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Die Tankstelle in Zolling direkt an der B 301 soll um ein Fast-Food-Restaurant und einen Backshop erweitert werden. 

Burger an der Tankstelle?

Bekannte Fast-Food-Kette will Filiale eröffnen - und trifft auf Widerstand: „Jetzt schon problematisch“

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Eine bekannte Fast-Food-Kette will eine Filiale in Zolling eröffnen. Die Mehrheit des Gemeinderats möchte das allerdings – wenn möglich – verhindern.

Zolling – Die Tankstelle an der B 301 in Zolling ist gut frequeniert. In Zukunft könnte der Kundenverkehr noch zunehmen, dann nämlich, wenn der Betreiber die Genehmigung für die Umnutzung im Shop-Gebäude erhält. Der möchte dort gern einen Burger King sowie einen Backshop einquartieren. Die Mehrheit des Gemeinderats möchte das allerdings – wenn möglich – verhindern.

Zolling: Burger King will neue Filiale eröffnen - und trifft auf Widerstand

Das bestehende Shop-Gebäude soll bleiben, wie es ist. Lediglich im Inneren will der Betreiber umbauen: wo aktuell Backwaren und Kaffee angeboten werden, sollen künftig Burger und Pommes über die Theke gehen. Etwa 15 Sitzplätze sollen den Kunden zum Essen im Schnellrestaurant zur Verfügung stehen. Dort, wo sich aktuell die Kasse befindet, sollen laut Bauantrag die Kunden künftig Fertigbackware, Kaffee und Getränke in der Selbstbedienung kaufen können. Die Kassen werden dann im rechten Gebäudeteil angelegt, dort, wo sich heute Kühlschränke für Getränke befinden. Außen wird am Gebäude nichts verändert, lediglich ein Anbau von rund zehn Quadratmetern für Tiefkühltruhen ist geplant.

Im Gemeinderat stieß der Antrag nicht gerade auf große Begeisterung. Doch grundsätzlich ließe sich das Vorhaben laut Bürgermeister Max Riegler nicht verhindern. In der Genehmigung von 2006 für Tankstelle und Shop, die auf dem Bebauungsplan für das Gewerbegebiet B 301 beruht, gebe es keine Ausschlusskriterien für eine solche Umnutzung. „Hätte man so etwas verhindern wollen, hätte man das schon damals im Bebauungsplan ausschließen müssen“, erklärte er.

„Der Antragsteller macht es sich da etwas einfach“

Doch Riegler ließ keinen Zweifel daran, was er von dem Vorhaben hält: „Vorher hat man Semmeln aufgebacken, dann werden Burger gebraten – da soll es keinen Unterschied geben? Der Antragsteller macht es sich da etwas einfach“, sagte Riegler und richtete diese Kritik auch an das Landratsamt als übergeordnete Genehmigungsbehörde. „Wir sehen das in der Verwaltung etwas anders“, stellte er in Hinblick auf mögliche Konsequenzen für Zolling klar. Denn: Das Thema Motorradlärm treibt die Gemeinde schon seit Längerem um. Gerade in der warmen Jahreszeit sind die Anwohner geplagt von aufheulenden Motoren bis spät in den Abend hinein. Die Tankstelle ist Treffpunkt für Biker und Motoren-Fans. Nun befürchtet man, dass ein Burger-Restaurant den Treffpunkt noch attraktiver machen könnte. Die Mehrzahl der Gemeinderäte teilte diese Meinung. „Grundsätzlich haben wir eine Tankstelle genehmigt, das ist jetzt eine andere Nummer“, sagte zum Beispiel Klaus Unger (ÜWG). Vize-Bürgermeister Karl Toth gab auch zu bedenken, dass die Anwohner eventuell durch Gerüche belästigt werden könnten. „Man müsste abklären, inwieweit die tatsächlich gefiltert werden können“, sagte er.

Burger King will Filiale in Zolling eröffnen - Stellplätze sind „größte Sorge“

Marina Westermeier (CSU) brachte zudem das Thema Müll ins Spiel und auch das Thema Stellplätze kam zur Sprache. Bernd Hoisl (ÜWG) nannte die Stellplätze seine „größte Sorge“. Zwar kann der Betreiber die geforderten zwölf Plätze nachweisen, aber die Lage sei „jetzt schon problematisch“. Mit dieser Meinung war er nicht allein und Manfred Sellmaier (CSU) fand, man brauche im Ort keinen weiteren Backshop und auch nicht mehr Lärm an der Tankstelle. „Ich bin grundsätzlich dafür, das Vorhaben abzulehnen.“

So einfach ist das aber nicht, denn wie Wolfgang Hilz (UBZ) feststellte, gibt es Gewerbefreiheit, die man nicht einfach untergraben könne. In der Debatte kam auch die grundsätzliche Haltung zur Sprache, die ein Gemeinderat haben sollte: „Wir können nicht willkürlich nach persönlicher Meinung entscheiden, wir sind verpflichtet, eine sachlich gerechte Entscheidung treffen. Das ist unsere Aufgabe“, sagte Riegler. Ohne Rechtsgrundlage habe eine Klage keine Aussicht auf Erfolg.

Lärm- und Geruchsbelästigung?

Riegler zeigte auf, dass in den möglichen zusätzlichen Emissionen auch die Chance liege, das Vorhaben noch zu stoppen. Denn mit dem Bebauungsplan hat man für jeden Bereich ein Emissions-Kontingent definiert. Wird das überschritten, habe man eine rechtliche Grundlage, den Antrag abzulehnen. Mit acht Gegenstimmen lehnte der Gemeinderat schließlich den Bauantrag ab, das Landratsamt wird nun aufgefordert, ein Gutachten über zu erwartende Lärm- und Geruchsbelästigung erstellen zu lassen. Demnach einigte man sich darauf, die beantragte, neue Beschilderung für Backshop und Burgerladen abzulehnen, jedoch das Firmenlogo des neuen Tankstellenbetreibers zu genehmigen.

Bei dieser Meldung traute die Polizei ihren Ohren nicht: Ein Taxifahrer meldete, er sei mit einem „großen Hamster“ kollidiert. Die Polizei liefert nun ein witziges Erklär-Bild.

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