Trinkwasser könnte in Icking bald teurer werden.
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Im Herbst mussten die Zollinger ihr Trinkwasser wochenlang abkochen. Symbolbild

Instandsetzung notwendig

Damit die Keime nicht zurückkehren: Zolling beschließt teure Sanierung der stillgelegten Wasserkammer 3

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Coliforme Bakterien im Trinkwasser bereiteten den Zollingern im Herbst massive Probleme. Damit die Keime nicht zurückkehren, wird eine Wasserkammer nun für viel Geld saniert.

Zolling – Wenn es um Trinkwasser geht, ist man in Zolling seit dem vergangenen Jahr besonders vorsichtig und aufmerksam. Damals waren, wie mehrfach berichtet, coliforme Bakterien im Trinkwasserleitungssystem festgestellt worden, was zu wochenlangem Abkochgebot und viel Unmut aus der Bevölkerung geführt hatte. Das soll auf keinen Fall wieder passieren, weshalb der Gemeinderat nun die Sanierung der Wasserkammer 3 im Hochbehälter nördlich der Weinkreppe beschlossen hat. Geschätzte Kosten: 820 000 Euro.

Roststellen sichtbar, Fliesen fallen zum Teil schon ab

Die Wasserkammern 1 und 2 seien bereits im Jahr 2016 grundlegend saniert worden, hieß es im Sachbericht. Dabei wurde eine Edelstahlauskleidung eingebracht, die Lüftungsanlage wurde erneuert und eine Berieselungsanlage nachgerüstet. Als man dann im Herbst 2020 die coliformen Bakterien in den Trinkwasserleitungen festgestellt hatte, wurde zur Ursachenermittlung kurzfristig auch eine visuelle Prüfung der Wasserkammer 3 in Auftrag gegeben, die zuvor aufgrund der Verkeimung außer Betrieb genommen worden war.

Ergebnis der Untersuchung: Die 1990 in Stahlbetonbauweise errichtete Wasserkammer weise einen „grundsätzlichen Sanierungsbedarf“ auf. Beispielsweise sei die mineralische Beschichtung an den Innenwänden abgenutzt und verbraucht, die Funktionalität der Beschichtung sei mittlerweile stark eingeschränkt. Außerdem weise die Tropfenstruktur an der Deckenuntersicht Hohlräume auf, es gebe auch in der Decke Hinweise auf Schädigungen. Auch erste Roststellen seien sichtbar, Fliesen im Bereich der Überlaufrinne würden teils schon abfallen. Zudem habe ein Test der wasserberührten Wandflächen im Dezember einen auffälligen Befund im Hinblick auf Keimzahlen und Bakterien ergeben.

Erste Kostenschätzung: 720.000 Euro plus Planungskosten

Fazit: Eine Wiederinbetriebnahme der Wasserkammer 3 sei vor einer grundlegenden Instandsetzung nicht zu empfehlen. Die Konsequenz: Die Wasserkammer soll nun unverzüglich saniert werden, sie soll eine Edelstahlauskleidung erhalten, eine Lüftungsanlage und eine Berieselungsanlage sollen nachgerüstet werden. Nicht mehr benötigte Anlagenteile werden abgebrochen, die SPS-Steuerung soll komplett erneuert werden.

Für die Maßnahme, die noch im Jahr 2021 starten soll, beläuft sich eine erste Kostenschätzung auf 720.000 Euro, hinzuzurechnen sind noch rund 100.000 Euro an Planungskosten. Der Gemeinderat Zolling beschloss die Maßnahme einstimmig, die entsprechenden Mittel werden nun in die Haushaltspläne 2021 und 2022 eingestellt.

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