108 PV-Module werden auf dem Dach der Zollinger Kläranlage installiert. Ob eine Anlage auch auf dem alten Rathaus Platz findet, soll ein Vor-Ort-Termin klären.
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108 PV-Module werden auf dem Dach der Zollinger Kläranlage installiert. Ob eine Anlage auch auf dem alten Rathaus Platz findet, soll ein Vor-Ort-Termin klären. Symbolbild

Für eine zweite Anlage braucht es einen Ortstermin

„Einen besseren Standort gibt es nicht“: Grünes Licht für PV-Anlage auf Zollings Kläranlage

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Die Gemeinde Zolling will zwei Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden installieren. Während der erste Standort klar ist, braucht es für den zweiten einen Ortstermin.

Zolling – Strom von der Sonne: Das will die Gemeinde Zolling forcieren. Zwei Photovoltaikanlagen will man deshalb auf gemeindeeigenen Gebäuden anbringen. Eine Anlage genehmigte der Gemeinderat am Dienstagabend. Bei der anderen waren die Räte teilweise noch skeptisch. Sie wollen sich die Sache erst vor Ort ansehen.

Kläranlage „einer der größte Stromfresser der Gemeinde“

Sie ist laut Bürgermeister Helmut Priller „einer der größten Stromfresser der Gemeinde“: die Kläranlage in Zolling. Was wäre also sinnvoller, wenn gerade sie den von ihr benötigten Strom auch selbst erzeugt? Eben. „Einen besseren Standort für eine PV-Anlage gibt es im Gemeindegebiet nicht“, sagte Priller. Bestätigt wurde diese Annahme durch eine Untersuchung des Planungsbüros Silberbauer, das im November eine Planungs- und Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt hatte. Das Resultat: 108 Module mit einer Fläche von 213,6 Quadratmetern würden zirka 34.600 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen.

Freilich: Der Stromverbrauch der Kläranlage sei wesentlich höher. Deshalb würden auch 98 Prozent des durch die PV-Anlage erzeugten Stroms selbst verwendet, nur zwei Prozent (also 800 Kilowattstunden) in das Netz eingespeist werden. Nimmt man das und die voraussichtlichen Investitionskosten in Höhe von 60.000 Euro zusammen, ergebe sich laut Planungsbüro, dass sich die PV-Anlage innerhalb von neun Jahren amortisiert habe. Offenbar überzeugten die Zahlen die Gemeinderäte, denn die Realisierung des Projekts wurde ohne Diskussion einstimmig beschlossen.

PV-Anlage auch auf dem alten Rathaus?

Bei einer anderen Dachfläche war das anders: Das Planungsbüro Silberbauer hatte auch die südliche Dachhälfte des alten Rathauses von Zolling dahingehend untersucht, ob dort eine PV-Anlage sinnvoll wäre: „Südlich ausgerichtet, Dachneigung optimal, fast nicht einsehbar“, so fasste es Priller zusammen. 42 Module auf einer Fläche von 76,5 Quadratmetern könnten, so die Berechnungen, 16 200 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Der Eigenverbrauchsanteil liege hier bei 60 Prozent, rund 6000 Kilowattstunden könnten pro Jahr ins Netz eingespeist werden. 25.000 Euro würde die Anlage kosten, die sich ebenfalls nach neun Jahren amortisiert hätte.

Alles schön und gut, aber manche Räte äußerten Bedenken: Bernd Hoisl (ÜWG) und Maximilian Falkner (CSU) befürchteten, dass das nicht so schön aussehe auf dem Zollinger Rathaus. Hoisl beispielsweise regte an, die PV-Anlage ins Dach zu versenken, oder sich zumindest eine Lösung zu überlegen, damit es nicht so aussehe, wie jede PV-Anlage auf einem Stall.

Ortstermin soll Klarheit bringen

Bürgermeister Priller bot an, den Tagesordnungspunkt zunächst zurückzustellen und demnächst bei einem Ortstermin im Außenbereich nachzuweisen, dass die PV-Anlage tatsächlich nur von zwei bis drei Stellen aus – und auch nur dann, wenn man sich verbiege – einsehbar wäre. Diesem Vorschlag stimmten alle Gemeinderäte zu.  

Die Zollinger können sich freuen: Die Abwassergebühren werden billiger - auf jeden Fall für die nächsten vier Jahre.

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