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Zwei, die sich kennen: Hans Halbinger und Christoph Hartmann (r.) luden zum Konzert und begeisterten das Publikum zum Jubiläum.

Jubiläum im Pfarrsaal

Durchdringend, weich, schmeichelnd: 30 Jahre Zollinger Kammerkonzerte

Es war ein besonderer Abend in Zolling: Das Jubiläum eines Debüts wurde gefeiert. Schade, dass im Pfarrsaal noch Plätze frei waren.

Zolling – Vor 30 Jahren haben Hans Halbinger und Christoph Hartmann Seite an Seite das Klavier-Quintett von Ludwig van Beethoven interpretiert und damit die „Zollinger Kammerkonzerte“ eröffnet. Viele mitreißende Konzerte haben die beiden Musiker seit dieser Zeit bestritten – Halbinger als Kirchenmusiker in der Ampergemeinde, Christoph Hartmann als Oboist bei den Berliner Philharmonikern. Zum Jubiläumskonzert am Sonntagabend standen sie wieder gemeinsam auf der Bühne im Pfarrsaal. Zurückgekehrt sei er gerne, ließ Hartmann das Publikum wissen. „Es ist wunderbar, hier zu spielen.“

Seit 1992 ist Christoph Hartmann mit den Berliner Philharmonikern im In- und Ausland unterwegs. Als Solist ist er gefragt bei Konzerten und Festivals auf der ganzen Welt. Wenn ein Ausnahmemusiker wie Hartmann im Landkreis Freising musiziert, so ist das eine ganz besondere Ehre. Als Einstimmung gab es ein Werk des französischen Komponisten und Solo-Oboisten Thomas Lalliett (1837-1892) – das „Souvenir de Berlin“. „Wenn ich von Berlin nach Bayern komme, dann bringe ich doch ein Souvenir mit“, scherzte der in Bayern geborene Musiker.

Das Publikum wurde in einen Zustand innerer Ruhe versetzt

Leicht und behutsam war der Einstieg in das anspruchsvolle Programm. Dass die Klänge der Oboe – mal durchdringend, mal weich, dann wieder schmeichelnd und zärtlich – auch körperliche Anstrengung erfordern, das wurde beim Solo „6 Metamorphosen nach Ovid, Opus 49“ von Benjamin Britten besonders deutlich. Die mythologische Geschichte des Hirtengott Pan, für den die Götter aus Schilf ein Instrument bauten, um der Nymphe Syrix hinterhertrauern zu können, setzte ganz wunderbare Empfindungen unter den Zuhörern frei. Man wurde in einen Zustand tiefer innerer Ruhe versetzt. Wer wollte, konnte sich nach der Pause nochmals Hirten vorstellen, die auf der Schalmei tänzerische Lieder anstimmten. Ein Spätwerk des französischen Komponisten Camille Saint Saens – die Sonate opus 166 für Oboe und Klavier – entführte mit einer spielerisch bewegten Pastorale in diese Welt. Die 3 Romanzen opus 94 für Oboe und Klavier von Robert Schumann, sei ein Weihnachtsgeschenk für dessen Frau Clara gewesen, erzählte Hartmann. Jenseits des schnellen Konsums seien Musikabende damals ein echtes Erlebnis gewesen – lange bevor Streamingdienste die Dauerverfügbarkeit von Musik vortäuschten.

Ein echtes Musik-Erlebnis, das war das Konzert am Sonntag auch. Man hätte ihm gerne ein ganz volles Haus gewünscht. MARIA MARTIN

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