Windräder und Solaranlagen
+
Auf Ökostrom will die Gemeinde Zolling künftig setzen. Symbolbild

Keine Gegenstimmen im Gemeinderat

„Auf der richtigen Schiene“: Zolling setzt auf Ökostrom

Es war ein einstimmiger Beschluss: Die Gemeinde Zolling will ihren Strom künftig aus komplett regenerativen Energien beziehen.

Zolling – So einfach wie zu den Zeiten, da man den Strombedarf der Gemeinde Zolling über das Kraftwerk im örtlichen Anglberg respektive von den Isar-Amper-Werken bezogen hat, ist es nicht mehr. Heutzutage muss der Auftrag dafür europaweit ausgeschrieben werden, der Handel läuft über die Strombörse in Leipzig. Für die Gemeinde Zolling kümmert sich die KUBUS GmbH, ein spezialisiertes Unternehmen für kommunale Ausschreibungen, darum.

Einstimmige Entscheidung

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung über die Ausschreibungspraxis für die Jahre 2023 bis 2025 abgestimmt. Die Entscheidung fiel einstimmig für die Variante „100 Prozent Ökostrom ohne Neuanlagenquote“. Das bedeutet, dass der Strom aus komplett regenerativen Energien wie Wind, Wasser oder Biomasse stammt. Wohlgemerkt mit der Einschränkung, dass man den Bau neuer Stromerzeugungsanlagen nicht mitfördern möchte.

Werke sind nur maximal sechs Jahre alt

Christian Wiesheu (ÜWG) hatte in dem Zusammenhang die Frage gestellt: „Was bringt die Neuanlagenquote für einen Vorteil?“ Bürgermeister Helmut Priller erklärte daraufhin, dass es dabei um die Finanzierung von Neuanlagen gehe. Er stellte klar, dass bei der gewählten Variante kein Strom aus veralteten Werken bezogen würde, stattdessen setze man auf moderne Anlagen – und zwar solche, die nicht älter als vier beziehungsweise maximal sechs Jahre sind.

Sich darüber hinaus an einer Neuanlagenquote, also an der Investition neuer, noch gar nicht gebauter und in Betrieb genommener Kraftwerke zu beteiligen, wäre noch etwas teurer. „Denn die müssten schließlich irgendwie finanziert werden“, wie Priller zu bedenken gab. „Mit Ökostrom auf der richtigen Schiene“, lautete das Credo des Bürgermeisters.

17 Cent pro Kilowattstunde

Den jährlichen Strombedarf bezifferte der Rathauschef auf circa eine Million Kilowattstunden. Er sprach von einem Standardlos, das die Gemeinde über KUBUS abgebe. Das bedeutet, dass man den Bedarf nicht auf spezielle Nutzungen beziehe und damit in verschiedene Kategorien aufteile, die dann auch unterschiedlich viel kosten würden.

Inklusive Steuern erzielt die Gemeinde Zolling so einen Pauschalpreis von 17 Cent pro Kilowattstunde. Die zu erwartende jährliche Stromrechnung beträgt unter den genannten Voraussetzungen 240 000 Euro pro Jahr. Auch die Frage, was die Firma KUBUS bekomme, tauchte in diesem Zusammenhang im Ratsgremium auf. Rathauschef Priller bezifferte die Kosten hierfür auf 1200 Euro.

Alexander Fischer

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus Zolling und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare