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Der Abschied von einem geliebten Menschen wird in Zeiten von Corona noch eine größere Herausforderung für die Hinterbliebenen. Maximal 15 Trauergäste aus dem engsten Familienkreis sind noch zugelassen. 

Begräbnisse mit Einschränkungen

Auf Distanz gehen – auch am Friedhof

Auch in Zeiten der Corona-Krise soll es kirchliche Begräbnisse geben - allerdings mit Einschränkungen. Das FT hat in einigen Pfarreien im Ampertal nachgefragt, wie Beerdigungen künftig ablaufen werden.

Zolling/Ampertal Abstand halten und soziale Kontakte verringern: Das wurde in den vergangenen Wochen immer wieder öffentlich angemahnt. Auf Distanz gehen heißt es nun auch am Friedhof. Denn anders als bei Taufen und Trauungen, die verschoben werden sollen, hat das Erzbischöfliche Ordinariat München und Freising den verstorbenen Gläubigen das kirchliche Begräbnis weiterhin gewährt – allerdings mit Einschränkungen.

Requien als öffentliche Gottesdienste sind nicht erlaubt und werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Verstorbenen Gläubigen soll jedoch das kirchliche Begräbnis weiterhin gewährt werden, heißt es in einer Information des Erzbistums München und Freising. Der Kreis der Anwesenden soll klein gehalten werden, empfahl Kardinal Reinhard Marx am 13. März. Mittlerweile sei jedoch bereits eine andere Anweisung mit konkreten Inhalten erfolgt, sagt der Leiter des Pfarrverbands Zolling, Pater Ignatius Kullu. Maximal 15 Trauergäste aus dem engsten Familienkreis, inklusive Pfarrer und Sargträger, dürften an Beerdigungen teilnehmen. Am Donnerstagabend habe ihn diese Nachricht sowohl von Seiten des Gesundheitsamts Freising als auch aus dem Ordinariat erreicht. Das werde er umgehend umsetzen. „Ich werde diese Informationen an der Kirchentüre aushängen und in den Schaukasten stellen“, betonte Kullu.

Pater Ignatius Kullu

Teilnehmerlisten bei den Trauerfeiern im Freien auszulegen, damit im Falle einer Infektion eines Gastes diese schneller ausfindig gemacht werden könnten, das sei derzeit noch nicht angedacht, sagt der Prämonstratenserpater. Allerdings werde im Trauergespräch abgeklärt, ob es eine Verdachtsfall in der Familie gebe. Abstand halten, mindestens eineinhalb bis zwei Meter, so laute das Gebot der Stunde.

Uneinsichtige Trauergäste habe es wohl bei einer Beerdigung am Dienstag auf dem Zollinger Friedhof gegeben, monierte ein Zollinger Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte, gegenüber dem Freisinger Tagblatt. Bei einer Beerdigung zu Beginn der Woche seien die Trauernden noch eng beieinander gestanden.

In der Pfarrei St. Johannes Evangelist in Hohenkammer halte man sich exakt an die Anweisungen des Ordinariats. „In den letzten Tagen hatten wir keine Trauerfeiern“, sagt Pfarrsekretärin Sieglinde Stegmair. Fast stündlich trudelten neue Anweisungen der Erzdiözese ein.

Mit sehr viel Verständnis reagierten die Gläubigen in Haag auf die veränderten Bedingungen bei Beerdigungen, berichtet Christa Schauer vom Pfarrbüro St. Laurentius. Auch die Absage der öffentlichen Gottesdienste bis zunächst 3. April werde mit Fassung getragen. Bestellte Ämter werde die Pfarrei zu einem späteren Zeitpunkt nachholen, so Schauer.

Auch wenn die Kirchentüren zum Schutz der Bevölkerung geschlossen bleiben, so rufe er zum Gebet zu Hause auf, sagt Pater Ignatius. Jeden Nachmittag um 15 Uhr würden in den Kirchen des gesamten Pfarrverbands die Glocken zunächst bis Ostern läuten. Die Gläubigen in Zolling, Haag, Inkofen und Oberappersdorf sollten das zum Anlass nehmen, um zu beten für sich und den Nächsten. Geeignete Texte für den Hausgottesdienst werde er online und am Kirchenportal veröffentlichen, betont der Zollinger Pfarrherr.

Gut zu wissen

Im Münchner Kirchenradio wird täglich – montags bis samstags um 17.30 Uhr und sonntags um 10 Uhr – ein Gottesdienst übertragen. Die Live-Übertragung kann über www.erzbistum-muenchen.de/stream abgerufen werden. Eine reine Tonübertragung ist über das Digitalradio DAB+ zu hören. Von 22. März an werden die Gottesdienste auch von einem Gebärdendolmetscher begleitet.

Maria Martin

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