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Ein Assistenzhund für Anna: Zollinger Feuerwehr sammelt Spenden, um krankes Mädchen zu unterstützen

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Von: Andreas Beschorner

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Braucht dringend Unterstützung: Mit Großmutters Katze Muro kann Anna zwar kuscheln. Doch nur ein Assistenzhund kann bei der Elfjährigen für die dringend notwendige Stabilität und Sicherheit sorgen.
Braucht dringend Unterstützung: Mit Großmutters Katze „Muro“ kann Anna zwar kuscheln. Doch nur ein Assistenzhund kann bei der Elfjährigen für die dringend notwendige Stabilität und Sicherheit sorgen. © privat

Anna (11) aus Zolling ist krank. Sie braucht dringend einen Assistenzhund - doch der ist teuer. Nun hat sich die Feuerwehr etwas überlegt.

Zolling – Die kleine Anna aus Zolling ist krank. Sie hat eine Autismus-Spektrum-Störung, eine hyperkinetische Stärkung des Sozialverhaltens: Anna ist überängstlich. Was Anna braucht? Einen Assistenzhund. Aber dessen Ausbildung dauert nicht nur lange, sondern ist auch teuer. Jetzt hilft die Feuerwehr Zolling. Denn Papa Juan ist Floriansjünger, hilft normalerweise anderen.

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Drei Kinder haben Martina und Juan Verdu. Nun wurde bei der mittleren Tochter Anna (11) eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert, eine tief greifende Entwicklungsstörung, die unter anderem durch ein reduziertes Interesse an sozialen Kontakten sowie einem reduzierten Verständnis sozialer Situationen gekennzeichnet ist. „Wir möchten sie so gut wie möglich unterstützen“, drücken die Eltern ihren drängendsten Wunsch aus.

Die Ausbildung des Vierbeiners kostet 28.000 Euro

Helfen würde Anna ein Assistenzhund. Doch dessen Ausbildung ist aufgrund der Dauer – zwei Jahre braucht es dafür – sehr teuer: 28 000 Euro. Diese Summe aufzubringen, ist für Familie und Freunde nicht einfach, weshalb man sich dazu entschlossen hat, Spenden zu sammeln. Denn die Ausbildung zum Assistenzhund wird nicht von der Krankenkasse übernommen, obwohl er eigentlich – wie auch ein Rollstuhl – ein medizinisches Hilfsmittel ist. Ärzte und Psychologen haben mehrfach bestätigt, dass so ein Assistenzhund das Leben der Betroffenen um Einiges leichter macht und Selbstständigkeit verleiht.

Auf den ersten Blick, so schildern Annas Eltern, merke man nicht, dass Anna anders ist. Aber aufgrund ihrer Krankheit schafft sie es nicht wie andere Kinder in ihrem Alter, alleine zu ihrer Freundin zu gehen, mit dem Bus in die Schule zu fahren oder auch einkaufen zu gehen. Auch Arztbesuche oder Ausflüge sind schwierige Unternehmungen, für Anna ist das alles eine Reizüberflutung. In Menschenmengen ist sie unsicher, eine fremde Umgebung stellt Anna vor große Herausforderungen. Die Folge: Wutanfälle. Oder Anna zieht sich zurück, verschließt sich im schlimmsten Fall komplett ihrer Umwelt, bekommt einen totalen sogenannten „Meltdown“: Sie schimpft, schreit, schlägt und boxt.

Der Hund sorgt für Sicherheit und Stabilität

Da kommt der Assistenzhund ins Spiel, der sie beispielsweise zur Schule begleiten soll, der sie in kritischen Situationen beruhigen wird, ihr mit seiner Nähe die innere Ruhe zurückgeben, in Menschenmengen oder in einer unbekannten Umgebung für Sicherheit und Stabilität bei Anna sorgen würde. Damit der Hund das auch leisten kann, ist eine intensive Ausbildung notwendig: Nach seiner Sozialisierung und Grundausbildung, die in den ersten zwölf bis 18 Monaten stattfindet, wird er von einem Tierarzt untersucht, der prüft, ob er überhaupt als Assistenzhund geeignet ist. Es folgt eine intensive Ausbildung, und erst im Alter von ungefähr 24 Monaten kann der Vierbeiner dann eine Prüfung ablegen und als Assistenzhund zugelassen werden. Ankauf, Aufzucht, Unterbringung, Betreuung, Ausbildung, Tierarzt und Prüfung – all das kostet zwischen 25 000 und 30 000 Euro.

Der vorgesehene Hund hat seine Grundausbildung schon, erzählt Martina. Auch der Tierarzt habe schon grünes Licht gegeben, jetzt durchlaufe Annas künftiger Helfer gerade seine Spezialausbildung. Martina und Juan Verdu haben also, um die große Aufgabe stemmen zu können, einen Spendenaufruf gestartet und mittlerweile schon rund 15 000 Euro zusammenbekommen.

Spendenaufruf und Christbaumaktion

Jetzt wollen auch Juan Verdus Feuerwehrkameraden mithelfen. Von 1. Januar bis 14. Februar läuft die Spendenaktion. Wer Anna helfen will, kann unter dem Verwendungszweck „Anna“ auf folgendes Konto der Freiwilligen Feuerwehr Zolling e.V. spenden (Sparkasse Freising, DE27 7005 1003 0025 7261 00). Aber die Zollinger Feuerwehrler werden auch selbst aktiv: Am 8. sowie am 15. Januar starten sie jeweils zwischen 13 und 18 Uhr in Zolling und Oberzolling eine Christbaumsammelaktion.

Wer seinen Christbaum loswerden will, soll ihn ab 13 Uhr vor die Haustür stellen. Die Floriansjünger klingeln und bitten um eine Spende für Anna, bevor der Baum mitgenommen und fachgerecht entsorgt wird.

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