklärt Poppe. Erst dann kann die Fachfirma loslegen: Zunächst werden die verzinkten Stahlmaste mit dem Hochdruckreiniger von Staub, Dreck, Vogelkot und Moos befreit. Wenn nötig, müssen die Männer besonders hartnäckigem Dreck danach noch mit der Bürste zu Leibe rücken, bevor die Farbe aufgetragen werden kann. Die Wasserwolke des Hochdruckreinigers könne, je nach Windrichtung, wie eine riesige Rauchsäule aussehen, weshalb Passanten und vorbeifahrende Autofahrer über Tafeln darauf hingewiesen werden, sich zunächst zu vergewissern, ob auf dem Mast vielleicht gearbeitet wird, bevor sie die Feuerwehr rufen, sagt Poppe.

Als nächstes kommt umweltfreundliche, zinkfreie Farbe zum Einsatz: „Insgesamt rund zehn Tonnen werden auf die Maste auf dieser 31 Kilometer langen Strecke aufgebracht“, erklärt Poppe. Die Fläche pro Mast beträgt dabei – je nach Streben und Verbindungen und je nach Stärke und Höhe – 130 bis 620 Quadratmeter. Damit eventuell heruntertropfende Farbe nicht in den Boden eindringt, wird dieser großflächig abgedeckt. Auf der genannten Fläche werden auf der 110-kV-Leitung von Zolling nach Hettenshausen 23 200 Quadratmeter instandgesetzt, wie der Projektleiter mitteilt.

Einschränkungen in der Stromversorgung gibt es nicht

Während der Arbeiten ist jeweils der Stromkreis, der sich auf der Masthälfte befindet, der gereinigt und gestrichen wird, ausgeschaltet. Einschränkungen in der Stromversorgung gab und gibt es dadurch nicht, da laut Bayernwerk-Sprecher immer alternative Leitungen im Netz zur Verfügung stehen.

Doch noch einmal zurück zu den Stuntmen-artigen Szenen an den Hochspannungsleitungen: Sind die Arbeiten so gefährlich, wie sie aussehen? „Lebensgefährlich natürlich nicht“, beteuert Christian Martens. Die Arbeiter seien mit Schutzkleidung und allem, was dazu gehöre, ausgestattet und arbeiten natürlich unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Riskante Momente gebe es allerdings trotzdem.

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